Tag der Archive im Heimatmuseum Rheinbreitbach war ein voller Erfolg
Neu gestaltete Räumlichkeiten lockten viele interessierte Besucher an
Rheinbreitbach. Unlängst fand der vom Verband deutscher Archivarinnen und Archivare ausgerufene „Tag der Archive“ unter dem Motto „Demokratie und Bürgerrechte“ statt. In diesem Jahr beteiligte sich erstmals auch der Heimatverein Rheinbreitbach mit seinem Archiv an der Aktion, das nach den intensiven Renovierungen der letzten Jahre nun der Öffentlichkeit präsentiert werden konnte. Zahlreiche Besucher kamen um sich die frisch eingerichteten Räumlichkeiten und die neuen Exponate wie die Pfeife des Männergesangsvereins oder das originale Protokollbuch des Arbeiter- und Soldatenrats von 1918 anzuschauen.
Dachgeschoss wurde ausgebaut
Aktuell umfasst das Archiv des Heimatvereins über 30 Regalmeter an unterschiedlichstem Archivmaterial, das sich auf zwei Räumlichkeiten verteilt. Bis vor einigen Monaten hatte das Material noch auf engstem Raum in einem einzelnen Zimmer im Dachgeschoss des Museums gestanden. Wer eine Akte suchte, musste sich über einen schmalen Gang durch die sortierten Ordner schlängeln. Einen Besucherplatz, um die Akte in Ruhe einzusehen, gab es leider nicht. Hinzu kam der kontinuierliche und erfreuliche Zuwachs von Archivmaterial, der zu weiteren Platzproblemen führte. Es musste eine Lösung her, die im Umräumen und im Ausbau des Dachgeschosses gefunden wurde. Mit viel ehrenamtlichem Engagement und Einsatz von Muskelkraft verschiedener Vorstandsmitglieder und einem erheblichen finanziellen Aufwand wurden der Flur und zwei Nebenräume des Dachgeschosses aufwendig saniert. Ebenso wurde ein neues Treppengeländer eingebaut, das von der Rheinbreitbacher Firma Planed anteilig gesponsert wurde.
Neue Heimstatt für Gemälde
Nach Fertigstellung der Räumlichkeiten konnte das Archivmaterial schließlich umgeräumt werden. Im Flur des Dachbodens ist nun eine kleine „Asservatenkammer“ für die Exponate eingerichtet, die nicht kontinuierlich in der Ausstellung zu finden sind. Neue Gegenstände dieser Art werden dort an einem größeren Tisch gereinigt, inspiziert, fotografiert und katalogisiert, um sie dann dem Bestand zuzuführen. Abzweigend vom Flur im Nebenzimmer hat das Gemälde- und Kunstarchiv des Heimatvereins seinen Platz gefunden. Die Gemälde, die aktuell noch auf einfachen Regalen lagern, sollen hier in Zukunft in einem Schubregal vor Staub geschützt ihren Platz finden.
In den beiden letzten Räumen lagern seit kurzem die Hauptbestände des Archivs. Hier werden alte Fotos, Firmendokumente, Vereinschroniken und digitale Medien aufbewahrt. Ein besonderes Highlight stellt der ehemalige Schreibtisch aus der Buchhandlung Werber in Bad Honnef dar, den der Heimatverein mit der Bedingung einer guten Verwendung dem Verein Gutenberghaus abkaufen konnte. Der Schreibtisch, an dem bereits die alliierte Verwaltung von Bad Honnef nach dem Zweiten Weltkrieg gesessen hat, soll in Zukunft den historisch interessierten Besuchern als Arbeitsplatz zur Verfügung stehen.
Die neu gestalteten Räumlichkeiten stießen auf große positive Resonanz bei den Besuchern, sodass der Heimatverein gleich mehrere Neumitglieder in seinen Reihen begrüßen konnte. Wer noch alte Fotos, Bücher, Dokumente oder andere interessante Raritäten von Rheinbreitbach oder aus dem Rheinland hat und diese in guten Händen wissen möchte, kann sich gerne mit den beiden Archivaren des Heimatvereins Rheinbreitbach, Tina Rick und Thomas Napp, in Verbindung setzen.
