Sessionseröffnung der Karnevalsgesellschaft „Me haalen et us“ Rheinbreitbach
Nach vier Jahren wieder ein Prinzenpaar
Prinz Moritz I. „aus dem Hause Tjaden“ und Prinzessin Lilli I. „aus dem Hause Menge“ regieren die Jecken
Rheinbreitbach. Zur traditionellen Sessionseröffnung hatte die Karnevalsgesellschaft „Me haalen et us“ um die Vorsitzenden, Vorsitzenden Michael Frings und Thomas Kramer, in den Bürgersaal eingeladen. Schon lange bevor die Burgbläser unter Leitung von Jennifer Menden neben der großen Bühne mit dem neuen gemalten Orts-Prospekt aufgezogen war, war an den langen Tischreihen längst kein Platz mehr frei, als die Musiker den Hit der „Räuber“ vom „Trömmelche“ anstimmten. Auch wenn von Winter oder gar Schnee nun wirklich keine Rede sein konnte, hatten sich alle Jecken des Ortes in den Bürgersaal zurückgezogen, in den dann auch zum Larida-Marsch der Burgbläser der Elferrat zusammen mit den Weckmöhnen, zu denen sich auch zwei Schrate gesellt hatten, einzog.
Mit einem dreifach donnernden „Breitbach-KG-Sessionsstart – Alaaf“, eröffnete Michael Frings die Veranstaltung, der zunächst den Burgbläsern für die musikalische Unterstützung dankte. „Wir sehen uns allerspätestens an Heiligabend bei unserer gemeinsamen Einstimmung auf Weihnachten oben auf dem Koppel wieder“, dankte der Vorsitzende den Musikern. In diesen Dank zog er nicht nur die Aktiven und den Elferrat mit ein, sondern vor allem Karoline Laufenberg, bevor er unter den zahlreichen Gästen auch den neuen „Burgherrn“, Bürgermeister Roland Thelen willkommen hieß. VG-Chef Karsten Fehr schwelge dagegen in Erinnerungen an seinen Ersten Schultag beim Treff der 68-er I-Dötzchen, verriet der Vorsitzende. Begrüßen konnte er dafür zusammen mit seinem Bruder, Schriftführer Andreas Frings, die Prinzessin der vergangenen Session, Pia I. „aus dem Hause Schmidtchen“ mit ihrer Pagin, Kusine Alicia Barczewski, und eskortiert von den „Sternen“. „Fastelovend zesamme!“ grüßte Prinzenführerin Karoline Laufenberg die Narrenschar. „Die scheidende Tollität habe jederzeit beste Laune verbreitet, so es schon bedauerlich sei, dass ihre Regierungszeit nun beendet sei“, erklärte sie, bevor Michael Frings Pia das Diadem vom Kopf und das Narrenzepter aus der Hand nahm.
Mit der Erpeler KG samt Stadtsoldaten mit Solomariechen und Prinzengarde eroberten die ersten „Auswärtigen“ die Bühne, denen die Ushaaler einen Gegenbesuch bei ihrer Prinzenproklamation zusagten. Kaum hatten die Gäste den Saal verlassen, da wurde es stockdunkel, sieht man von dem Blaulicht ab, mit dem Park-Cop Robert Menden zum Falco-Song „Der Kommissar geht um“ einzog. Mit Polizeikellen aus Papier winkend, auf denen „Halt Polizei! - Straße frei!“ stand, begrüßte die Narrenschar den „Chef der Herren über den ruhenden Verkehr“. „Holzorden-Entwerfer und -Säger“ Robert Menden enthüllte dann mit Andreas Frings den Sessionsorden, der dieses Mal em 40. Parkfest vor der Oberen Burg gewidmet ist.
Dann aber war es endlich soweit: Zusammen mit der Kleinen und der Großen Burggarde zogen unter dem Jubel der geballten Breitbacher Prinz Moritz I. „aus dem Hause Tjaden“ und Prinzessin Lilli I. „aus dem Hause Menge“ mit ihren Pagen, Amelija Kücükbal und Tim Homey, in den Bürgersaal ein. „Nach vier Jahren, seit uns Prinz Oli I. ‚aus dem Hause Sass‘ und Prinzessin Jule I. ‚aus dem Hause Maihöfer 2014/15 regierten, haben wir endlich wieder ein Kinderprinzenpaar“, triumphierte Karoline Laufenberg, bevor sie die kleinen Regenten vorstellte.
