Umweltstiftung des Kreises legt Weinbergsbrachen zwischen Alken und Niederfell frei –
Naturschutzgroßprojekt nimmt Fahrt auf
Land bewilligt über 1 Million Euro
Kreis MYK. Die steilen Weinbergshänge prägen die Landschaft im Moseltal. Touristen kommen zum Teil von weit her und genießen nicht nur den Wein, sondern staunen über die extremen Arbeitsbedingungen der Winzer in diesen Steillagen. Die Weinberge sind ein unverzichtbarer Teil der Kulturlandschaft an der Mosel. Doch Teilbereiche dieser einzigartigen Landschaft sind in Gefahr – denn die aufgegebenen Weinbergsterrassen wachsen zu. Im Bereich der Ortsgemeinden Alken und Niederfell soll sich das nun ändern: Die Stiftung für Natur und Umwelt des Landkreises Mayen-Koblenz hat ein Naturschutzgroßprojekt entwickelt, mit dem die Weinbergshänge in den nächsten 15 Jahren entbuscht und gepflegt werden sollen.
In Alken stellten Vertreter der kreiseigenen Stiftung und der Struktur- und Genehmigungsdirektion dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rhein-Mosel, Bruno Seibeld, und Vertretern der Ortsgemeinden das Projekt vor. In den Weinbergsbrachen findet sich bis auf kleine Teilflächen heute nur ein struktur- und artenarmer Gehölzbestand. Die Flächen, deren Eigentümer das Land Rheinland-Pfalz ist, sollen so freigestellt und entwickelt werden, dass sie zum Lebensraum für zahlreiche gefährdete und seltene Vogelarten, wie zum Beispiel die Zippammer sowie für zahlreiche Reptilien- und Schmetterlingsarten werden.
Finanzielle Förderung kommt von der Stiftung für Natur und Umwelt des Landes Rheinland-Pfalz, bei der die Gelder aus Ersatzzahlungen für Eingriffe in Natur und Landschaft verwaltet werden.
„Die von der SGD Nord zur Verfügung gestellten knapp 1,1 Millionen Euro ermöglichen, die inzwischen stark verbuschten Weinbergsbrachen freizustellen und langfristig offen zu halten. So schaffen und sichern wir nicht nur strukturreiche Lebensräume für zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Wir leisten darüber hinaus auch einen wichtigen Beitrag dazu, die Kulturlandschaft mit ihrer einzigartigen, auch für den Tourismus attraktiven Flora und Fauna zu sichern“, erklärt Dr. Ulrich Kleemann, der Präsident der SGD Nord.
„Wir freuen uns, dass das Land uns die Mittel zur Verfügung stellt. Das zeigt, dass man uns diese Mammutaufgabe aufgrund unserer bisherigen guten Arbeit zutraut“, sagt Burkhard Nauroth, Erster Kreisbeigeordneter und Vorstandsvorsitzender der kreiseigenen Stiftung. „Wenn alles gut läuft, kann noch in diesem Jahr mit den ersten Freistellungsmaßnahmen begonnen werden. Wir werden mit Sicherheit einen langen Atem brauchen. Ein Projekt dieser Größenordnung kann nur erfolgreich sein, wenn es jemanden gibt, der sich nachhaltig kümmert. Und wir übernehmen die Rolle des ‚Kümmerers‘ sehr gerne“, so Nauroth weiter.
Bruno Seibeld und die Vertreter der Ortsgemeinden zeigten sich beeindruckt von dem, was in den nächsten 15 Jahren in den alten Weinbergen geschehen soll. „Die Terrassenlandschaft gehört einfach zu unserer Region. Durch das Projekt der Kreisstiftung wird der hohe Erholungswert von Natur und Landschaft dauerhaft sichergestellt und unsere regionale Identität gestärkt“, so der Bürgermeister.
Dipl.- Biologe Jörg Hilgers (2.v.l) stellte dem Ersten Kreisbeigeordneten Burkhard Nauroth (rechts), Dr. Roland Pietsch, Referatsleiter Obere Naturschutzbehörde SGD Nord (2.v.r) und Bürgermeister Bruno Seibeld (links) einige Maßnahmen des Naturschutzprojektes vor.
Bei einer Ortsbegehung konnte ein Überblick über die Projektflächen gewonnen werden.

Nicht zu fassen. Die Deutschen mit ihrem falschen Verständnis für Umwelt- und Naturschutz.WARUM lässt ihr es nicht so wie es ist und der Natur u.ihren Lebewesen gut tut?Was hier Fahrt aufnimmt ist dieses immerwährenden falsche Bedürfnis,der Öffentlichkeit entgegen einem "normalen" Naturschutz zeigen zu wollen,dass in unserem Land Recht u. vor allem Ordnung herrscht u man dafür Millionen ausgibt. Einfach nur kontraproduktiv und ... Ja, krank.
Umwelt- und Naturschutz? Sollten sich nicht die „inzwischen stark verbuschten Weinbergsbrachen“ gerade durch die Rückumwandlung zum ursprünglichen Bewuchs, welcher bereits vor dem Eingriff durch den Menschen sich dort befand, wieder langfristig in ein Refugium für bedrohte Tier- und Pflanzenarten entwickeln?