Festivaldebut in Alsbach
Natur pur zwischen Kunst und Musik
Waldkiez Open Air vereinte Kunst und Kultur
Alsbach. Tomorrowland, Rock am Ring, Nature One. Es gibt viele Festivals überall in Deutschland. Die Musik unterscheidet sich mal mehr, mal weniger. Aber im Prinzip sind sie alle gleich. Jemand performt auf der Bühne, die Menge steht darunter und feiert. Es gibt Essen und Getränke und ein weitläufiges Gelände. Da ist es bereits etwas Besonderes, wenn so etwas auch hier im Westerwald stattfindet. Dass dann noch einige zusätzliche Highlights, die auf anderen, populären Festivals nicht geboten werden, dazu kommen, könnte ein kleines Festival schon bald ganz groß werden lassen. Beim Waldkiez Open Air inmitten des Alsbacher Waldes wurde ein bunter Mix aus Kunst, Kultur und Musik präsentiert.
Los ging es Samstagmittag und bis tief in die Nacht wurde ausgelassen gefeiert. Viele Bands und DJs aus der Region kamen und sorgten für gute Stimmung im Publikum. Unter anderem fanden auch bekannte Bands wie Elastiq, die bereits im Radio zu hören sind, den Weg in das kleine Dörfchen. Besonders wurde das regionale Festival durch sämtlich Künstler, die ihre Werke präsentierten, aber auch die Besucher mit einbanden. So ging Jan Fritzsche mit einigen Interessenten durch den Wald auf die Suche nach irgendetwas, woraus man Kunst machen kann. Und diese Gegenstände wurden später zu einem Kunstwerk zusammengebastelt. Aber auch Bildende Kunst wurde an einem Stand von HK-Art gemalt und ausgestellt. Zwei Graffiti-Sprayer hinterließen ein beeindruckendes Kunstwerk auf einer riesigen gespannten Folie. Das schattige Festival-Gelände bot genug Platz zum Tanzen, Malen und Feiern, aber auch eine große Wiese zum Entspannen. Den bekannteren Festivals stand es damit an Programm in nichts nach. Leider an Besuchern. Die kamen und gingen verteilt über den ganzen Tag, sodass sich das Gelände erst gegen Abend richtig füllte. Aber jede große Veranstaltung hat einmal klein angefangen.
Vor einigen Jahren fing alles an mit einer Idee, beziehungsweise einem Wunsch, wie Veranstalter Sahin erzählte, an. Jeden Tag ging er von seiner Arbeit in Höhr-Grenzhausen nach Nauort zu Fuß und ihm war die Gegend nicht aufregend genug. Es wäre klasse, gäbe es hier etwas wie ein Festival oder eine Art Musikveranstaltung. Und so wurde aus einem Wunsch ganz schnell ein Konzept und die eigentliche Veranstaltung ließ nicht mehr lange auf sich warten. Plan dabei war, Kunst und Kultur zu vereinen. Verschiedene Genres und Musikstile sollten gemischt werden und damit eine fusionierte Version von Musik und Kultur entstehen. Alle Künstler der Umgebung waren eingeladen und es sollte so bunt und pluralistisch wie möglich gehalten werden. Dass beim ersten Mal weder tausende Besucher, noch unzählige Künstler kommen, war Sahin, der selbst als DJ unter dem Namen Sahin Laselle auflegte, und seinem Mitveranstalter Jules, ebenfalls DJ, vornherein klar. Aber es solle in den Jahren wachsen, größer und schöner werden. Die sehr heimatverbundenen Jungs sahen den Wald von Alsbach als perfekte Location. „Wo ist es schöner als im Westerwald?“, so Jules.
Im nächsten Jahr soll es wieder stattfinden und dann sollen neben mehr Besuchern auch mehr Künstler kommen. Egal, ob die typische Kunst des Kannenbäckerlandes, die Keramik, Bildhauerei oder sonstige künstlerische Entfaltung, beim Waldkiez in Alsbach ist jeder herzlich willkommen. Und wer weiß, vielleicht werden in einigen Jahren Menschen aus und Künstler aus aller Welt eingeflogen, um im Wald in Alsbach friedlich und bunt gemischt zusammen zu feiern.
Im Wald in Alsbach durfte sich jeder entfalten, wie er wollte.