„Moritz, der im Januar elf Jahre alt wird, besucht die 5c der Realschule Sankt Josef in Bad Honnef. Seine bevorzugten Fächer sind Musik und Biologie, was jedoch noch nicht über seinen Berufswunsch aussagt“, verriet Karoline Laufenberg. Man finde den Prinzen oft bei Spielen in der freien Natur, wenn der handwerklich sehr geschickte Junge nicht gerade seinem Vater beim Werkeln helfen würden. Aber auch für die Musik könne sich Moritz, der am liebsten ein saftiges Steak auf dem Teller habe, sehr begeistern. „Lilli ist zehn Jahre alt und geht in die 5f der Jugenddorf Christophorusschule Königswinter. Ihr Lieblingsunterrichtsfach ist Kunst“, so die Prinzenführerin. Da sie gerne anderen Menschen und Kindern die englische Sprache beibringen wolle, wäre ihr Berufsziel Englischlehrerin. Lilli singe sehr gerne, sei aber auch eine begeisterte Tänzerin bei der Kleinen Burggarde. „Damit sie allen Anstrengungen gewachsen ist, isst sie am liebsten Nudeln mit Tomatensoße“, berichtete Karoline Laufenberg, bevor sie sich den Pagen widmete.
Lillis beste Freundin Amelija besuche die 4b der Gebrüder-Grimm-Grundschule, während der Freund von Moritz, Tim, wie Lilli auf die Jugenddorf Christophorusschule, allerdings in die 5g gehe. „Die Pagin, die sehr gerne Basketball spielt, möchte am liebsten eine Ausbildung als Schauspielerin absolvieren, wenn sie groß ist“, verriet die Prinzenführerin. Der Page sei oft draußen beim Klettern anzutreffen, wenn er nicht gerade zu Hause spiele. Tim beschäftige sich schon jetzt sehr viel mit dem Erhalt der Natur und würde gerne Umweltschützer werden, um somit auch den Tieren zu helfen. „Beide wollen unser Prinzenpaar tatkräftig im Karneval unterstützen und freuen sich schon auf die ‚Kamelleschlacht‘ beim Zoch“, so Karoline Laufenberg, bevor Michael Frings Moritz I. die Fasanenfedern an die Prinzenkappe steckte und ihm das Narrenzepter überreichte, während er Lilli I. das Prinzessinnen-Diadem ins Haar steckte.
„Wir zeigen Politikern, wie man das macht!“
„Ich Prinz Moritz der Erste im Karneval grüße alle Narren hier im Saal“, wandet sich die junge Tollität an sein Völkchen mit dem Versprechen, vernünftig zu regieren, „das wär doch gelacht. Wir zeigen Politikern, wie man das macht! Wir bringen Euch alle so richtig in Stimmung“, versprach Moritz I., bevor Lilli I. genauer auf die närrische Politik einging: „Mir bringen Stimmung in jeden Saal, wir feiern Party überall!“ und das mit Schunkeln und mit Singen. Entsprechend schmetterten die vier als „Breitbacher „Prinzenbagage“ ihr Sessionslied: „Mir nehme üverall met hin en Stückche von Breitbach am Rhing. Un jeder kann hier sehn, wie gern wie bei Üch auf der Bühne stehn!“ Anschließend wirbelte Lilli mit den Sternen“ zum „Funkymarie“-Song „Maach et, maach et, hüür schon op ze schwaade!“ über die Bühne bis sie sich beim Schlussbild im perfekten Spagat vor ihren Mittänzerinnen platzierte, um danach die Burggardistinnen Platz zu machen.
„En dreifach Alaaf mit vill Sunnesching bis Karnevalsonndaach em Zoch mir us wiederseh’n!“, verabschiedete sich die Prinzenbagage, denn schon längst warteten im Flur die Freunde von der KG Unkel, um sich für den Besuch der „Ushaaler“ bei ihrer Proklamation von Konstanze I. „aus dem Hause Ottersbach“ zu revanchieren. Denn schließlich halten vor allem in d’r Nuut joode Fründe zesamme und zu diesen zählen auch „de Huusmeester vum Bundesdaach“, die Bad Honnefer, Axel Foppen und Frank Fander, die zusammen mit den anderen Akteuren auf der Bühne belegte, dass die Ushaller in der kommenden Session zuversichtlich auf eine Prunksitzung zusteuern können. DL
