Neue Musik in alten Gemäuern
Standing Ovations für den Volkesfelder Chor „Taktvoll“ in der ehemaligen Propstei Buchholz
Volkesfeld. Alle zwei Jahre startet der Volkesfelder Chor „Taktvoll“ gemeinsam mit seinem Chorleiter Markus Schlaf eine Konzerttour mit ca. vier bis fünf Auftritten in der Region Mayen-Koblenz.
Nach einer Begrüßung durch Ralf Lubberich, Geschäftsführer des Fördervereins Propstei Buchholz, begeisterten die ca. 32 Sängerinnen und Sänger in einem sogenannten „Zwischenkonzert“ gemeinsam mit ihrem höchst engagierten Chorleiter am vergangenen Samstagabend in den altehrwürdigen Gemäuern der ehemaligen Propstei Buchholz mit einem ca. zwei Stunden währenden Best-of-Konzert der absoluten Spitzenklasse!
Souverän überzeugten sie das Publikum mit einer Mischung aus hervorragenden Gesangsdarbietungen und rhythmischen Bewegungen, so dass die Zuschauer sich von der spürbaren Freude am Gesang sehr schnell anstecken ließen und die mitunter brillanten Darbietungen mit Fingerschnipsen, Fußwippen und Mitsingen begleiteten.
„Taktvoll“ ist das Ergebnis einer Idee, das angestaubte Image des Chorgesangs zu verändern, um wieder mehr Menschen dafür zu begeistern und gleichzeitig einen in Volkesfeld bereits seit 120 Jahren bestehenden Chor vor dem Aus zu retten. Dies ist den insgesamt 35 aktiven Sängerinnen und Sängern im Alter von 15 bis 65 Jahren dank der intensiven Zusammenarbeit mit ihrem Chorleiter hervorragend gelungen!
Seit nunmehr über fünf Jahren studieren die Chor-Mitglieder mit Markus Schlaf bekannte Songs aus der deutschen und internationalen Popszene ein. Entsprechend umfangreich war dann auch das Repertoire, welches der bemerkenswerte Klangkörper am vergangenen Wochenende zum Besten gab. Während die Vorsitzende Katrin Schumacher charmant durch das Programm führte, eröffnete „Taktvoll“ das Konzert mit dem afrikanischen Lied „Vela“ , das - ebenso wie das später folgende „Shosholoza“- mit Percussion-Klängen von Andreas Schumacher und einer tollen Choreografie unterstützt wurde. Weiter ging es in dem ersten, des aus drei Teilen bestehenden Konzerts mit „Oft gefragt“ von AnnenMayKantereit, dem melancholisch anmutenden Rammstein-Song „Engel“, „Hier kommt Alex“ von den Toten Hosen, dem von Rudolf Wingender und Willi Scharrenbach auf der Gitarre begleiteten Lied „Applaus, Applaus“ (Sportfreunde Stiller) und „Haus am See“ von Peter Vox.
Der zweite, mit englischen Songs besetzte Teil wurde mit einem Solo von Willi Scharrenbach eröffnet, der sich zu seiner beeindruckenden Interpretation eines Songs von Ed Sheeran auf der Gitarre begleitete. Sodann intonierte der für die Chormusik wegweisende Klangkörper von Adele „Send my love“ sowie „Fields of Gold“ von Sting, und Willi Scharrenbach begeisterte mit einer eigenen, höchst emotionalen Version von „Sound of Silence“. Nachdem die Sänger mit einer irischen Liebeserklärung an „Sarah“ aufgrund des äußerst amüsanten Textes für allgemeine Heiterkeit im Publikum gesorgt hatten, intonierte der Chor, der das Publikum mit seiner ansteckenden Freude am Gesang geradezu fesselte, eine fetzige Version von „Dynamite“ des britischen Sängers Taio Cruz. Ebenso atemberaubend interpretierten die Sänger/-innen den Song von The Lumineers: „Ho Hey“ bevor sie eine zweite Pause einlegten.
Der dritte und letzte Teil wurde wieder mit einem afrikanischen Lied eröffnet und mit weiteren „Ohrwürmern“ bereichert. So zum Beispiel: „So soll es sei...“ von Ich und Ich, „Alles nur in meinem Kopf“ und „Ein Hoch auf uns“ - beide Songs von Andreas Bourani sowie „Junimond“ von Rio Reiser. Es folgte das bei einem Konzert von „Taktvoll“ nicht mehr wegzudenkende Lied „Hungriges Herz“ von Mia sowie das von Jutta Schüssler und Willi Scharrenbach zauberhaft interpretierte Lied „Der kleine Teddybär“. Nach „Die Kuh - Mona mu“ von Maybebop riss es die Zuschauer spontan von den Stühlen und während sie sich mit nicht enden wollenden Standing Ovations für die großartige Leistung des Chores bedankten, revanchierte dieser sich mit der Zugabe „Zieh die Schuhe aus“ von dem unvergesslichen und im vergangenen Jahr im Alter von 46 Jahren verstorbenen deutschen Pop- und Jazz-Musiker Roger Cicero.
FRE
Chorleiter Markus Schlaf -links- spornte die Sängerinnen und Sänger zu Höchstleistungen an
Willi Scharrenbach überzeugte auch als stimmgewaltiger Solist
Fachkundig und charmant führte die Vorsitzende Katrin Schumacher -links- durch das spektakuläre Programm
