Allgemeine Berichte | 31.03.2026, 16:29 Uhr

Dachdeckermeister Robert Bartkowiak aus Ochtendung führte einmaligen Auftrag unaufgeregt und fachmännisch aus – Meteoritenjäger auf der Suche nach Sternenstaub

Nach Meteoriteneinschlag: Himmlischen „Dachschaden“ professionell behoben

Diesen Schaden fand der Dachdeckermeister bei der ersten Begutachtung vor: Die Fragmente des Meteoriten hatten die Schiefereindeckung auf dem Dach in Koblenz-Güls durchschlagen und dann das Holzgebälk, die Dämmung und innen die Holzvertäfelung als Wandverkleidung sowie Fliesen zerstört. Auch das angrenzende Fenster wurde am Rahmen beschädigt. Verletzt wurde beim Einschlag am 8. März niemand.
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Koblenz/Ochtendung. Dieser Auftrag war ein absoluter Kracher – zumindest wurde er dadurch ausgelöst. Dachdeckermeister Robert Bartkowiak aus Ochtendung hat genau das Dach repariert, durch das am 8. März 2026 um kurz vor 19 Uhr in Koblenz-Güls ein Meteorit einschlug.

„Den Auftrag werde ich mir einrahmen und im Büro an die Wand hängen“, ist sich der 42-jährige Handwerksmeister und Familienvater sicher. Tatsächlich ist das wohl ein einzigartiges Erlebnis: Die Chance oder das Risiko, dass das Fragment eines Meteoriten in ein bestimmtes Haus stürzt, ist statistisch gesehen 200mal geringer, als einen Sechser mit Zusatzzahl im Lotto zu tippen.

Und dann unter bundesweit mehr als 15.000 Dachdeckerbetrieben den Auftrag zu bekommen, diesen mittlerweile international berühmten Dachschaden zu beheben, scheint undenkbar. Für Robert Bartkowiak, der seit 2010 Meister ist und sich 2015 mit seinem Unternehmen Bartkowiak-Bedachungen selbstständig gemacht hat, verlief die Auftragsvergabe allerdings unspektakulär.

„Wir haben abends gegrillt und ich habe über Facebook nebenher mitbekommen, dass ein Meteorit über der Region unterwegs war und in Koblenz eingeschlagen ist.“ Einer seiner zehn Mitarbeiter wohnt in Güls und kennt den Hausbesitzer, der nach dem kosmischen Volltreffer ein fußballgroßes Loch im Dach hatte.

„Mein Mitarbeiter hat den Kontakt hergestellt und dann war das schnell abgemacht: Die Feuerwehr hatte ja das Loch noch nachts provisorisch abgedichtet – und zwar richtig gut. Ich bin nach ein paar Tagen, als sich der erste Rummel gelegt hatte, nach Güls gefahren und habe den Schaden begutachtet. Meine Mitarbeiter haben die Abdeckung dafür entfernt, anschließend wieder fachmännisch verklebt – und ich habe ein Angebot erstellt.“

Der Meteorit hatte nach ersten Schätzungen von Experten ursprünglich einen Durchmesser von einem Meter und war mit einer Geschwindigkeit von zuvor bis zu 260.000 Kilometern je Stunde durchs All gerast, beim Eintritt in die Erdatmosphäre wurde er auf 20-fache Schallgeschwindigkeit „abgebremst“.

In einer Höhe von 50 Kilometern zerbrach er durch Hitze und Luftdruck. Beim Einschlag ins Gülser Hausdach wurde der wohl tennisballgroße Meteorit von rund 500 km/h auf Null abgebremst. Dabei zerbrach das verbliebene Stück in elf Fragmente mit einem Gewicht zwischen 6 und 161 Gramm.

Dachdeckermeister Bartkowiak beschreibt, welchen Schaden das angerichtet hat: „Die Teile haben die Schiefereindeckung auf dem Dach durchschlagen und dann das Holzgebälk, die Dämmung und innen die Holzvertäfelung als Wandverkleidung sowie Fliesen zerstört. Auch das angrenzende Fenster wurde am Rahmen beschädigt.“ Verletzt wurde beim Einschlag am 8. März niemand.

