Allgemeine Berichte | 16.04.2026

Kotverdreckt und eingepfercht

Nach Whistleblower-Meldung zeigt PETA Rinderbetrieb im Landkreis Neuwied an

Die Tiere im Rinderbetrieb im Landkreis Neuwied sind kotverdreckt.

Landkreis Neuwied / Stuttgart. Anfang April erreichte PETA eine Whistleblower-Meldung zu einem Rinderbetrieb im Landkreis Neuwied. Auf den Bildern sind kotverdreckte Rinder in einem beengten Stall zu sehen. Einige Tiere zeigen kahle Hautstellen, was auf Hauterkrankungen oder Parasiten hindeuten kann. PETA hat die Meldung umgehend dem zuständigen Veterinäramt im Kreis Neuwied weitergeleitet und um eine Kontrolle vor Ort gebeten. Das Amt meldete zurück, dass es bereits tätig gewesen sei, aus datenschutzrechtlichen Gründen aber keine weiteren Angaben machen könne. Für Rinder über sechs Monate gibt es noch immer keine spezifischen Haltungsanforderungen und viele Betriebe halten sich nicht einmal an die gesetzlichen Mindeststandards wie saubere Liegeflächen. Dabei brauchen Rinder so viel mehr für ein artgerechtes Leben, zum Beispiel große Weideflächen und einen festen Herdenverband. PETA appelliert deshalb an die Politik und die Betriebe, den Wandel hin zu einer tierfreien Landwirtschaft zu forcieren.

„Während sich Menschen zu Recht um das Wohl eines Wales sorgen, fristen Millionen Tiere in den Ställen weiterhin ein Leben voller Ausbeutung – meist bis zum qualvollen Tod im Schlachthaus“, so Lisa Kainz, Agrarwissenschaftlerin und Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA Deutschland. „Auch dieser Fall zeigt erneut: Es kommt nicht auf die Größe des Betriebes an, denn jedes einzelne Individuum in der landwirtschaftlichen Tierhaltung leidet. Wer Rinder und alle anderen Tiere schützen will, lebt vegan.“

Hintergrundinformationen

Vergleichbare Fälle zeigen, dass Tiere oft erst dann aus akuten Leidenssituationen befreit werden, wenn aufmerksame Menschen hinschauen. Die Kontrollen der Veterinärämter erfolgen in der Regel anlassbezogen und risikobasiert. Es werden grundsätzlich also vorrangig auffällig gewordene Betriebe überprüft, die von Ämtern, Privatpersonen oder Tierschutzvereinen wie PETA gemeldet wurden. Unzureichende Tierschutzgesetze und teils unmotivierte Behörden führen dazu, dass vielfach viel zu spät oder gar nicht eingegriffen wird und Tiere massiv leiden.

Massives Tierleid mit System: Tierquälerei als Alltag der Tierwirtschaft

Immer wieder werden Aufnahmen von vernachlässigten Tieren oder anderen Misshandlungen in landwirtschaftlichen Betrieben veröffentlicht. Das Tierleid in dieser Branche wird teilweise sogar durch die Gesetzgebung legalisiert: In Deutschland wurden im Jahr 2025 über 740 Millionen Tiere im Schlachthof getötet. Kälbern werden zuvor oftmals die Hörner ausgebrannt, Ferkeln die Ringelschwänze abgeschnitten und Puten die empfindlichen Schnäbel gekürzt, um sie den artfremden Haltungsbedingungen anzupassen. „Verstöße gegen das Tierschutzgesetz – angefangen bei Qualzuchten bis hin zur nicht vorschriftsmäßigen Betäubung im Schlachthaus – sind sowohl in großen als auch in kleinen Betrieben an der Tagesordnung“, so Lisa Kainz. Ganz gleich ob „bio“ oder konventionelle Haltung: 100 Prozent der Tiere werden getötet oder sterben in den Betrieben, lange bevor sie ihre mögliche Lebenserwartung erreichen.

PETA präsentiert Ausstiegsplan aus der Tierwirtschaft

Die tierhaltende Landwirtschaft gehört zu den ressourcenintensivsten und umweltschädlichsten Wirtschaftszweigen unserer Zeit. Es braucht dringend eine Agrarwende hin zur tierfreien Landwirtschaft, um das Leben künftiger Generationen zu sichern. PETA hat aus diesem Grund Ende Mai 2025 einen Strategieplan für den Ausstieg aus der Tierwirtschaft veröffentlicht und fordert die Politik damit zum Handeln auf. Die Tierrechtsorganisation zeigt anhand konkreter Schritte, wie der Umstieg auf veganen Ökolandbau gelingen kann – um die Zukunft von Tieren und Menschen zu sichern sowie Klimaextremen zu begegnen. Zudem präsentiert der Plan eine Strategie für den Ausstieg aus der landwirtschaftlichen Tierhaltung.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden.

Pressemitteilung PETA

Die Tiere im Rinderbetrieb im Landkreis Neuwied sind kotverdreckt. Foto: PETA Deutschland e.V. 

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