Allgemeine Berichte | 21.03.2018

Willibert Pauels gab ein Gastspiel in Rheinbach

„Ne bergische Jong“ schlug nicht nur lustige Töne an

Der Diakon mit der Pappnase berichte auch von seinen Erfahrungen mit der „Höllenkrankheit“ Depression

Zum Abschluss seines Programms gab der Dia-Clown noch die Witze zum Besten, die im Laufe der Jahre zu Beschwerden beim Ertzbischof geführt hatten.  EICH

Rheinbach. Immer, wenn „Ne bergische Jong“ sein Kommen ankündigt, sind die Säle voll. So war es auch jüngst in Rheinbach, als Willibert Pauels die Bühne betrat. Der bekannte Diakon mit der roten Clownsnase wurde mit einem Klatschmarsch wie im Karneval vom Publikum empfangen. Und das in der

Fastenzeit. Schwarzes Hütchen, rote Pappnase und breites Lächeln im Gesicht – so kennt man den rheinischen Karnevalisten Willibert Pauels von seinen Auftritten bei unzähligen Fernsehsitzungen. Der katholische Diakon hat sich als „Bergischer Jung“ einen Namen gemacht und

Frohsinn verbreitet. „Es dat net herrlich“, ruft Pauels seinem Publikum zu, als er auf der Bühne steht. Genauso heißt auch sein Programm, in dem er sich auch selbst auf die Schippe nimmt und alles zusammenfasst, was ihm wichtig ist: „Kirche, Klapse und Karneval.“ Er sei seit 2006 „hauptberuflicher Dia-Clown mit Nebenberuf Diakon“ sagt der aus Wipperfürth stammende 63-jährige Künstler, der auch nicht-katholische Zuhörer mit auf seine humoristische Reise nimmt.

Aber auch ernste Worte sind in seinem Programm zu hören. Er spricht über die „Höllenkrankheit“, die ihn vor fünf Jahren im Griff hatte. 2012 hätten ihm schwere Depressionen das Leben zur Hölle gemacht und ihn komplett aus der Bahn geworfen. „Über fünf Millionen Menschen leiden unter dieser furchtbaren Stoffwechselkrankheit, aber mit Hilfe von Medikamenten und guten Ärzten habe ich die Krankheit wieder in den Griff bekommen.

Ich musste lernen, damit umzugehen,“ berichtete Pauels und fügt hinzu: „Man muss über den Dingen stehen, sonst haben die Dinge dich.“ Humor und eine gesunde Religonseinsstellung seien ein hervorragendes Mittel, um diese Krankheit in den Griff zu bekommen, so der Diakon.

Er sei für sein Publikum auch immer ein halber Pastor, eben mit einer Pappnase. Er erzählt Anekdoten aus seinen Leben, schaut auch den Menschen auf den Mund. Der erfolgreiche Büttenredner möchte sich nach der Erfahrung mit seiner Krankheit nicht mehr so sehr in einen stressigen Terminzwang begeben. Pauels will nur noch das machen, was ihm Spaß macht, und sucht sich danach die Auftritte aus.

Veranstalter Michael Neissen hatte vor der Vorstellung die Befürchtung, dass das Publikum wegen der Grippewelle zu Hause bleiben könnte. „Es ist erfreulich, dass so viele gekommen sind, vor allem weil Willibert Pauels nicht überall auftritt“, konnte er sich jedoch freuen. Zum Schluss hatte der „Dia-Clown“, wie er sich selbst nennt, mit weißen Handschuhen und T-Shirt noch einen Trumpf im Ärmel. Er erzählte dem begeisterten Publikum die vielen Witze aus den letzten siebzehn Jahren seiner Karriere als Büttenredner, die dazu führten, dass sich Mitmenschen beim früheren Erzbischof von Köln, Kardinal Meisner, über ihn beschwert hätten. Meisner habe aber immer zu ihm gestanden und ihm den Rücken gestärkt, so t Pauels. 2015 hat Pauels ein Buch herausgebracht, das sich mit seiner Krankheit befasst, unter dem Titel „Wenn dir das Lachen vergeht“. Und jeden Samstag um 11.11 Uhr ist der Diakon im „Domradio“ mit seiner Sendung „Wort zum Samstag“ zu hören.

Zum Abschluss seines Programms gab der Dia-Clown noch die Witze zum Besten, die im Laufe der Jahre zu Beschwerden beim Ertzbischof geführt hatten. Foto: EICH

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