Pfarrer Thomas Darscheid verlässt nach 16 Jahren die St. Matthias-Pfarreiengemeinschaft in Neuwied
Neue Aufgaben warten auf den engagierten Geistlichen
Neuwied. Leider war es Gemeindepfarrer Thomas Darscheid aufgrund der leidigen Coronapandemie nicht vergönnt , einen persönlichen Abschied von den katholischen Gläubigen der Pfarreiengemeinschaft zu nehmen, was er natürlich sehr bedauert hat.
Im Februar 2005 kam der gebürtige Mayener, der nach dem Abitur in Tübingen Theologie studierte, 1989 seine geistliche Weihe im Trierer Dom erhielt, danach als Kaplan in Neustadt, Peterslahr und in Völklingen seinen Dienst verrichtete und schließlich zehn Jahre lang als Schulpfarrer am Bischöflichen Gymnasium in Koblenz tätig war, nach Neuwied.
Hier übernahm er eine Pfarrstelle in der innerstädtischen St. Matthias-Gemeinde. Zu seinen Aufgabengebieten zählte im weiteren Verlauf der Jahre auch die Betreuung der Gemeinden von „Heilig Kreuz“ und „Liebfrauen“. Im Jahre 2007 kam es schließlich zur Fusion der drei Gemeinden, wobei sich inzwischen eine umfassende Pfarreiengemeinschaft gebildet hat, zu der jetzt auch „St. Bonifatius“ in Niederbieber, „St. Michael“ in Feldkirchen und „St. Peter und Paul“ in Irlich gehören.
Ab 2013 übernahm Pfarrer Thomas Darscheid zudem als Dechant Verantwortung für das Dekanat Rhein-Wied, das aus insgesamt aus 25 Gemeinden (Pfarrgemeinschaften) besteht und somit das drittgrößte Dekanat im Bistum Trier ist.
Neben seinen vielfältigen Aufgaben als Geistlicher und Seelsorger ergaben sich im Verlauf der nachfolgenden Jahre immer umfangreicher werdende organisatorische und gestaltende Bereiche, die jedoch nicht zuletzt auch durch vermehrten Einsatz ehrenamtlich tätiger Frauen und Männer konkrete und richtungsweisende Formen angenommen haben. Bei alldem war Pfarrer Darscheid also niemals allein unterwegs. So dankte er allen, die in diesen Jahren in unterschiedlichen Konstellationen mit ihm in einem pastoralen Team zusammengearbeitet haben. So galt sein Dank den diversen Gruppen sowie allen weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich der Pfarreiengemeinschaft verbunden gefühlt haben.
Bei all dem verweist Thomas Darscheid darauf, dass die katholische Kirche mit der Umsetzung der Beschlüsse der Bischofssynode und der synodalen Prozesse innerhalb der deutschen Bistümer neue Strukturen und Formen annimmt, wobei die Veränderungen und der Aufbruch allerorten zu spüren sind. „Und bei alldem sind Kirchenaustritte und die Last des sexuellen Missbrauchs und seinen negativen Folgen zu ertragen. „Dabei wollen wir uns anteilnehmend den Opfern zuwenden und Brücken zur Versöhnung aufbauen. Als Glaubende wissen wir uns begleitet von Gott und seinem Segen für alle Menschen, gelockt vom Ziel der Verheißung der ewigen Gemeinschaft mit ihm, dem Gott des Himmels und der Erde“, hofft Thomas Darscheid trotz aller Probleme auf eine gute Zeit des Glaubens und einer den Menschen zugewandten christlichen Gemeinschaft.
Neben seinen pastoralen, seelsorgerlichen und organisatorischen Aufgaben rund um die „Pfarrei der Zukunft“ und den Aktivitäten innerhalb der diversen Gremien hat Pfarrer Thomas Darscheid immer auch die caritative Arbeit in seiner Gemeinde sehr ernst genommen und diese engagiert umgesetzt. Dabei betont der Geistliche, dass es immer eine gute Zusammenarbeit mit anderen Menschen gegeben hat, die Aufgaben nach ihren jeweiligen Interessen, Kenntnissen und Fähigkeiten übernommen haben und bat diese um Verzeihung, wenn er manchmal vielleicht zu ungeduldig und zu schnell Entscheidungen getroffen hat, die möglicherweise zunächst noch weiter hätten ausdiskutiert werden sollen.
Mit großem Elan geht Darscheid jetzt nach Koblenz, wo er als Pfarrverwalter für die Pfarreiengemeinschaft Koblenz-Innenstadt und Rhens und gleichzeitig als geschäftsführender Dechant im Dekanat Koblenz wirken wird. Er betont, dass nach 16 guten Jahren in Neuwied nunmehr ein Neuanfang in der „Schängelstadt“ durchaus sinnvoll ist, auch wenn der Abschied von Neuwied natürlich schwerfällt.
Wolfgang Stollhof (Feldkirchen) vom Pfarreienrat dankt im Pfarrbrief „Kreuz und Quer“ der Pfarreiengemeinschaft Pfarrer Thomas Darscheid für all das, was dieser in seiner Neuwieder Zeit angestoßen und bewegt hat. „Über all die Jahre hinweg haben wir seine Arbeit schätzen gelernt in der Seelsorge, in der Auslegung des Evangeliums und hinsichtlich der Gemeindereform“, erklärte Stollhof, der schließlich Pfarrer Darscheid und seiner mit ihm nach Koblenz ziehenden Mutter alles Gute für die Zukunft und Gottes Segen für seine Arbeit dort im Dekanat Koblenz wünscht.
Pfarrer Werner Zupp von der evangelischen Marktkirchengemeinde Neuwied zum Abschied seines katholischen Kollegen: „ Ich bedaure den Abschied von Thomas Darscheid sehr, obwohl ich ja nun wusste, dass sich durch die Bistumsreform im Bistum Tier einiges auch im Dekanat Neuwied ändern würde und das auch personell. In den vielen Jahren unserer ökumenischen Nachbarschaft haben wir beide vieles miteinander erlebt und bestanden . Zu den Höhepunkten unserer Verbundenheit gehören sicherlich unsere gemeinsame Israelreise in den 90er Jahren aber auch das Jahr 2017 mit seinen umfänglichen und intensiven Vorbereitungen zu verschiedenen Veranstaltungen im Reformationsjahr. Hierbei war sicherlich das Christusfest auf der Festung Ehrenbreitstein für uns beide der ökumenische Höhepunkt.“ jüg
Pfarrer Werner Zupp von der evangelischen Marktkirchengemeinde.
