Vorstellung der Hilgerter Chronik im Keramikmuseum in Höhr-Grenzhausen

Nachrichten aus einem Westerwalddorf

Autor Claus-Dieter Schnug präsentiert 102 Jahre spannende Dorfgeschichte anschaulich und emotional

24.10.2017 - 17:01

Höhr-Grenzhausen. Am vergangenen Freitag war es endlich soweit. Claus-Dieter Schnug präsentierte vor den zahlreich erschienenen Gästen im Keramikmuseum in Höhr-Grenzhausen sein Werk „Hilgert - Nachrichten aus einem Westerwalddorf (Teil 1)“. Schnug, der als Sohn einer alteingesessenen Hilgerter Familie seit seiner Geburt im Ort lebt, bezeichnete das Buch als eine Dokumentation für die Menschen in der Gemeinde und für alle, die mit dem Dorf verbunden sind oder sich für seine Geschichte interessieren. Damit setzte er sein persönliches heimatgeschichtliches Abenteuer aus dem Jahr 2013 fort, als er bereits seine Ausführungen über das Dorf in dem Buch „Ein Dorf im Wandel der Zeit“ präsentierte. Schnug ist also ein „Wiederholungstäter“, und der ist er gerne.

Die äußerst positive Resonanz nach Veröffentlichung und Präsentation des ersten Buches sowie die Freude am Forschen seien für ihn Motivation und Inspiration gewesen, weiterzumachen und diesen Weg der Geschichtsschreibung weiter zu beschreiten, sagte Schnug in seiner Begrüßungsrede.

Künstlerische Unterstützung fand er erneut bei Horst Bartels, der 115 Abbildungen des Buches aufwendig restaurierte und fast den gesamten Vorspann und die Eröffnungsseiten bis in letzte Detail selbst erstellte. Die mehr als 500-seitige Dokumentation beinhaltet Nachrichten, Fotos aus früheren Zeiten, Inhalte aus Interviews sowie Berichte aus dem Archiv der Westerwälder Zeitung.

Wie viele Stunden Arbeit in diesem Buch stecken, vermag man sich gar nicht vorzustellen. Die Umsetzung war zwar zeitintensiv und aufwendig, aber Claus-Dieter Schnug war stets voll Freude bei der Sache und erhielt durch die fortschreitende Arbeit an der Chronik und die geführten Interviews immer wieder neuen Antrieb und Impulse. Die Frage, warum er dieses Werk in unzähligen Stunden recherchiert, aufbereitet und veröffentlicht hat, beantwortet er vergnügt und voll Enthusiasmus: „Es macht mir einfach Spaß, über meinen Ort zu schreiben. Ich habe großes heimatgeschichtliches Interesse und liebe meinen Heimatort Hilgert.“


Tiefe Zuneigung zur Heimatgemeinde


Horst Bartels ließ dazu in seiner Ansprache die Gäste wissen: „Teil 1 lässt erahnen oder befürchten: Da kommt noch was nach. Claus-Dieter Schnug ist, wie man sieht, im besten Mittelalter. Außerdem ist er ausgesprochen neugierig und unglaublich schreibfreudig. Das berechtigt zu den kühnsten Chronikerwartungen alle kommenden vier Jahre. Hilgert wird infolgedessen unaufhaltsam das erste gläserne Dorf im Westerwald.“ Bartels erläuterte weiter, dass es seine und Schnugs Absicht war, die Ortsvergangenheit mit ihren Ereignissen zu dokumentieren und für die Nachwelt zu erhalten, und dass dies alle Anstrengungen wert gewesen sei. In seinen weiteren Ausführungen brachte er zum Ausdruck, dass diese weitere geschichtliche Abhandlung zum Dorf und seiner Vergangenheit nicht nur von einem enormen Fleiß- und Zeitaufwand zeuge, sondern darüber hinaus von einer tiefen Zuneigung des Verfassers zu seiner Heimatgemeinde und von seiner Verbundenheit mit ihr. Bartels würdigte die hervorragende Arbeit Schnugs, die anschaulich über das Leben der Vorfahren berichte, über das, was sie bewegte, wie ihr Alltag aussah und wie sie Schicksalsschläge in schweren Zeiten meisterten.


