Norweger stellte Rettungssystem für Massenunfälle und Großveranstaltungen vor
Neue Trage unterstützt Multitasking
Versorgungszelt stand am Adenauer St. Josef Krankenhaus für den Einsatz und Ernstfall bereit
Adenau. Es ist nicht die primäre Hilfe die bei Massenunfällen, Evakuierungen nach Detonationen, Erdbeben oder auch Busunfällen zu beklagen wäre, es ist vielmehr die logistische Herausforderung, so der Norweger Robert Sunde, der ein in Norwegen entwickeltes Rettungssystem am Adenauer St. Josef Krankenhaus während der Veranstaltung „Rock am Ring“ vorstellte. Erprobt und entwickelt mit der Norwegischen Luftambulanz, wurde eine Trage auf dem Standard der üblichen Krankentransporttragen, allerdings einiges schmaler, leichter und individuell einsetzbar, dank einem Tragegestell, das den Helfern die Hände freihält und so für weitere Einsätze zum Beispiel telefonieren oder auch wenn nötig beim Festhalten unterstützt. Die Trage aus leichtem Kunststoff kann mit der dazugehörigen Folie auch bei Chemikalienunfällen eingesetzt werden und dazu wurde sogar ein schnell aufbaubares Dekontaminierungszelt entwickelt. Die Ausführung ist vom voll bepackten Anhänger mit Versorgungszelt und allem Zubehör bis zum Einsatzmodul mit vier Tragen zu haben. Dieses Standartmodul, gepackt mit vier Tragen ist individuell einsetzbar und hat ohne negative Einflüsse für den Patienten viele Vorteile. Angefangen vom Umpacken für den Rettungswagen, das Tragen mittels Tragegestell und die mitgelieferte Schutzfolie, die nicht nur zur Hygiene dient, sondern auch bei Kälte umgeschlagen für Wärmeverlust sorgt so auch die Kopfschutzhaube. Gerade bei Großveranstaltungen wie sie am Nürburgring stattfinden, aber auch beim Massen- oder einem Busunfall sind zwar schnell die Rettungsdienste vor Ort, aber was nützt es, wenn sich Rettungsfahrzeuge und Feuerwehrautos fast aneinanderreihen und die Versorgung nur schleppend erfolgt. Hier greift das Einsatzmodul der Norwegischen Entwicklung, denn wäre jedes Feuerwehrfahrzeug und jedes Rettungsfahrzeug mit nur einem Modul ausgerüstet, wäre je Fahrzeug gleich vier Tragen verfügbar, sodass sich hier der Einsatz schnell multipliziert. Im Übrigen sind die Module beliebig erweiterbar und mit einer kleinen Tasche bunter Bänder in den Farben Rot, Gelb und Grün können die Erstversorger bei einem Großeinsatz bereits die Verletzten für die Notärzte und Rettungssanitäter kennzeichnen, wie Grün kann noch gehen, bis Rot hier ist Soforthilfe angesagt. Mit der Demonstration dieser logistischen Einsatzmöglichkeiten erweckte Robert Sunde beim Vorsitzenden vom Förderverein St. Josef Krankenhaus Adenau, Bernd Schiffarth großes Interesse, so das vielleicht die eine oder andere Variante zukünftig auch in der Rettungskette in der Region zum Einsatz kommen könnte.
UM
Das Tragegestell hilft den Helfern, indem es die Hände freihält. So kann der Helfer schon während dem Abtransport telefonisch erreichbar sein oder Informationen weitergeben.
