Allgemeine Berichte | 24.01.2018, 11:02 Uhr

Hans Werner Meurer leitet das Jugendorchester im Drachenfelser Ländchen

Nachwuchs wird ganz gezielt gefördert

Für die Streicher wurde wegen der hohen Dominanz bei anspruchsvollen Orchesterstücken eine eigene Gruppe aufgebaut.CEW
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Wachtberg. 33 Jahre ist es her, dass das Schicksal Hans Werner Meurer und die musizierende Jugend in Wachtberg zusammengeführt hat. „Wir haben als winziges Ensemble begonnen“, berichtet der Orchesterleiter. „Ein paar Blockflöten, eine Klarinette, eine Geige, eine Querflöte und ein Cello. Wir waren zwölf oder 13 Leute.“ Jetzt, nach über drei Jahrzehnten engagierter Arbeit, proben und spielen im Schnitt 20 bis 30 Musiker zusammen. Das Entscheidende dabei sei aber nicht die Anzahl der Mitstreiter, sondern die Besetzung, erklärte der erfahrene Liebhaber der Musik. Früher hat Hans Werner Meurer Stücke extra für die vorhandene Besetzung umgeschrieben, um wohlklingende Stücke auf die Bühne zu bringen. Das Ergebnis des langjährigen Aufbaus im Drachenfelser Ländchen kann sich heute sehr gut sehen lassen. In einer ausgewogenen Zusammensetzung spielen heute Flöten, Klarinetten, Oboen, Fagotte, Posaunen, Horn, Trompeten, Geige, Bratsche, Cello, Kontrabass und Schlagzeug große Orchesterstücke von großen Komponisten in unveränderter Form. So habe bereits das Jugendorchester eine Besetzung, wie sie auch zu einem Sinfonieorchester gehört.

Hans Werner Meurer hat sich die Jugendförderung nicht nur im Rahmen der Proben für sein Jugendorchester auf die Fahne geschrieben. Um die Musik möglichst vielen jungen Menschen nahezubringen, organisiert er Aufführungen in Schulen. Er fügt in seine Moderationen einen großen Bildanteil und kindgerecht gut dosierte Erklärungen zur Musik im Allgemeinen und zu vor Ort gespielten Stücken ein.

Durch Mundpropaganda und durch solche Vorführungen habe das Orchester mittlerweile einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht. „Wir sind ein freies Orchester ohne direkte Kontakte zu Schulen“, berichtet Meurer. Die Kinder stammen alle aus verschiedenen Schulen und haben im Jugendorchester ein musikalisches Zuhause gefunden.

„Wir haben heute einen eigenen Ausbildungsbereich mit rund 30 Schülern, die von Profilehrern unterrichtet werden“, berichtete der Orchesterleiter über die Förderung des Nachwuchses. Vor etwa acht Jahren sei damit angefangen worden. Mittlerweile wurde ein Vororchester besonders für Streicher gegründet, in dem die jüngeren Spieler erste Orchestererfahrungen sammeln können und so auf das Spiel im Jugendorchester vorbereitet werden.

Die meisten Stücke seien streicherdominiert, sodass auf jenen ein großes Augenmerk liege, erklärte Meurer. Um den Kindern den Übertritt in das große Ensemble zu erleichtern, gibt es für die Streicher diese besondere Gruppe, die Regula Sager leitet. Häufig proben und üben die Streicher fünf bis sieben Jahre in dieser Gruppe, ehe sie den großen Sprung zu den erfahrenen Musikern erfolgreich wagen. Die vielen Aktivitäten des Jugendorchesters und des Individualunterrichts spiegelten sich am Probenabend in der gesamten Hans-Dietrich-Genscher-Schule wider, in der etliche Räume durch Musikschüler und ihre Lehrer besetzt waren.

In einem neuen Schritt führte der Jugendleiter kürzlich eine Art Mini-Orchester für die Kleinsten ein, die gerade einmal ein halbes Jahr spielen. So könnten auch jene schon mit wenig Erfahrung erste Ensembleerfahrungen sammeln. Außerdem erleichtere ihnen dieser Schritt den späteren Übertritt ins gemeinsame Spiel mit den erfahreneren Musikern.

Die Kinder und Jugendlichen kommen zum größten Teil aus Wachtberg selbst und treffen sich - je nach zu spielendem Instrument und je nach individuellen Fähigkeiten - ein bis zwei Mal pro Woche zu gemeinsamen Proben, aber zum Teil auch zum Einzelunterricht. Eine ausgewogene Mischung an Instrumenten ist schon in der Förderung zu erkennen. Selbstverständlich kosten all dieses Engagement sowie die Profilehrer Geld. Zu einem kleinen Teil werden die Kosten durch Mitgliedsbeiträge finanziert. Ohne weitere Zuwendungen wäre eine solch versierte Arbeit jedoch nicht möglich. Die Volksbank habe durch eine größere Spende viele Aktivitäten und Förderungen gerade der Kleinsten überhaupt erst möglich gemacht. Auch die Gemeinde fördert finanziell und durch die nutzbaren Räumlichkeiten diesen künstlerischen Kraftakt.

Für Hans Werner Meurer persönlich ist das jahrelange Engagement lebensfüllend. Er betreut das Jugendorchester, das Kammerorchester und als Lehrer auch die Schule im musischen Bereich. Er fasste seine Motivation zusammen: „Es ist immer schön, mit vielen jungen Leuten auf den Weg zu gehen und immer wieder viele junge Leute an Musik heranzuführen.“

Auch die Jüngsten sind bei den Proben konzentriert dabei.

Auch die Jüngsten sind bei den Proben konzentriert dabei.

Hans Werner Meurer leitet das Jugendorchester seit über drei Jahrzehnten.

Hans Werner Meurer leitet das Jugendorchester seit über drei Jahrzehnten.

Für die Streicher wurde wegen der hohen Dominanz bei anspruchsvollen Orchesterstücken eine eigene Gruppe aufgebaut.Fotos: CEW

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