Erster DRK-Spatenstich in Unkel
Neue DRK-Rettungswache in Unkel soll 2017 fertig sein
Unkel. Am vergangenen Freitag wurde bei kräftigem Regen in der weitestgehend schon ausgehobenen Baugrube der „Erste Spatenstich“ zur neuen DRK-Rettungswache in Unkel von Landrat Rainer Kaul, Verbandsgemeindebürgermeister Karsten Fehr, Bürgermeister Gerhard Hauser, dem Rettungsdienst-Aufsichtsratvorsitzenden Klaus Dalpke, dem Geschäftsführer des Rettungsdienst Rhein-Lahn-Westerwald Hubertus Sauer und Bauleiter Wilber Elberskirch vollzogen. Mit dem Neubau wollen die Beteiligten eine „wesentliche Verbesserung der rettungsdienstlichen Versorgung im nördlichen Kreis Neuwied“ erreichen. Die neue Wache – direkt neben dem Feuerwehrhaus in der Graf-Blumenthal-Straße – wird mit einem Rettungsfahrzeug und zwei Krankentransportfahrzeugen ausgerüstet.
DRK-Wache in Linz bleibt
Die bestehende Rettungswache in Linz wird auch weiter bestehen, war aber inzwischen bereits räumlich sehr beengt. Sie wird weiterhin mit einem Rettungswagen, einem Notarzteinsatzfahrzeug und einem Notfallkrankentransport ausgestattet sein. Zwei Fahrzeuge wurden nach Unkel teilausgelagert. Dort ist auch die Integration eines privaten Rettungsdienstbetreibers aus Rheinbreitbach vorgesehen. Im Dezember sollen die Fenster eingesetzt werden, danach will das Bauunternehmen mit der Installation der Technik anfangen. In der neuen Wache in Unkel sollen ab Oktober 2017 voraussichtlich 15 Mitarbeiter arbeiten.
75 Prozent Zuschuss vom Land
Nach ersten Gesprächen mit dem Unkeler VG-Bürgermeister Fehr und Bürgermeister Hausen bei der Planung zeigte sich schnell, dass das Grundstück direkt neben der Unkeler Feuerwache „der beste Standort“ für die neue DRK-Rettungswache in Unkel ist. Für den Neubau der DRK-Wache fallen Investitionskosten von rund einer Million Euro an, 75 Prozent davon werden vom Kreis Neuwied als Zuschuss übernommen, denn das rheinland-pfälzische Rettungsdienstgesetz schreibt vor, Investitionskosten für neue Rettungswachen in dieser Höhe entsprechend zu bezuschussen.
Statements zur neuen DRK-Rettungswache
Die Beteiligten an dem neuen Projekt ergänzten den Spatenstich um kurze Statements und wünschten dem Vorhaben Erfolg:
Gerhard Hausen: „Heute ist für uns ein Tag der Freude, dass die neue DRK-Wache direkt neben dem Feuerwehrhaus für die Daseinsvorsorge gebaut wird. Es war eine große Aufgabe, die Möglichkeit zu schaffen, die neue Rettungsstelle zu errichten.
Wir hatten freundschaftliche Gespräche mit Herrn Sauer. Es ist ein guter Tag nicht nur für Unkel, denn wir haben zwei Altenheime hier, wohin öfter Einsätze gefahren werden. Das hat sich inzwischen herumgesprochen und Unkel wird für die Bürger ein immer besserer Wohnort - auch bei Hochwasser. Gut ist auch, dass Feuerwehr und Rettung direkt nebeneinanderliegen.
Heute ist ein guter Tag und danke Herrn Sauer und allen Verantwortlichen.“
Karsten Fehr: „Ich schließe mich Gerhard Hausen an. Als Herr Sauer erstmals in mein Büro kam, war ich von der Idee begeistert. Das wird eine tolle Sache für die ganze Verbandsgemeinde, denn man ist schnell in Bruchhausen und Rheinbreitbach, zudem zieht auch ein privater Rettungsdienst hier ein. Daher ist gewährleistet, dass die gesamte Verbandsgemeinde versorgt ist.“
Klaus Dalpke: „Ein dichtes Netz von Rettungsdiensten ist Voraussetzung, dass Menschen bei Unfällen oder in Notfällen schnell geholfen wird. Als Kreisvorsitzender und Aufsichts-Vorsitzender der Rettungsdienst GmbH in Montabaur bin ich daran interessiert, dass im Kreis NR eine schnelle und gute Versorgung gewährleistet ist. Hier ist ein guter Standort, die Patienten können schneller versorgt werden. Wir hatten 2015 rund 6.600 Einsätze des Rettungsdienstes in Linz. Ein privater Dienst wird noch integriert, so dass wir ein gutes Angebot haben, um nach Unfällen schnell zu helfen.
Als wir 1994 mit Kreisverband Westerwald die Rettungsdienst GmbH gegründet haben, hatten wir nicht eine solche positive Entwicklung erwartet. Es war richtig, den Rettungsdienst auszugliedern und professionell zu leisten.
Das hat sich als sehr gut erwiesen und das wirtschaftliche Ergebnis war bisher immer positiv. Wir haben erhebliche Beiträge in den Finanzausgleich abgeliefert, um defizitäre Rettungsdienste zu unterstützen. Wir unterstützen viele Rettungsdienste auf dem Land, die keinen Überschuss erzielen können. Ich wünsche allen, dass zum Wohl der Bevölkerung in der ganzen VG hier schnell eine Rettungswache entsteht.“
Hubertus Sauer: „Ich danke dem Kreis und auch den Bürgermeistern für die Zurverfügungstellung des Grundstücks. Wir haben uns den Standort angesehen und es war klar: Das ist es!
Ich bin froh, dass wir in Unkel so gut aufgenommen worden sind. Wir hatten nur ein Treffen, dann war alles klar. Wir hatten natürlich auch andere Standorte angesehen, aber hier ist es optimal.“
Landrat Rainer Kaul: „Viele Kreisverbände haben noch eine eigene Alarmierung, aber das bringt nichts. Wir bündeln uns jetzt.und nutzen die EDV. Die Kreisverbände Westerwald und Neuwied waren schon von Anfang an dabei, mittlerweile ist auch der Kreis Altenkirchen dabei, macht die Organisation noch selbst.
Wir haben schon eine gemeinsame Erstalarmierungs-Stelle, die Alarmierung erfolgt in Montabaur durch die dortige Leitstelle. Das ist für die Kreise sehr wichtig und hat sich bewährt. Früher gab es immer wieder Probleme, jetzt geht es viel schneller. Es macht daher Sinn, Einheiten zu bündeln. Vorteil ist alles!