Der Hausbesitzer musste nun mehrere Gewerke vom Fliesenleger über den Trockenbauer bis zum Dachdecker beauftragen. „Der Fensterhersteller hat direkt angeboten, einen Teil der Kosten zu übernehmen, weil es sich um einen so spektakulären Fall handelt“, erzählt Robert Bartkowiak. „Und in meinen Auftrag habe ich auch wörtlich reingeschrieben, dass ich einen Schaden behebe, der durch den Einschlag eines Meteoriten verursacht wurde – das ist ja wirklich eine absolut einmalige Sache!“

Als er drei Tage nach dem Einschlag erstmals vor Ort war, hatte sich der größte Trubel gelegt, aber: „Der Hausbesitzer war vorher wirklich belagert worden von den Medien und Meteoritensammlern. Die sind ihm bis in den Garten und fast aufs Dach gestiegen. Auch als ich dort ankam und durch mein Fahrzeug natürlich als Dachdecker erkennbar war, wurde ich sofort angesprochen von zwei internationalen Meteoritenjägern. Die haben mich später sogar im Betrieb angerufen, ob sie mir das Material von der Baustelle abkaufen könnten.“

Die großen Fragmente des Meteoriten hatte zu dem Zeitpunkt längst die Polizei sichergestellt. Der Hausbesitzer bekommt sie später komplett zurück. Bartkowiak sammelte alles, was noch an kaputtem Baumaterial mit möglichen Anhaftungen des „Sternenstaubs“ vor Ort war, in Tüten, um sie dem Hausbesitzer zu geben. Das eigentliche Meteoritenloch beseitigte sein Unternehmen dann unaufgeregt und professionell wie jeden anderen Schaden, der beispielsweise bei einem Sturm durch umstürzende Bäume verursacht wird.

„Zwei Mitarbeiter waren einen Tag lang beschäftigt, haben das defekte Material ausgetauscht und das Dach wieder fachmännisch verschlossen.“ Der Unternehmer selbst war auch vor Ort, allerdings ohne allzu viel Ehrfurcht davor, dass dieser Auftrag „aus dem All kam.“

„Ob ich das nun für Werbung nutze, weiß ich nicht genau“, meint er schmunzelnd – „aber vielleicht erwähne ich auf meiner Website künftig, dass ich nicht nur Dächer ganz klassisch saniere, sondern auch Meteoriteneinschläge repariere.“

Dabei hofft er nicht unbedingt auf zusätzliche Aufträge, denn die Auftragslage des Unternehmens, das von der Kellerabdichtung bis zur PV-Anlage auf dem Dach alles anbietet, ist prima. „Was ich mir aber wünsche, sind mehr Bewerbungen von künftigen Auszubildenden, Gesellen, Facharbeitern. Wir haben noch Kapazitäten frei.“ Vielleicht hat er nochmal himmlisches Glück und sieht eine Sternschnuppe. Was sich Robert Bartkowiak dann wünscht, steht damit ja schon fest…

Pressemitteilung Handwerkskammer Koblenz

Zwei Mitarbeiter des Unternehmens aus Ochtendung waren einen Tag lang beschäftigt, haben das defekte Material ausgetauscht und das Dach wieder fachmännisch verschlossen, nachdem zuvor der Einschlag eines Meteoritenfragments ein fußballgroßes Loch verursacht hatte.

Zwei Mitarbeiter des Unternehmens aus Ochtendung waren einen Tag lang beschäftigt, haben das defekte Material ausgetauscht und das Dach wieder fachmännisch verschlossen, nachdem zuvor der Einschlag eines Meteoritenfragments ein fußballgroßes Loch verursacht hatte. Foto: Bartkowiak-Bedachungen/Robert Bartkowiak

Diesen Schaden fand der Dachdeckermeister bei der ersten Begutachtung vor: Die Fragmente des Meteoriten hatten die Schiefereindeckung auf dem Dach in Koblenz-Güls durchschlagen und dann das Holzgebälk, die Dämmung und innen die Holzvertäfelung als Wandverkleidung sowie Fliesen zerstört. Auch das angrenzende Fenster wurde am Rahmen beschädigt. Verletzt wurde beim Einschlag am 8. März niemand. Foto: Bartkowiak-Bedachungen/Robert Bartkowiak

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