Allgemeine Berichte | 01.06.2021

Das Technische Hilfswerk (THW)

Neue Erkenntnisse zur Arbeit des THW

Webinar zum Thema „Die größte Freiwilligenorganisation des Bundes - Im Einsatz in Deutschland und weltweit“ fand statt

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Das 1950 ins Leben gerufene THW zählt mit über 80.000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern zur Sicherheitsarchitektur Deutschlands. Die Verbindung zur Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP) konnte der Sektionsleiter, Oberst a.D. Josef Schmidhofer, in seiner Begrüßung schnell herstellen. Während sich die GSP in ihrer Arbeit mit sicherheitspolitischen Themen theoretisch beschäftigt, wird der Alltag des THW mehr von praktischen Aspekten der Hilfeleistung geprägt.

Als Referenten für das Webinar konnten Frank Schulze, Leiter des Ortsverbandes (OV) Sinzig und Daniel Gronwald, Zugführer des Technischen Zuges des OV Sinzig, gewonnen werden. Es versprach also wieder ein interessanter Abend zu werden mit vielen neuen Erkenntnissen zur Arbeit des THW. Entsprechend zahlreich waren auch die Anmeldungen zur Veranstaltung.

Authentischer Rückblick

Der Leiter des OV Sinzig gab dann in seiner Einführung einen kurzen Rückblick auf die Entwicklung in seinem Zuständigkeitsbereich. Das war sehr authentisch, da Frank Schulze diesen Prozess seit 1970 als „Ehrenamtler“ wesentlich mitgestaltet hat. Er wies darauf hin, dass es in Deutschland eine Besonderheit gibt, die in anderen Ländern so nicht existiert. In der BRD gibt es eine klare Trennung zwischen dem Zivilschutz, der in Zuständigkeit des Bundes liegt, und dem Katastrophenschutz in der Hand der Bundesländer. Für die Bevölkerung ist das mehr theoretischer Natur, den für den Einzelnen ist es im Notfall egal, wer hilft; Hauptsache, ihm wird geholfen.

Die Basis des THW bilden die OV mit ihren Strukturelementen und der technischen Ausstattung, was regional bedingt auch unterschiedlich sein kann. Z. B. verfügt der OV Sinzig über Elemente, die Wasserrettungs- und Hochwasserschutzmaßnahmen ermöglichen. Das ist der Rheinnähe geschuldet und hat sich über die Jahre bewährt. Ein reiner OV im Binnenland braucht solche Elemente naturgemäß nicht.

Im Gegensatz zu vielen anderen Organisationen in Deutschland, auch der Bundeswehr, ist das THW in der Lage innerhalb weniger Stunden mit dem notwendigen Personal und Material auch in Auslandseinsätze zu gehen. Die Ausrüstung und die materielle Bevorratung sind so konzipiert, dass die Verlegung mit normalen Transportflugzeugen (keine Großraumtransporter) erfolgen kann und die verlegten Kräfte mehrere Tage autark handeln können. Es bedarf auch keines Beschlusses des Bundestages für den Einsatz, was ein entscheidender Zeitvorteil ist.

Darüber hinaus bildet der OV Sinzig auch ausländische Spezialisten für den Aufbau eigener Kräfte aus und leistet dabei auch technische Anleitung. So erfolgte 2013 ein Pilotlehrgang zur Grundausbildung für tunesische Zivilschützer. Diese Erfahrungen wurden 2016 auf ein Modell in Jordanien übertragen.

Neuausrichtung des THW

Der zweite Teil des Abends wurde vom Zugführer des Technischen Zuges Daniel Gronwold gestaltet. Er ging dabei auf die Neuausrichtung des THW beginnend 2015/2016 aufgrund geänderter Rahmenvorgaben ein. Es wurde ein neues taktisches Einsatzmodell, eine neue THW-Konzeption unter Berücksichtigung der Konzeption der Zivilen Verteidigung und weitere Aktualisierungen entwickelt. Das war notwendig, da im Zuge der Wiedervereinigung einige Fähigkeiten vernachlässigt wurden. Dabei konnten solche Elemente wie Bergung und Rettung, Notinstandsetzung, Notversorgung und Führungsunterstützung weiter entwickelt beziehungsweise neu ausgerichtet werden. Im Zusammenhang mit den begrenzten finanziellen, personellen und materiellen Ressourcen entstanden auch Pläne zum Austausch von Spezialgerät (z.B. Hochleistungspumpen, Radlader, Spezialbagger) zwischen benachbarten OV. Abschließend machten beide Referenten deutlich, dass das THW nur im Verbund mit anderen Organisationen wie Feuerwehr, Sanitätskräfte, Bundeswehr, Polizei u.a. erfolgreich den Auftrag erfüllen kann. Diese Vernetzung muss ständig weiter ausgebaut und vervollkommnet werden. Das hat nicht auch zuletzt die CORONA-Pandemie deutlich vor Augen geführt.

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