Nach der Flut: Apollinarisstadion wieder vollständig in Betrieb
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Zahlreiche Sportstätten in der Kreisstadt sowie im Ahrtal wurden bei der Flutkatastrophe vor über fünf Jahren zerstört oder massiv beschädigt. Ganz besonders auch das Apollinarisstadion als größte und vielseitigste Anlage von Stadt und Region, dessen Lage nah der Ahr von zusätzlichem Nachteil war. Diese Zerstörung wurde durch die Tatsache, dass das Apollinarisstadion eben nicht „nur“ ein Ort des Sports, sondern auch Begegnungsstätte und vieles mehr ist, noch problematischer. Ein Ort, an dem man schöne Stunden als Aktiver oder Zuschauer verbringt, der Erinnerungen an die Bundesjugendspiele der Schulzeit, spannende Wettkämpfe, Siege und Niederlagen weckt. Nach der Flut diente das Areal unter anderem für die Aufstellung von Wohncontainern und der Zwischenlagerung von Schutt, doch schon zeitnah wurde mit dem Wiederaufbau begonnen. Der als erstes fertiggestellte Mittelplatz konnte im Juni 2023 seiner Bestimmung übergeben werden. Es folgten die Wiederherstellung der zwei weiteren Plätze, von Kabinen, Vereinsheim, Laufbahnen, Tribünen und Leichtathletikanlage samt Wassergraben. Im Oktober 2024 kehrte die 1. Mannschaft des Ahrweiler BC (ABC) ins Apollinarisstadion zurück und feierte in diesem Jahr den Aufstieg in die Oberliga. Auch die Frauen- und Mädchenteams des SC 13 Bad Neuenahr, die Leichtathleten des TuS Ahrweiler und die Hockeyteams des HTC Bad Neuenahr haben hier ihre Heimat. Sie alle präsentierten sich am vergangenen Wochenende, als das Apollinarisstadion im Rahmen einer großen Eröffnungsfeier offiziell wieder an den Start ging: mit Infoständen, Mitmachaktionen, Meisterschaftsspielen, Bambini-Turnier und Verpflegungsständen. Dazu gab es jede Menge Unterhaltung mit Fußball-Dart, Sport-Rallye, Ronaldo-Double und vielem mehr.
„Dieses Stadion ist weit mehr, als nur eine Sportstätte“
„Dass man hier wieder zusammenkommen kann und das mehr entstanden ist, als vorher – bei Hochwasser-angepasster Bauweise – das ist zukunftssicher und eine Leistung, hinter der sehr viele Menschen stehen“, sagte Staatssekretärin Vanessa Fischer. Auch Landrätin Cornelia Weigand zeigte sich begeistert vom wieder hergestellten Stadion: „Mit dieser Wiedereröffnung wird eine Brücke von einer traditionsreichen Vergangenheit des Apollinaristadions in eine Zukunft voller sportlicher Möglichkeiten geschlagen.“ Dem schloss sich Bürgermeister Pascal Rowald an: „Heute ist ein besonderer Tag für unsere Stadt und ein besonderer Tag für den Sport in unserer Stadt. Rund zehn Millionen Euro wurden investiert, drei wunderbare Plätze, eine Tribüne und ein Sportheim sind entstanden. Dieses Stadion ist weit mehr, als eine Sportstätte. Es ist ein Ort der Begegnung, des Miteinanders und der Gemeinschaft. Ein wichtiger Bestandteil unseres gesellschaftlichen Lebens. Das Apollinarisstadion ist wieder da – schöner als je zuvor“, so Pascal Rowald, der nicht nur Herbert Rech gedachte, der wie kaum ein zweiter mit dem Frauenfußball in Bad Neuenahr verbunden und am 23. August verstorben war, sondern auch allen am Wiederaufbau Beteiligten ausdrücklich dankte. Was die Wiedereröffnung für einen Club wie den ABC mit seinen 19 Jugend- und vier Erwachsenen-Teams bedeutet, brachte ABC-Präsident Gerd Treffer auf den Punkt: „Ein Verein ist wie eine große Familie und Familien bleiben ja in der Regel immer zusammen. Das war bei uns aufgrund der Flut nicht möglich. Wir trainierten und spielten auf zwölf verschiedenen Plätzen, wodurch die Familie ein Stück weit auseinandergerissen war, worunter auch das Vereinsleben litt. Daher ist es sehr wichtig, dass das Apollinarisstadion als Perle unter den Stadien im nördlichen Rheinland-Pfalz wieder da ist. Darüber sind wir total happy, denn dadurch ist auch unsere Heimat samt unserem Vereinsheim wieder da. Es ist schön zu sehen, wie das Leben und das Vereinsleben wieder stattfinden, dass es wieder Begegnungen gibt und wir uns alle endlich wiedersehen können.“
Rund zehn Millionen Euro wurden in den Wiederaufbau des Apollinarisstadions investiert.
Zusammenhalt und Teamgeist – auch dafür steht ein Ort wie das Apollinarisstadion. Fotos: DU