Allgemeine Berichte | 06.06.2018

Breites „Bündnis für Verkehrswende nördliches Rheinland-Pfalz“ gegründet

Neue Zukunft für alte Strecken!

Widerstand gegen Entwidmung der Bahnstrecke Koblenz-Bassenheim wächst

Sie machen sich gemeinsam stark für einen wirksameren Klimaschutz und einen modernen schienengestützten Nahverkehr: Einige der Gründungsmitglieder des neuen Bündnisses für Verkehrswende nördliches RLP (v. l.) - Egbert Bialk (BUND), Bernd Kruse (Westeifelbahn), Patrick Simmer (BIKO), Johannes Fuck (Unternehmer), Martin Mendel (Pro Bahn), Achim Brast, Gernot Kallweit (beide Brexbachtalbahn), Stephan Kaiser (MSW), Dr. Georg Schroll (Verkehrsplaner), Uwe Lütge (VCD/Agenda 21). Volz/Mendel

Der Widerstand gegen eine etwaige Entwidmung der alten Bahnstrecke 3015 Koblenz-Lützel – Metternich – Rübenach – Bassenheim formiert sich. In Koblenz hat sich aktuell ein breites Bündnis aus Umwelt- und Verkehrsverbänden, Bahninitiativen und Verkehrsplanern aus dem gesamten nördlichen Rheinland-Pfalz zusammengefunden, die einen teilweisen Verkauf der Schienenparzelle durch die Stadt Koblenz an Privatfirmen verhindern wollen. Es geht ihnen aber nicht nur um den Erhalt dieser einen Strecke, ihr Ziel ist eine Beschleunigung der Verkehrswende in ganz Nord-Rheinland-Pfalz, bei der alle noch sinnvoll nutzbaren Schienenanlagen modernisiert und attraktiv eingebunden werden. Dies stärke die regionale Wirtschaft, entlaste die Bevölkerung und Umwelt und helfe bei der Erreichung der verbindlichen Klimaziele, so das neue „Bündnis für Verkehrswende nördliches Rheinland-Pfalz“ in seiner Pressemitteilung.

Auf der Gründungsversammlung waren Vorstände und Aktive von BUND, VCD, Pro Bahn, der BI Koblenz-Ochtendung, der Brexbachtalbahn e.V, der IG Westeifelbahn sowie einzelne Verkehrsplaner und Unternehmer zuversichtlich, dass die Spitzenpolitiker der Stadt sowie des Landes diese Anliegen unterstützen könnten. Gespräche mit dem neuen Oberbürgermeister, öffentliche Expertendiskussionen, Kontakte mit Firmen und potenziellen Nutzern sowie eine Radbefahrung von Bassenheim nach Koblenz sind in Vorbereitung. Weitere Gruppierungen und interessierte Personen sind herzlich zur Mitarbeit eingeladen.

Der Verkehrs- und Klimaproblematik entgegentreten

Vorrangiges Ziel zum Beispiel für den BUND ist es, der Verschärfung der Verkehrs- und Klima­problematik in dem Ballungsgebiet konkret entgegenzutreten. „Koblenz erstickt in Blech und Abgasen, vor allem durch PKW-Pendler aus dem Umland. Die Infrastruktur des Nah- und Fahrradverkehrs ist völlig unattraktiv für einen Umstieg vom Auto. Klima und Gesundheit leiden weiter, wenn hier nicht endlich neue Wege gegangen werden. Die alte Schienenstrecke jetzt auf Druck von Privatinteressenten aufzugeben, wäre kurzsichtig und verbaue endgültig die Möglichkeit einer Entlastung und Anbindung unserer nordwestlichen Stadtteile mit einem modernen Shuttlesystem“ so Egbert Bialk vom BUND Koblenz. Ein Radweg auf der Bahntrasse sei eine Mogelpackung, dazu langwierig und parallel auf vorhandenen Wegen leichter und billiger zu realisieren. Michael Carl, stellvertretender Landesvorsitzender des BUND verweist auf zahlreiche gelungene Schienenreaktivie­rungen in Süd-Rheinland-Pfalz: „Hier ziehen auch die Kommunen mit, und der RLP-Takt funktioniert.“

