Konzert in der Kirche Sankt Peter und Paul in Höhr-Grenzhausen
Musikalisch gelungene Energieleistung an Allerheiligen
Höhr-Grenzhausen. „Ich hatte mir eigentlich beim Elias einen rechten durch und durch Propheten gedacht, wie wir ihn etwa heut zu Tage wieder brauchen könnten, stark, eifrig, auch wohl bös und zornig und finster. Im Gegensatz zum Hofgesindel und Volksgesindel, und fast zur ganzen Welt im Gegensatz, und doch getragen wie auf Engelsflügeln.“ In dieser dramatischen Art wollte Mendelssohn seinen Elias charakterisiert wissen, wie er am 2. November 1838 schrieb. Er wäre wohl mit dem Konzert an Allerheiligen zufrieden gewesen: Mit seinen Interpretationen griff der Konzertchor Wirges mit Mitgliedern des Konzertchores Lippstadt gemeinsam mit der Russischen Kammerphilharmonie St. Petersburg unter der Leitung von Burkhard A. Schmitt die großen Gefühle, Dramatik und Tempo sowie gleichsam zu Herzen gehendes Mitgefühl und Zartheit auf.
In der voll besetzten Kirche Sankt Peter und Paul in Höhr-Grenzhausen zogen auch die Solisten - Sabina Martin (Sopran), Margit Diefenthal (Mezzosopran), Marcus Ullmann (Tenor) und Markus Krause (Bass) - die Zuhörer mit ihren schönen Rezitativen und den gefühlvollen, bisweilen raumgreifenden Arien in ihren Bann. Insbesondere Markus Krause als Elias setzte Mendelsohn-Bartholdys Kompositionen voller Tiefe und Gefühl gesanglich in Szene und zeigte sowohl in den leidenschaftlich-dramatischen als auch in den zurückgenommenen leisen Passagen seine ganze Klasse.
Den mitreißenden Szenen mit „recht dicken, starken, vollen Chören“, so Mendelssohn selbst über sein Chorwerk, komme im Elias eine zentrale Rolle zu. Der Chor verkörpert teilweise das Volk Israel, in anderen Szenen die Anhänger Jahwes oder die des Gottes Baal. In all seinen Rollen - nahm der Konzertchor Wirges seine Zuhörer mit: musikalisch eindrucksvoll in klangvoller mitreißender Stärke und sprachlich klar in der Ausgestaltung der Bilder. Ob tonmalerisch die Wasserwogen für die Zuhörer umgesetzt wurden oder die „feurigen Wagen mit feurigen Rossen“ die klangliche Szenerie bestimmten – immer überzeugten die Sängerinnen und Sänger mit ihren gesanglichen Interpretationen.
Verantwortlich für das gelungene Zusammenspiel der fast hundert Musiker – Solisten, Chor und Orchester – war Burkhard A. Schmitt, unter dessen kraftvoller Leitung das Konzert stand. Sein energiereiches und exaktes Dirigat verband die einzelnen Elemente zu einem harmonischen Ganzen. Mit konzentrierter Aufmerksamkeit und am Ende reichlich Beifall und Standing Ovations würdigte das Publikum die musikalisch packende Leistung. Interessierte Chorsängerinnen und Chorsänger können ab der nächsten Probe gut einsteigen; es geht ab dem 03. November mit Mozarts Requiem weiter. Mehr Informationen dazu sind auf der Internetseite des Chores www.konzertchor-wirges.de zu finden.
