Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Tollitäten bewiesen Ideenreichtum bei der Rathauserstürmung

Närrische Machtergreifung

Im Anschluss feierte man gemeinsam bei Sektempfang und Party im evangelischen Gemeindezentrum

24.02.2020 - 10:45

Lahnstein. Der Ideenreichtum der Lahnsteiner Tollitäten zur Erstürmung des Rathauses am Schwerdonnerstag scheint nie zu versiegen. In jedem Jahr gibt es am Fuße der Martinskirche in Oberlahnstein ein neues Gerangel um den Einlass in das Verwaltungsgebäude. So erlebten es auch jetzt wieder die zahlreichen Zuschauer, die das traditionell von der „Närrischen Turmgarde 1980“ organisierte bunte Treiben beobachteten und unterstützten.

Weil bekannt ist, dass das Rathaus nicht leicht einnehmbar ist, zogen die närrischen Hoheiten pünktlich um 11.11 Uhr mit mannigfacher Unterstützung auf. Neben dem vorausgehenden Trommlerzug der Turmgarde kamen die Abordnungen der Lahnsteiner Garden genau so hinzu wie der Lahnsteiner Möhnenclub Immerfroh sowie karnevalistischer Hochadel und Gardisten aus Filsen, Braubach, Kamp-Bornhofen, Osterspai und anderen Orten aus der Region. Nicht einmal den Mainzer Karnevalisten war der Weg zu weit.

Von dort entsandt kamen nach Lahnstein Mitglieder der Kürassier Garde der Brunnebutzer und der Mainzer Ranzengarde, die zur Hilfeleistung wie gehabt die Konfettikanone mitbrachten.

Auf der Kirchstraßen-Bühne gegenüber des Rathauses nahmen samt Hofstaatsangehörigen Aufstellung Seine Tollität Prinz Michael V. vom Elferratsschloss und Ihre Lieblichkeit Lahno-Rhenania Linda I. sowie Kinderprinz Cornelius I. mit Kinder-Lahno-Rhenania Merle I.


Karneval verbindet Generationen


„Karneval ist doch nicht langweilig, sondern er bedeutet, Tradition zu pflegen und verbindet die Generationen“, hörte man jetzt die NTG-Dame Tatjana Fuchs zu der jungen Vereinskollegin Ronja Hömberger neben sich sagen. Offenbar gab es hier zunächst einen Generationenkonflikt zu klären. Das Thema aufgreifend, fügte der aus dem Rathausfenster schauende Oberbürgermeister Peter Labonte hinzu: „Das Brauchtum Karneval darf nicht zu einer beliebigen Partykultur verkommen!“ Karneval bedeute pure Lebensfreude und sehr viel mehr als nur Alkohol und Party. „Er ist für uns ein Stück Heimat!“ Den Worten folgte eine fröhliche Schunkelrunde mit unzähligen Helaus, währen die Tollitäten die Front der Garden abschritten. Nun konnte das Gefecht um das Rathaus richtig losgehen. Prinz und Oberbürgermeister trugen es zunächst mit Worten aus, indem sie sich über Größe und Statur des jeweils anderen lustig machten. Dabei hatte auch der Rabenkönig allerhand einzustecken. Als solcher stand am Rathausfenster neben dem Oberbürgermeister der Stadtbürgermeister von Braubach, Joachim Müller. Ihm lag die Verteidigung des Lahnsteiner Rathauses mindestens ebenso am Herzen wie dem Kollegen, schließlich war er im Besitz des Lahnsteiner Stadtschlüssels, den er kürzlich bei der Inthronisierung des Tollitätenpaares geklaut hatte. Um wenigstens die Möhnen schon mal loszuwerden, bot OB Labonte ihnen das Braubacher Gold an – erfolglos. Nicht einmal der Hinweis darauf, dass die Stadt Lahnstein arm wie eine Kirchenmaus ist, zeigte Wirkung.


