evm-Gruppe setzt auf Spülbohrverfahren im Hang
Neue Wassertransportleitung erfolgreich eingezogen
Lahnstein. 156 Meter in geschlossener Bauweise, 5,5 Tonnen Gewicht und anspruchsvolles Gelände: Diese Herausforderung galt es für die Mitarbeitenden der Unternehmensgruppe Energieversorgung Mittelrhein (evm-Gruppe) für den Einzug einer neuen Wassertransportleitung zu bewältigen. Die Energieversorgung Mittelrhein (evm) hat die Arbeiten als Betriebsführerin der Vereinigte Wasserwerke Mittelrhein (VWM) beauftragt.
Ausgeführt wurde die Baumaßnahme von der Energienetze Mittelrhein (enm) in zwei Bauabschnitten. Der nun abgeschlossene erste Abschnitt umfasst den Einzug der Leitung über eine Strecke von 156 Metern in geschlossener Bauweise. Die neue Trasse ersetzt eine bestehende Leitung, die aufgrund ihres Alters erneuert werden musste. Aufgrund der Lage in einem Steilhang wurde dabei bewusst eine alternative, weniger steile Linienführung über den Oberen Charweg gewählt. Die neue Transportleitung schließt die letzte Lücke zwischen den Hochbehältern „Bergweg“ und „Lahnhöll“.
Spülbohrverfahren ermöglicht sichere Leitungsverlegung im Hang
Um die Leitung sicher im Hang einzubringen, hat die evm-Gruppe ein sogenanntes Spülbohrverfahren eingesetzt. Dabei wird unter der Straße mit Hilfe eines gesteuerten Bohrkopfes und einer Wasser-Bentonit-Mischung ein Kanal gebohrt, ohne einen Graben zu verursachen. „Da die Leitung entlang eines Hangs verläuft, mussten wir eine besonders große Bohrung realisieren, um die Höhenunterschiede ausgleichen zu können“, erläutert Marcelo Peerenboom, Pressesprecher der evm. „Unsere Rohre lassen sich nur begrenzt biegen.
Um die erforderliche Steigung dennoch zu bewältigen, brauchten wir ausreichend Spielraum im Bohrloch“, so Peerenboom weiter. Insgesamt kommt das Bohrloch so auf einen Durchmesser von 650mm. Dieses wurde von der ausführenden Spülbohrfirma Infraline insgesamt siebenmal aufgeweitet und dabei stetig vergrößert – beginnend bei einer ersten Bohrung von 150mm Durchmesser bis zum finalen Maß von 650mm. Die ergänzenden Tiefbauarbeiten übernahm die Firma Herrmann.
Stabilisierung des Bohrtunnels und weitere Schritte
Nach dem erfolgreichen Einzug der Rohre wird der verbleibende Hohlraum zwischen Leitung und Erdreich aufgrund des hohen Drucks abschnittsweise mit einer Mischung aus einem zementbasierten Spezialbindemittel verfüllt. „Durch diese Verdämmung stabilisieren wir den Tunnel und sorgen dauerhaft für einen sicheren Sitz der Leitung“, erklärt Peerenboom. In den kommenden Wochen folgt der zweite Bauabschnitt in offener Bauweise, sodass die Baumaßnahme mit einer Gesamtlänge von rund 260 Metern abgeschlossen werden kann.
Nach der Einbindung in das bestehende Leitungsnetz wird die neue Transportleitung künftig als Pumpleitung zwischen den Hochbehältern „Bergweg“ und „Lahnhöll“ dienen. Mit der Erneuerung der Wassertransportleitung investiert die evm gezielt in eine resiliente Infrastruktur und leistet einen wichtigen Beitrag zur zuverlässigen Versorgung der Region mit hochwertigem Trinkwasser.
Pressemitteilung evm
5,5 Tonnen Gewicht: Die neue Leitung wurde unterirdisch über einen 156 Meter langen Bohrtunnel eingezogen. Foto: Sascha Ditscher/evm
