Allgemeine Berichte | 04.11.2021, 13:33 Uhr

Naturschutzgebiet Ahrmündung

Natürliche Lebensräume für bedrohte Tier- und Pflanzenarten erhalten

Das Gebiet der Ahrmündung vor der Flutkatastrophe. Foto: Archiv ROB
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Sinzig. Durch die Flutkatastrophe im Juli sind im Naturschutzgebiet „Ahrmündung“ bei Sinzig große Mengen an Holz, Müll und anderem Schwemmgut abgelagert worden. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer haben mit enormen Engagement naturschonend von Hand bereits große Mengen an Müll aus dem Gebiet entfernt. Auch Landesforsten Rheinland-Pfalz war tätig und hat Holz zur Seite geräumt, um an gefährliche Abfälle und Treibgut heranzukommen.

In einem Gespräch zwischen dem Ersten Kreisbeigeordneten Horst Gies MdL, der Landesvorsitzenden des Naturschutzbundes NABU Cosima Lindemann, Vertretern des Beirats für Naturschutz des Kreises Ahrweiler sowie Mitarbeitenden der Unteren und Oberen Naturschutzbehörde (Kreisverwaltung und Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord) wurde nun das weitere Vorgehen im Naturschutzgebiet besprochen. Das Ergebnis: Eine vollständige Räumung des Gebiets ist aus ökologischer und naturschutzfachlicher Sicht nicht notwendig. In diesem speziellen Fall wäre sie sogar kontraproduktiv. Denn durch schweres Gerät würden viele natürliche Strukturen wie Kiesbänke oder Totholzablagerungen zerstört und der Boden verdichtet.

Unbestritten ist jedoch, dass gefährliche Abfälle wie beispielsweise Ölfässer oder Chemikalien aus dem Gebiet entfernt werden müssen. Kleinere Mengen Plastik, zum Beispiel zwischen Baumstämmen, können hingegen aus naturschutzfachlicher Sicht toleriert werden.

In der zweiten November-Hälfte wird eine weitere Abstimmung zwischen den zuständigen Naturschutzbehörden sowie dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt erfolgen. Bei diesem Termin soll festgelegt werden, wie viele der natürlichen und auentypischen Strukturen im Gebiet verbleiben können, ohne dass bei einem erneuten Hochwasser Gefahren für die Rheinschifffahrt entstehen könnten.

Zum Hintergrund: Schutzzweck des Naturschutzgebietes „Mündungsgebiet der Ahr“ bei Sinzig ist der Erhalt des natürlichen Mündungsgebiets der Ahr mit seinen Wasser-, Sand- und Schlammflächen. Diese bieten Lebensraum für bedrohte Pflanzen- und Tierarten. Durch die natürliche Flussdynamik verändert sich das Gebiet stetig, gleichzeitig entstehen durch das Ab- und Umlagern von Sand, Flussschotter und Totholz neue Strukturen. Auf diesen sogenannten „Rohbodenstandorten“ leben zahlreiche Pflanzen-, Käfer-, Libellen- und Vogelarten, die mittlerweile sehr selten sind, da nur noch wenige europäische Flüsse nicht in ihrem Lauf verändert und an den Ufern verbaut wurden.

Pressemitteilung

Kreisverwaltung Ahrweiler

Das Gebiet der Ahrmündung vor der Flutkatastrophe. Foto: Archiv ROB

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