Mit Charme und Liedvorträgen


Stattdessen versuchten jetzt Tollitäten und Kindertollitäten mit Charme und Liedvorträgen, das Öffnen der Rathaustür zu erwirken, um den Narren dahinter endlich einmal den Spiegel vorzuhalten. Derart engagierte Karnevalisten, die zur Rechenschaft ziehen und die ungeschminkte Wahrheit sagen, wünschte der OB so manchem autoritären Staatsmann in der Welt. Die närrische Jugend zeigte allerdings wenig Interesse, sondern feierte weiterhin tanzend und klatschend Party und amüsierte sich beim Selfie-Machen. Weil sich damit ganz sicher kein Rathaus einnehmen lässt, kamen die Luftschlangen und Konfetti schießende Kanone sowie mit Beil und Dietrich bewaffnete Gardisten zum Einsatz. Wieder erfolglos. Schadenfreude machte sich im Rathaus breit und Labonte wollte die Narren einfach nach Hause schicken, denn im Rathaus gebe es schon genug von ihrer Sorte.

Aber er hatte die Rechnung nicht mit der Hartnäckigkeit der Frauen gemacht. Denen war jetzt klar, dass sie nur ins Rathaus kommen, wenn sich Alt und Jung zusammentun. „Für Euch geben wir alles, liebe Tollitäten“, sagten sie, zückten ihr Taschenmesser und schafften es tatsächlich. Der Weg ins Rathaus war frei und schon bald konnte man die Standarten der Garden im Rathausfenster sehen. Mit reichlich Bestechungsschätzen gelang es dem Oberbürgermeister, sich freizukaufen. So konnte er hernach mit den Tollitäten gemeinsam die närrische Machtergreifung feiern. Die Prinzenpaare regierten bereits von seinem Schreibtisch aus die Stadt. Garden und Narrenvolk ließen König Karneval bei einem kleinen Sektempfang im Rathaus und hernach mit einer Party im evangelischen Gemeindezentrum hochleben.

BSB

Artikel bewerten

rating rating rating rating rating
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag erstellen zu können.
Weitere Berichte

Sieben weitere Infektionen mit dem Coronavirus

Kreis Mayen-Koblenz. Mehr als 130 Personen in Stadt und Landkreis gelten als genesen - Die Anzahl positiver Coronafälle in Koblenz und im Landkreis Mayen-Koblenz ist von Donnerstag- auf Freitagabend um 7 auf insgesamt 416 angestiegen. Davon gelten mittlerweile mehr als 130 Menschen als genesen. Die Anzahl der Genesenen basiert auf einer statistischen Berechnung, bei der das Datum des positiven Laborbefundes vor 15 Tagen als Grundlage genommen wird. mehr...

LKA und Verbraucherzentrale informieren

Abzock-Maschen rund um Corona

Mainz. Das Corona-Virus legt derzeit das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben in Deutschland, Europa und weiteren Teilen der Welt lahm. Das führt zu Verunsicherung bei vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern und ruft Kriminelle auf den Plan, die dies gezielt auszunutzen. In einem Web-Seminar am Donnerstag, den 9. April, informieren die Verbraucherzentrale und das Landeskriminalamt (LKA) Rheinland-Pfalz über aktuelle Maschen. mehr...

Weitere Berichte
83 infizierte Personen im Kreis Ahrweiler

Aktuelle Zahl der nachgewiesenen Coronainfektionen im Kreis AW

83 infizierte Personen im Kreis Ahrweiler

Kreis Ahrweiler. Seit Freitag, 3. April, gibt es im Kreis Ahrweiler einen weiteren positiven Fall mit nachgewiesener Coronainfektion aus der Verbandsgemeinde Brohtal. Damit erhöht sich die Anzahl der bisher mit dem Virus infizierten Personen auf 83. Bisher gibt es bedauerlicherweise einen Todesfall. mehr...

Änderung der Öffnungszeiten der Fieberambulanz

Corona:153 positive Fälle im Kreis Neuwied

Änderung der Öffnungszeiten der Fieberambulanz

Kreis Neuwied. Die Fieberambulanz in Neuwied ist seit fast drei Wochen in Betrieb. Insgesamt wurden bisher 1.228 Personen auf eine Corona-Infektion getestet. Im Landkreis Neuwied sind bisher insgesamt 153 positive Fälle registriert, darunter zwei Todesfälle. mehr...

