Allgemeine Berichte | 16.07.2024

Das Museum Römervilla richtet den Blick auf „Luxus im Wandel der Zeit“

Neue Sonderausstellung

Silke Jaensch vom Museum Römervilla mit dem in Bachem gefundenen Schmuck aus Grabbeigaben, dem Herzstück der neuen Sonderausstellung „Luxus im Wandel der Zeit“.  Foto: DU

Bad Neuenahr-Ahrweiler. „Luxus vor rund 2.000 Jahren und Luxus heute – man sieht: da hat sich nicht sonderlich viel getan. Die Römer haben schon luxuriös gegessen, sie hatten kunstvollen Schmuck, bemerkenswerte Bauten wie die Thermen und heute haben wir Wellness-Tempel, Restaurants oder luxuriöse Villen. Dabei soll die Ausstellung zum Nachdenken anregen, man soll sich fragen ‚was bedeutete für mich heutzutage Luxus?‘. Ist es wirklich der Luxus, der am Warenpreis gemessen wird, oder eher der Ideelle Wert: Körper, Seele und Geist in Einklang bringen, Zeit füreinander haben oder einfach nur den Wasserhahn aufdrehen zu können, um Wasser zum Trinken zu haben“, so beschreibt Silke Jaensch vom Museum Römervilla am Ahrweiler Silberberg die kürzlich neu eröffnete Sonderausstellung „Luxus im Wandel der Zeit“, die neben zahleichen Informationen und Bildern auch viele sehenswerte Artefakte zu bieten hat.

Beeindruckende Grabbeigaben aus Bachem

Wie beispielsweise die 1924 bei Erweiterungsarbeiten an der Bachemer St. Anna-Kapelle gefundenen Grabbeigaben, bestehend aus einer Glasperlenkette mit sechs goldenen Bienenanhängern, 21 Goldperlen, zwei Goldschiebern sowie einem Goldmedaillon samt Göttin Fortuna mit Füllhorn, einem Goldring, einer Gürtelschnalle, zwei goldenen Ohrringen und einem kleinen, gläsernen Salb-Gefäß. Bienen galten im alten Rom als Symbol der Fruchtbarkeit, des Überfluss und des ewigen Lebens. Zudem war Honig im Altertum in Europa das einzig bekannte Süßungsmittel. Aber auch weiterer Schmuck, Glasobjekte – von dekorativ bis nützlich – Luxus-Aspekte der römischen Baukultur sowie Essen, Trinken und Genuss werden in Form von Ausstellungsstücken dargestellt und auf reich bebilderten Infotafeln thematisiert – zum Teil mit direktem Vergleich zu heute.

Eine Wand aus Neros „Goldenem Haus“

Ein vom Künstler Wolfgang Pützner gestalteter Ausstellungsbereich präsentiert die Wohnkultur und hier insbesondere das „Goldene Haus“ des Kaisers Nero, aus dem eine entsprechend nachgemalte Wand zu sehen ist. Das Teilstück ist 5,60 Meter hoch und verdeutlicht auf beeindruckende Weise die Ausmaße“, sagt Silke Jaensch und ergänzt, dass Luxus und Luxusgüter vor 2.000 Jahren fast ausnahmslos der privilegierten und wohlhabenden Bevölkerungsschicht vorbehalten waren. Was damals nicht zuletzt auch Macht, Schichtzugehörigkeit und Reichtum zur Schau stellen sollte, gilt heute eher als Lifestyle oder als Streben nach dem Besonderen.

„Luxus im Wandel der Zeit“ ist noch bis zum 10. November 2024 im Museum Römervilla, Am Silberberg 1 in Bad Neuenahr-Ahrweiler zu den gewohnten Öffnungszeiten zu sehen.

Silke Jaensch vom Museum Römervilla mit dem in Bachem gefundenen Schmuck aus Grabbeigaben, dem Herzstück der neuen Sonderausstellung „Luxus im Wandel der Zeit“. Foto: DU

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