In der Erpeler Pfarrkirche wurde der Tag der Kirchenmusik begangen
Musik aus fünf Jahrhunderten
Kammerchor St. Pantaleon und die Chorgemeinschaft des Seelsorgebereichs intonierten mit Unterstützung eines Streichensembles Werke von der Renaissance bis zu zeitgenössischer Tonkunst
Erpel. Bereits zum 44. Mal wurde in der spätromanischen Emporenbasilika St. Severinus der Tag der Kirchenmusik begangen. Zu diesem hatte wie schon seit vier Jahren die Chorgemeinschaft des Seelsorgebereichs Unkel unter der Leitung von Kirchenmusiker Martin Monter am Freitagabend vor dem zweiten Advent eingeladen. „Der seit Jahrzehnten begangene Tag der Kirchenmusik soll mehr sein als das heutige Konzert und die Festmesse am Sonntagvormittag. Die Kirchenmusik soll Sie über den Besuch hinaus berühren und vielleicht zum Mitwirken bewegen“, begrüßte Schriftführer Hans Simon die zahlreichen Zuhörer, darunter neben Pfarrer Günter Lülsdorf auch Bürgermeisterin Cilly Adenauer und ihr Vorgänger Edgar Neustein. Mit der Chorgemeinschaft, dem Kammerchor St. Pantaleon und dem Streicherensemble der Musikschule Agundo um Agnieszka Sokol-Arz böten sich gleich drei musikalischen Gruppe dazu an. „Jede dieser drei Gruppen würde sich über Ihr Interesse freuen und noch mehr über Ihre Mitwirkung, denn Kirchenmusik lebt von der aktiven Gestaltung, wie Sie heute Abend mit einer Mischung aus Barock, Klassik und zeitgenössischen Komposition eindrucksvoll erleben können, mit denen wir Sie auf die Advents- und Weihnachtszeit einstimmen wollen“, schloss Hans Simon seine Begrüßung.
Mit dem „Dixit Maria ad Angelum“ des Nürnbergers Renaissancekomponisten und -organisten Hans Leo Hassler eröffneten die beiden Chöre mit Christoph Hamm am Cembalo das Konzert, das unter dem Motto „Follow the Star“ stand. Anschließend stimmten die 17 Sänger des Kammerchors und die Streicher die Barock-Motette „Kündlich groß ist das gottselige Geheimnis“ Johann Rosenmüller an. Weiter ging es mit dem Stück „Du bist’s, dem Ruhm und Ehre gebühret“ von Joseph Haydn aus der Zeit der „Wiener Klassik“.
Barockes von Corelli bis Vivaldi
Zum Concerto grosso des Barockkomponisten Arcangelo Corelli begleitete Martin Monter das Streicher-Quintett auf dem Cembalo. So konnte Christoph Hamm auf die Orgelempore gelangen, um dort mit der „Noël Suisse“ das wohl berühmteste Werk des Pariser Barockkomponisten Jean Claude Daquin zu intonieren. Bei dem folgenden Concerto grosso von Antonio Vivaldi brillierten die Geigerinnen Lore Gry und Agnieszka Sokol-Arz bei den solistischen Abschnitten.
Nach diesem Komponisten wandte sich der Kammerchor, wieder von Hamm auf dem Cembalo begleitet, mit dem „Light of the World“ und „Go before us“ zeitgenössischen Kompositionen des 78-jährigen Briten Andrew Carter zu, bevor sich die Sänger dem mottogebenden Stück „Follow the Star“ des 70-jährigen Londoners Alan Bullard widmeten. Anschließend kehrten dann aber wieder alle Musiker gemeinsam mit „Seht die Herrlichkeit Gottes, des Herrn“, dem Eingangschor aus dem „Messias“ von Georg Friedrich Händel, zu einer Barockkomposition zurück. Beendet war das vorweihnachtliche Kirchmusiktag-Konzert damit aber noch nicht. „Im folgenden Kanon dürfen Sie mitwirken. Der Chor singt vor, und der Chorleiter gibt Ihnen dann den Einsatz. So einfach ist das und wenn Sie Spaß finden, steigen Sie ein“, motivierte Hans Simon die Zuhörer, nach ihrem begeisterten Applaus mit einzustimmen in die Bach-Kantate „Mache dich auf und werde licht, denn dein Licht kommt!“ DL
Mit der Renaissancekomposition „Dixit Maria ad Angelum“ wurde das Kirchenmusikkonzert von den Chören eröffnet.