#Herzbrief –
Jugend teilt Gemeinschaft

Altendorf-Ersdorfer Schützenjugend schreibt Briefe und Bastelt für Senioren

#Herzbrief – Jugend teilt Gemeinschaft

Altendorf/Ersdorf. Die COVID-19-Krise ist in aller Munde und jeder ist von ihr betroffen. Der Verzicht auf soziale Kontakte, trifft besonders jene Menschen, die alleine leben und hier besonders die, die in den Medien als Risikogruppe gelten. mehr...

Politik

AfD Neuwied

Zoo muss unterstützt werden!

Neuwied. Aufgrund der Corona-Krise fürchten auch Zoos und Tierparks um ihre Existenz. Zum Ausgleich der mangelnden Einnahmen bei gleichzeitig hohen laufenden Kosten fordert der Verband der Zoologischen Gärten 100 Millionen Euro Soforthilfe. mehr...

Für eine solidarische Pflege

Grüne Koblenz

Für eine solidarische Pflege

Koblenz. Der Kreisverband Koblenz setzt sich für eine lebendige Hochschullandschaft in unserer Region ein. Wir wollen dafür sorgen, dass sie uns erhalten bleibt und diskutieren, wie sie weiterentwickelt werden können. mehr...

Bundesagentur für Arbeit - Jobcenter Neuwied

Corona-Krise: Neuregelungen in der Grundsicherung

Kreis Neuwied. Der Gesetzgeber hat aufgrund der aktuellen Lage ein Sozialschutzpaket beschlossen. Es erleichtert unter anderem den Zugang zu Leistungen der sozialen Grundsicherung. Außerdem gibt es eine kostenfreie Sonderhotline für Selbstständige, Freiberufler und alle Betroffenen. mehr...

Sport

TSV-Lay Karatekas mit Online-Training

Schwierige Zeiten erfordern manchmal ungewöhnliche Maßnahmen

Koblenz. Letzte Woche fanden die ersten Online-Trainingseinheiten der Karateabteilung des TSV Lay statt. Aufgrund der aktuellen Entwicklung bei der Ausbreitung des Coronavirus sah sich auch der TSV Lay gezwungen, den Trainingsbetrieb bis auf weiteres einzustellen. mehr...

Hideg auch weiterhin auf der Kommandobrücke

SG OASF/Barweiler

Hideg auch weiterhin auf der Kommandobrücke

Barweiler. Fabian Hideg wird auch in der kommenden Spielzeit 2020/2021 als Trainer der Seniorenmannschaft der SG OASF/Barweiler fungieren. Er geht damit im Sommer in seine vierte Saison als verantwortlicher Übungsleiter der Spielgemeinschaft. mehr...

SV Wachtberg 1922 e.V.

Corona-Krise: Die Gesundheit geht vor

Wachtberg. Das Coronavirus hat alle im Griff. Der Alltag wird entschleunigt und die schönste Nebensache der Welt – der Vereinssport - ist für unbestimmte Zeit stillgelegt. „Die aktuelle Situation ist für den SV Wachtberg als schwierig zu bezeichnen“, so der geschäftsführende Vorstand Bruno Frings. mehr...

Wirtschaft
Kreissparkasse Mayen legt Spendenfonds auf

- Anzeige -Unterstützung für Ehrenamt in der Corona-Krise

Kreissparkasse Mayen legt Spendenfonds auf

Mayen. Die Corona-Krise geht weiter und fordert auch alle Bürgerinnen und Bürger in der Region. Neben dem Stillstand und den Sorgen der Menschen entsteht aber auch enorm viel Hilfsbereitschaft und Gemeinsinn. mehr...

- Anzeige -Unterstützung in schwierigen Zeiten

Corona-Hilfe für Privatkunden

Mayen. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der aktuellen Corona-Krise belasten nicht nur die Unternehmen und Selbstständigen, sondern können auch bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern kurzfristig zu finanziellen Engpässen führen. mehr...

