Allgemeine Berichte | 21.06.2016

Laacher Orgelkonzerte 2016

Musik von Max Reger im Vergleich

Am Freitag, 1. Juli

Abteiorganist Gereon Krahforst.privat

Maria Laach. Am Freitag, 1. Juli, findet um 19 Uhr in der Abteikirche Maria Laach das nächste Konzert der Laacher Orgelkonzerte 2016 statt. Diesmal wird auf sicher hoch spannende und interessante Weise der diesjährige Komponistenjubilar Max Reger in den Kontext seiner eigenen Zeitgenossen anderer Länder gestellt. Abteiorganist Gereon Krahforst, der dieses Konzert selbst spielt und gestaltet, hat sich bei der Erstellung des Programmes und Konzeptes die Frage gestellt: „Welche Komponisten, die für Orgel komponierten, wurden mehr oder weniger kurz vor oder nach Regers Geburtsjahr in Nachbarländern und fernen Ländern geboren ?“ - Aus diesem Blickwinkel ergaben sich sehr interessante und abwechslungsreiche Vergleichsmöglichkeiten, und tatsächlich: unterschiedlicher könnten die dargestellten Werke gar nicht ausfallen! Das Programm beginnt mit der Toccata C-Dur des 1874 in Österreich geborenen Franz Schmidt, ein hoch virtuoses, tonales Werk mit einer symphoniehaften Form. Ebenfalls 1874 wurde der völlig unbekannte Clifford Demarest an der Ostküste Amerikas geboren. Er ist mit einer schlichten, hoch romantischen Canzona vertreten. Darauf folgt eine Orgelfassung aus der Feder Krahforsts von der Polka des großen russischen Komponisten, Pianisten und Dirigenten Sergej Rachmaninoff, der im selben Jahr (1873) wie Max Reger in Russland geboren wurde und als der letzte Spätromantiker gelten darf. Die Polka ist hoch unterhaltsam und im Stil der „Salonmusik“ und des „Fin du siècle“ gehalten. Sehr heiter und passend zum Sommer wird danach der „Song of Sunshine“ des blinden britischen Komponisten Alfred Hollins dargeboten; hiernach wird das meditative, impressionistische Stück „Arabesque“ des damaligen Organisten der Kathedrale Notre Dame zu Paris, Louis Vierne, zu Gehör gebracht - soweit die erste Hälfte des Programms. Die zweite Hälfte ist dann ausgefüllt mit Regers monumentaler „Introduktion, Passacaglia und Fuge e-moll op. 127“, einem seiner größten Orgelwerke überhaupt. Es wurde anlässlich der Einweihung der 1913 von Max Berg fertiggestellten Jahrhunderthalle zu Breslau komponiert, in dem sich die damals größte Orgel der Welt (222 Register) von Wilhelm Sauer befand; Karl Straube spielte die Uraufführung. In diesem gigantisch dimensionierten symphonischen Werk trägt die Passacaglia ein gut durchhörbares und nachvollziehbares achttaktiges Thema, über das eine größere Anzahl von Variationen erklingt, jede in einer anderen Klangfarbe - somit sollte die immense Klangfarbenpallette der ehemaligen Breslauer Jahrhunderthallenorgel (die sich nunmehr im Breslauer Dom befindet) möglichst reichhaltig dargestellt werden, was nun auch in Maria Laach zur lohnenswerten Herausforderung wird. Ein spannendes Programm also, das Reger im Kontext seiner eigenen internationalen Zeitgenossen zeigt. Der Eintritt ist frei; am Ende wird um eine großzügige Spende zum Erhalt der viel beachteten Konzertreihe gebeten.

Vorschau

Nächstes Laacher Orgelkonzert: Freitag, 15. Juli um 19 Uhr mit Nikolai Geršak aus Friedrichshafen.

Abteiorganist Gereon Krahforst. Foto: privat

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