Spannende Jahre von 1872 bis 1974


Die historische Reise führt den Leser vom Jahr 1872 mit vielen Berichten, Erzählungen, Presseschlagzeilen, über 40 Sonderkapiteln und vielen Abbildungen beispielsweise über die Schmetterlingsjagd, eine Eiserne Hochzeit, geschehene Morde, Gerichtsverhandlungen und verbüßte Haftstrafen, die Hopfenkirmes und Johannisnacht, die Gründung des Turnvereins und Anlage des Sportplatzes, den Bau der Schule, der Ernennung zum Luftkurort und Dokumentationen über Hilgert als Hochburg des Nationalsozialismus sowie Tatsachenberichten über das, was sich in Hilgert ereignete, schließlich bis ins Jahr 1974. Das Buch gibt Zeugnis von 102 spannenden Jahren Hilgerter Geschichte, deren Auszüge an diesem Freitagabend vom Autor selbst sowie von Ulla Titz und Wolfram Krings lebhaft präsentiert wurden.


Fortsetzung wird bereits mit Spannung erwartet


Nach der kurzen Pause wurde es dann sehr emotional und rührend, und nach dem Verlesen eines Sonderkapitels über die langjährige Schulleiterin Hedi Geilen ergriff diese spontan die Gelegenheit und richtete ihr Wort an ihre ehemaligen anwesenden Schüler, zu denen auch der Autor selbst zählte, und das restliche Publikum. Es war toll zu sehen, dass es so viele geschichtsinteressierte und heimatverbundene Menschen gibt, die diesen außergewöhnlichen Abend mit Autor Claus-Dieter Schnug, Horst Bartels und ihren Unterstützern genossen haben. Da das Buch in seinem Titel die Bezeichnung „Teil I“ trägt, ist zu erwarten, dass mindestens ein weiterer Teil folgt, und man darf bereits jetzt auf die weiteren Ergebnisse des Forschergeistes und unbändigen heimatgeschichtlichen Tatendrangs des Autors gespannt sein.

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Kommentare
Walter Becker:
Kirmes mit einer Handvoll Gästen wird abgesagt! Bei Formel I der besonders "klimafreundlichen Sportart" werden 20000 Gäste zugelassen
Jean Seligmann:
Wir leben in einer Republik in der populistische Ideologen regieren, der gesunde Menschenverstand ist offensichtlich in Ruhestand gegangen, anders kann man den Unsinn, der hier seit Jahren, von Menschen die über sich selbst denken sie wären Unfehlbar, produziert wird, nicht mehr erklären. Und das mir keine Beschwerden kommen wenn nun die "Schottergärten" entfernt werden müssen, ihr habt diese Leute gewählt, ich sag nur: Geliefert wie bestellt!
juergen mueller:
Warum immer so kompliziert - 30 Grad Differenz - wen interessiert`s. Steingärten sind optisch monoton und ökologisch = 0. Die NACHTEILE - Teuer in Anschaffung und Pflege, Insekten,Vögel u.andere Gartentiere finden weder Nahrung noch Lebensraum, Schnell unansehnlich durch Algen und Pflanzenaufwuchs, Regelmäßiges Reinigen nötig - Einsatz von Laubbläsern, Hochdruckreiniger kostet Energie und schädigt Kleinlebewesen, Einsatz von Pestiziden tötet Lebewesen, Schotter heizt sich im Sommer auf, Feinstaub wird nicht gefiltert, Staubbelastung steigt, Lärm wird verstärkt, Boden wird verdichtet u.zerstört, später aufwendige Renaturierung nötig, Wasser kann gar nicht oder nur schwer versickern. Das muss reichen, um dagegen zu sein, oder?
S. Schmidt:
Hauptverantwortlich für dieses Dilemma ist dass EEG und deren Urheber, welches die Verstromung von Biomasse belohnt, welche aktuell aber fast nur durch die Monokulturen der Raps- Maisanpflanzungen bestückt werden. Wobei Raps vor allem zur Herstellung von Biokraftstoffen herangezogen wird. Weiterhin tragen die Rotoren der Windkraftanlagen erheblich zur Dezimierung von Fluginsekten bei! Zu Verantworten haben das die gleichen Politiker, die jetzt den Schuldigen für diesen, von ihnen herbeigeführten Wahnsinn, suchen!
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