Karnevalsvereinigung versprüht mit fulminantem Programm pure Lebenslust
Nauorter Narren melden sich mit einem Feuerwerk zurück
Nauort. Er wurde doch sehr vermisst – der heimische Karneval. Exakt 1085 Tage nach der letzten Sitzung im Jahr 2020 kehrte der Sitzungskarneval auf die Nauorter Bühne zurück. Die Karnevalsvereinigung Nauort hatte unter dem Sessionsmotto „Die Kugel rollt, die Bunn‘, die lacht – Nauort feiert Fassenacht“ geladen, und die Aktiven durften in der restlos ausverkauften Turnhalle ihr Bestes geben. Zum Auftakt zog der Elferrat unter der Führung des Sitzungspräsidenten Klaus-Peter Goebel, der gewohnt souverän und schlagfertig durch das Programm führte, in Begleitung der Funkemariechen und der Garde zu den Klängen des Musikvereins Nauort in die Halle ein.
Mit einem Funkemariechen-Tanz der Extraklasse brachte Chiara Blech das Publikum sofort in Stimmung, bevor Tim Kuppler in seiner Rede das politische Geschehen betrachtete. Die Ex-Prinzen (Janik Felsing, Rafael Münzer, Benjamin Schmitz und Silas Schmitz) überzeugten mit dem Lied „Auf der Vogelwiese“. Dann erhoben sich die Narren zu Ehren des Nauorter Kinderprinzenpaares. Die Karnevalsvereinigung stellt zum 27. Mal in Folge ein Tollitätenpaar, in diesem Jahr regieren Prinzessin Mina I. und Prinz Joris I. das närrische Volk. Die beiden Nachwuchsregenten überzeugten mit ihrer Rede und Till Jara nahm bei den närrischen Geboten u.a. den Ortsbürgermeister und den Elferrat in die Pflicht. Aus der Nachbargemeinde Stromberg war das Dreigestirn (Prinz André, Bauer Dominic und Jungfrau Stefan) zu Gast, das eine akrobatische Tanzdarbietung aufs Parkett legte. Später folgte auch noch majestätischer Besuch des Ransbach-Baumbacher Kräutscheskönigs Heiko I. von der Watzemisch. Anschließend präsentierten 15 junge Damen in den Vereinsfarben rot und schwarz einen schmissigen Gardetanz. Lucas Högner akquirierte bei seiner kurzweiligen Rede als Coach gleich drei neue Karnevalisten. Beim Auftritt des Koblenzer Stimmungssängers Torty de Banana bebte die Halle und das Publikum sang lauthals mit bei Hits wie „Über den Wolken“ oder „Layla“.
Geniale Comedy
Nach der Pause folgte der Sketch „Der Kölsche Keller“ der Fortuna-Truppe, die seit mehr als einem halben Jahrhundert fester Bestandteil der Sitzungen in Nauort ist. Hier sorgten die Video-Schiedsrichter mit ihren Entscheidungen für reichlich Verwirrung in den Bundesliga-Stadien. Die als Westerwälder Wirbelwind bekannte Carmen Neuls beleuchtete das Thema „Heirat“ in allen Facetten. Die beiden Brüder Jan und Kai Goldhausen brachten ein musikalisches Gerichtsverfahren auf die Bühne, bei dem das Publikum lauthals mitsingen konnte. Als letzter Redner trat niemand Geringeres als Roberto Capitoni auf.
Der aus dem TV bekannte Comedian berichtete von den Schwierigkeiten, wenn man drei Nationalitäten in sich trägt als Italiener, Deutscher und Schwabe. Die Frauenherzen im Saal schlugen höher beim Tanz des Männerballetts zum Thema „Neandertaler“. Nach Las Vegas entführten die 22 Tänzerinnen des KVN-Balletts die Zuschauer mit tollen Kostümen sowie viel Schwung und Eleganz. Zum Abschluss des rund fünfstündigen Programms versammelten sich alle Aktiven auf der Bühne und stimmten gemeinsam mit Rafael Münzer und Silas Schmitz die KVN-Hymne „Dat is Nauort“ an.
Roberto Capitoni hatte gute Laune dabei. Foto: privat
Rasante Gardetänze sorgten für Abwechslung. Foto: privat
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