Landrat Dr. Alexander Saftig und Bürgermeister Georg Hollmann legten Grundstein im Rohbau des Feuerwehrgerätehauses
Neue Heimat für fusionierte Löschzüge
Der Ursprung des 1,35 Millionen Euro-Projekts war ein Aprilscherz vor zehn Jahren
Kaltenengers/St. Sebastian. „Was hier steht, war eigentlich ein Aprilsscherz“, sagte der Wehrleiter der Verbandsgemeinde Weißenthurm Arnd Lenarz bei der Grundsteinlegung für das neue Feuerwehrgerätehaus Kaltenengers/St. Sebastian. „Vor zehn Jahren rief mich Michael Schäfer an und meinte: Wir wollen ein Pressefoto machen für einen Aprilscherz. Mit der Wehrführung von St. Sebastian und Kaltenengers stellen wir uns auf die Gemarkungsgrenze halten einen Plan in die Hand und schreiben in die Zeitung, wir bauen eine gemeinsame neue Feuerwehr“, erinnerte der Wehrleiter und fügte hinzu, dass hinter jedem Scherz auch ein bisschen Ernst ist.
Denn die Fusion der beiden Löschzüge wurde real umgesetzt und inzwischen steht genau auf der Gemarkungsgrenze der beiden Orte der Rohbau des gemeinsamen Feuerwehrgerätehauses.
Veränderte Anforderungen einer modernen Feuerwehr
Vor zahlreichen Floriansjüngern, darunter die Wehrführer Michael Zimmer und Matthias Kröber sowie Ortsbürgermeister Jürgen Karbach und Marco Seidl, Ratsmitglieder und Beigeordnete, ging VG-Bürgermeister Georg Hollmann auf die veränderten Anforderungen einer modernen Feuerwehr ein: „Aus der Mannschaft, die nur Brände löscht, ist in den letzten Jahren eine universelle Eingreiftruppe geworden, die kompetent und schnell unterschiedliche Gefahrensituationen vom Hausbrand bis zur Unfallhilfe bewältigen muss.“
Warum dafür ein neues Feuerwehrgerätehaus notwendig ist erläuterte Hollmann: „Heute braucht die Feuerwehr ein beachtliches technisches Equipment, das bedient, gepflegt und gewartet werden muss. Dazu benötigt unsere Feuerwehr entsprechende räumliche und logistische Möglichkeiten. Zudem brauchen unsere Feuerwehrleute auch einen Rückraum für gesellige und kulturelle Veranstaltungen im Kreise der Feuerwehrfamilie.“
Der Bürgermeister erinnerte auch an die Feste der Feuerwehreinheiten: „Unsere freiwillige Feuerwehr ist nicht mehr wegzudenken, wenn es um ehrenamtliches Tun und bürgerschaftliches Engagement in unserer Verbandsgemeinde geht.“ So seien von der Verbandsgemeinde die 1,35 Millionen Euro für das gemeinsame Feuerwehrgerätehaus gut angelegt, ferner ist ein Landeszuschuss von 330 000 Euro in Aussicht.
2011 wurde der Neubau beschlossen
2011 beschloss der VG-Rat den Neubau, jedoch erfolgte der erste Spatenstich Mitte November 2016. Schließlich musste das Grundstück gekauft und erschlossen werden und es gab viele Besprechungen und Umplanungen.
Das eingeschossige rund 550 Quadratmeter große Gebäude an der Hauptstraße bietet eine 310 Quadratmeter große Halle für sechs Fahrzeuge, die vorne drei Tore und hinten eins zur Durchfahrtsmöglichkeit hat. Die Konstruktion ist ein Stahlgerüst mit massiven Bimswänden. Der 240 Quadratmeter große Sozialtrakt wird L-förmig der Halle zugeordnet und hat neben Dusch- und Umkleideräumen für Damen und Herren auch Aufenthaltsräume mit Nebenräumen sowie einen Abstell- und Technikraum, in dem eine Luft/Wasser-Wärmepumpe mit Solarunterstützung untergebracht ist.
Gemeinsam mit Landrat Dr. Alexander Saftig legte Hollmann das Kupferrohr mit Urkunde Zeitungen und Geld in eine Nische und mauerte sie ein. Bei dieser Grundsteinlegung lobte der Landrat die Kameradschaft innerhalb der Feuerwehr, die hier einen Platz bekommt. Er verwies darauf, dass vom Kreis der Umweltzug der Feuerwehr Weißenthurm eine neue Dekontaminationsschleuse und der Löschzug Bassenheim einen Rüstwagen erhält.
Im Dienste der Allgemeinheit
Beide Redner dankten den Feuerwehrleuten für Ihr unermüdliches Engagement im Dienste der Allgemeinheit und Bürgermeister Hollmann dem Ingenieurbüro Lambert für die professionelle Begleitung des Projekts und allen Bauleuten, die hier tätig sind.
HEP
