Auswahl deutscher Amateurfilme im Bahnhof Bad Breisig präsentiert
Natur, Liebe und Alltagsprobleme in bewegten und bewegenden Bildern
Bad Breisig. Zum dritten Mal hatte der Film- und Fotoclub Ahrweiler den quellenstädtischen Jugend- und Kulturbahnhof als Forum für die Präsentation von „Deutschlands preisgekrönten Amateurfilmen“ ausgewählt. Die Initiatoren wurden vertreten durch die Vorstandsmitglieder Norbert Natschke und den als Moderator fungierenden Harald Trinkaus. Die Technik besorgte Uli Kneiper, und der Pianist Peter Nagel aus Sinzig unterhielt in den Pausen mit gekonnt interpretierter Klaviermusik. Das Weinhaus Peter Lingen aus Bad Neuenahr bewirtete als Sponsor der Veranstaltung die Besucher mit Weinen.
Ein höchst interessierter Kreis von etwa 70 Besuchern, darunter MdL Guido Ernst und Stadtbürgermeisterin Gabriele Hermann-Lersch, aber auch viele Dokumentarfilmer aus dem Familien- und Freizeitbereich, hatten zwei Stunden lang ihre Freude an den kreativen, oft künstlerischen Streifen, die über die großformatige Leinwand flimmerten. Das heißt: Die Bilder „flimmern“ im Zeitalter der digitalen Aufnahmen ja gar nicht mehr; es ist vielmehr ein Vergnügen, was die ausgereifte Technik und Elektronik der modernen Aufnahme- und Wiedergabegeräte an Qualität möglich macht. Aber: Keine außergewöhnliche Leistung ohne den fantasievollen, mit Begeisterung und Können auf seine Arbeit eingestellten Filmer.
Witziges und Nachdenkliches
Was gezeigt wurde, war eine Auswahl der besten Streifen von den „73. Deutschen Filmfestspielen“. Es ist schon erstaunlich und bemerkenswert, was Amateure mit ihren Objektiven festhalten und per Nachbearbeitung und Vertonung präsentierfähig gestalten. Was zum Beispiel Georg Bock an Naturaufnahmen in den „Pegnitz-Auen“ gefilmt und liebevoll kommentiert hat, forderte einen ersten Beifallssturm der Zuschauer heraus. Witzige Kurzfilme, wie zum Beispiel die „Verkehrskontrolle“ von Jürgen Haase dienten der Auflockerung des Programms, das unter anderem mit dem Streifen „Malik“ von Thomas Bünger auch durchaus inhaltlich irritieren konnte. Der Trickfilm „Watched“ von Richard Forstmann ist ebenso gut gemacht wie beklemmend im Thema: „Wir alle sind überwacht.“
Einer der Höhepunkte: die prachtvollen Naturaufnahmen aus den frühlingshaften norwegischen Fjorden. Da hatte Gerhard Amann tolle Bilder eingefangen. Nach dem frechen Witzfilm „Ein schöner Abend“ des augenscheinlichen Fußballfreundes Frank Melchert gab es Nachdenkliches zu sehen: Der Film „Unten durch“ von Friedrich Tiedtke geißelt die Respektlosigkeit gegenüber dem Alter – von der Darstellung her perfekt gelungen. Der Film „Das stärkste Gefühl“ von Enrico Kurz macht die Liebe zum Thema, und der Kurzfilm „Die Lesestunde“ von Uwe Ortgies zeigt lustig den Schulrat beim Besuch der „I-Dötzchen“. Schließlich beschäftigt sich der 20-minütige Film „Die Unterschiede“ mit dem Urthema: „Was unterscheidet Boys und Girls?“ Sehenswert und lustig angepackt.
Die Begegnung mit den besten deutschen Amateurfilmen war insgesamt ein gelungener, mit viel Beifall bedachter Abend, und nicht wenige der Besucher fragten, ob auch im kommenden Jahr die Hobby-Filmer sich die Quellenstadt wieder als Forum aussuchen werden. Viele würden sich darüber freuen.
FA
Peter Nagel sorgte am Klavier für die passende musikalische Begleitung.
