Verein Zehnthaus e.V.
Musikalisch-literarische Reise nach Italien
Swisttal-Odendorf. Der Einladung des Zehnthausvereins Odendorf, gemeinsam mit dem Ensemble Passamezzo eine musikalisch-literarische Reise nach Italien, vornehmlich nach Venedig und Rom zu unternehmen, waren am 17. Mai, einem schönen Frühlingsabend, zahlreiche Besucher gerne gefolgt. Das Blockflötenensemble Passamezzo unter der Leitung von Dorothee Simone ist mit seinen 30 Jahren das „dienstälteste“ Ensemble der Musikschule Voreifel. Die Musiker führten die Zuhörer mit Musik der Renaissance und des Barock (u.a. von Monteverdi, Palestrina, Castello, da Rore und Vivaldi) in das Venedig um 1600, einer Zeit des Umbruchs, wie Dorothee Simone in ihrer Einführung erläuterte. In dieser Zeit entstanden neue musikalische Formen, wie die Oper und das vom Basso Continuo begleitete Solospiel sowie der Sologesang. Besonders im Umfeld des Markusdoms in Venedig, der eigene Musiker beschäftigte, wurde täglich in Kirchen, Palazzi und auf Plätzen musiziert. Es entstand ein ungeheurer Reichtum an Kompositionen. Das Blockflöten-Consort, das die Bandbreite vom Sopran über den Alt und Bass bis hin zum Subbass abdeckt, zeigte sich spielfreudig und lebendig bei den rhythmischen Tänzen wie z.B. dem venezianischen Tanz „La Traditora“ oder dem Ballo aus Claudio Monteverdis „Orfeo“. Palestrinas „Pulchra es, amica mea“ hingegen gestalteten die Musiker innig, ganz auf die melancholischen Harmonien konzentriert. Zwischen die Musikbeiträge fügten sich stimmungsvoll die von Ensemblemitglied Wibke Anton rezitierten Gedichte und Passagen aus Johann Wolfgang Goethes „Italienischer Reise“, Joseph Brodskys „Römische Elegie III“ und Herrmann Hesses „Piazetta“.
Unterstützt wurde das Ensemble vom Lautenisten Johannes Zink, der auch die zwei jungen Solisten begleitete: Dem jungen Interpreten Radomir Jovasevic gelang scheinbar mühelos und höchst musikalisch dargebracht die Sonate von Dario Castello und Johanne Wollowski bewies ihr Können sowohl beim Vortrag des Largo aus Vivaldis Flötenkonzert und dem Recercarda primera von Diego Ortiz.
Johannes Zink hatte jedoch auch Gelegenheit mit zwei Toccaten von Michelangelo Galilei die Rolle des Begleiters mit der des Solisten zu tauschen.
Die Italienische Reise neigte sich mit dem „Passacaglio op.22, No 25“ von Biagio Marini, einem ruhigen Schreittanz, vom Trio Felizitas Zink, Dorothee Simone und Johannes Zink in perfekter Harmonie musiziert, dem Ende.