- Anzeige -Coronavirus: Volksbank RheinAhrEifel sorgt vor

Bargeldversorgung und Zahlungsverkehr sind gesichert

Region. Um bei der Eindämmung des Coronavirus weiter aktiv zu unterstützen, reduziert die Volksbank RheinAhrEifel eG die Öffnungszeiten ihrer aktuell noch geöffneten 15 Filialen. Ab dem 2. April 2020... mehr...

Lesen Sie Jetzt:
Umfrage

Wie sehen Sie die aktuellen Entwicklungen aufgrund des Corona-Virus?

Mit Besorgnis.
Entspannt und eher optimistisch.
Mit großer Verunsicherung.
985 abgegebene Stimmen
aktuelle Beilagen
 
Kommentare
S. Schmidt:
Ohne eine minimale Disziplin der Staatsbürger gerät diese Spaß- und Null-Risiko-Gesellschaft nun an den Rand des Scheiterns. Über die Jahre hat sich diese höchst fragwürdige Einstellung gegenüber Recht und Ordnung, Disziplin und Sorgfalt ausgebildet, ja sogar Menschen dies danach lebten und verlangten wurden in die „rechte“ Ecke phantasiert. Nun ist „Not am Mann“ und wir können in Teilen unserer Gesellschaft nicht auf ebendiese Tugenden zurückgreifen, die aktuell zum Schutz der Risikogruppen gebraucht werden.
juergen mueller:
Ja - Frau Dreyer, wissen WIR. Und da müssen WIR durch - auch ohne die andauernden Ermahnungen der Politik, auch wenn diese aufgrund der Uneinsichtigkeit eines Teiles der Bevölkerung man als notwendig erachtet. Sieht man sich die Medien an, dann geht alles an u.für sich normal weiter. Da ist ein Xavier Naidoo tagtäglich präsent in den Medien - dessen rechtspopulistische Gesinnung jedem bekannt sein müsste,der sich seine Texte einmal näher verinnerlicht,der jahrelang hofiert wird,dem seine Alben aus den Händen gerissen werden,ohne sich Gedanken darüber zu machen,was hinter seinen Texten wirklich steckt,einer,der mit der Blödheit u.auf Kosten seiner Fan`s zum Millionär geworden ist, einer, der mit seinen vermeintlich geistreichen Texten nur eines im Sinne hat, von seiner eigentlichen Gesinnung abzulenken, die er zu gegebener Zeit offen zur Schau tragen kann.
Jean Seligmann:
Ja, die gute alte SPD, auch sie hat sich verändert. So biedert sich Frau Esken bei den Linken an indem sie jetzt, wo viele Menschen vieles verlieren und gigantische Vermögenswerte vernichtet werden, eine Vermögensabgabe zur "Abmilderung der Coronafolgen" fordert. Gehts noch?

Kommunalpolitik und Corona

juergen mueller:
Man sollte sich auch einmal in Krisenzeiten darüber im Klaren sein, dass man nicht auf die Kommunalpolitik angewiesen ist zu wissen, was falsch oder richtig ist, sondern einzig u.alleine der gesunde Menschenverstand zählt,den nicht jeder besitzt,was die Ausnahme sein dürfte.Politiker sind auch nur Menschen,die zwar meinen,etwas besser zu wissen u.für unser Wohl zu entscheiden,aber eben nur Menschen,die letzten Endes genauso Fehler in ihrem (ich-bezogenen) Denken machen,wie wir ebenso. Sich alleine auf das Denken anderer zu verlassen,vor allem politisches,damit macht man es sich zu einfach,beraubt sich seiner eigenen Selbstständigkeit u.liefert sich den Fehlern anderer aus.
Service
LESETIPPS
GelesenEmpfohlen
Anzeige Online bestellen

Geben Sie Ihre Anzeige in wenigen Schritten einfach selbst auf - Rund um die Uhr auf unserer Online-Anzeigenaufgabe! Wählen Sie hier einfach die passende Rubrik aus.