Ungenutzte Chancen

Der Trierer Verkehrswissenschaftler Dr. Karl Georg Schroll, zugleich Vorsitzender der Bahn-Initiative Koblenz-Ochtendung (BIKO) weist auf die ungenutzten Chancen für die Wirtschaft und Verwaltung entlang der Trasse hin: „Ob IKEA, das Bundeswehrzentralkrankenhaus oder Canyon und Amazon, sie alle würden profitieren, für ihre Mitarbeiter, Kunden und Zulieferer. Schließlich wurde das große Gewerbegebiet am Koblenzer Kreuz seinerzeit mit der Aussicht auf einen Schienenanschluss genehmigt. Die Abzweiggleise dorthin sind rechts­kräftig planfest­gestellt. Ich bin überzeugt, die Betriebe würden sie nutzen und ein Betreiber ließe sich finden, wenn Stadt und Kreis dies offensiv angingen. Dies habe ich schon einmal so ähnlich mit großem Erfolg in meiner ostfriesischen Heimat durchsetzen können.“

Martin Mendel, Vorstandsmitglied des Fahrgastverbandes Pro Bahn sieht die Chance ebenfalls in einem gemeinsamen Vorgehen der Verbände mit der Wirtschaft, den Städten, Gemeinden und Kreisen: „Firmen erhielten eine moderne Logistik unter Nutzung des europäischen Schienennetzes und wären nicht nur auf LKW angewiesen. Beschäftigte könnten leichter zu ihrem Arbeitsplatz ohne eigenes Auto, das Ganze dann ergänzt mit attraktiven Schienenfahrzeugen für den Personentransport, Park & Ride und Tourismus­verkehren – das Verkehrsgeschehen in und um Koblenz würde zukunftsfähig.“ Johannes Fuck, Inhaber einer Metternicher Druckerei, forderte als Grundlage vertiefte und transparente Daten seitens der Stadt und anschließend eine erste ergebnisoffene Studie.

Stephan Kaiser von der MSW Ingenieurgesellschaft kann sich auch eine S-Bahn-ähnliche Gestaltung der Strecke mit neuen bedarfsgerechten Haltepunkten vorstellen und einer Durchbindung über Stadtmitte und Hauptbahnhof bis zum Verwaltungszentrum Rauental. Kaiser: „Die Chancen für den neuen Haltepunkt Rauental/Goldgrube stehen gut. Man muss nur im Hauptbahnhof Kopfmachen, das dauert wenige Minuten, dann fährt der Zug umweltfreundlich mitten in das Dienstleistungszentrum und erschließt ein Potenzial von vielen Tausend Nutzern.“ Uwe Lütge vom VCD und der Agenda 21 verweist auf weitere gelungene schienengebundene Modelle wie zwischen Bretten und Karlsruhe, wo die Bahn im Zentrum als Straßenbahn fährt. „Warum nicht auch von Horchheim über die südliche Vorstadt in die City? Koblenz muss endlich seine Denkblockaden auflösen“, so Lütge.

Nächstes Treffen am 20. Juni

Das Bündnis trifft sich künftig monatlich, das nächste Mal am 20. Juni, um 14:30 Uhr, im BUND-Büro im Dreikönigenhaus, Entenpfuhl 15, wo das weitere Vorgehen diskutiert und geplant wird. Weitere Interessierte sind willkommen, sie können sich an das BUND-Regionalbüro Koblenz wenden, das das Bündnis organisatorisch unterstützt, über Tel.: (02 61) 9 73 45 39, E-Mail regionalbuero-koblenz@bund-rlp.de.

Pressemitteilung

Bündnis für Verkehrswende nördliches Rheinland-Pfalz

Sie machen sich gemeinsam stark für einen wirksameren Klimaschutz und einen modernen schienengestützten Nahverkehr: Einige der Gründungsmitglieder des neuen Bündnisses für Verkehrswende nördliches RLP (v. l.) - Egbert Bialk (BUND), Bernd Kruse (Westeifelbahn), Patrick Simmer (BIKO), Johannes Fuck (Unternehmer), Martin Mendel (Pro Bahn), Achim Brast, Gernot Kallweit (beide Brexbachtalbahn), Stephan Kaiser (MSW), Dr. Georg Schroll (Verkehrsplaner), Uwe Lütge (VCD/Agenda 21). Foto: Volz/Mendel

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Dauerauftrag 2026
Rund ums Hause Mayen/Mendig
Osterangebot
Hasenhoppeln & Heimatshoppen
Innovatives rund um Andernach
Rund ums Haus
Innovatives rund um Andernach
Angebotsanzeige (April)
Unterstützeranzeige
Empfohlene Artikel
Schülerinnen und Schüler der Bienenklasse 3c der KGS Meckenheim sind am Standort Meckenheim der Bücherbrücke in die Bücher vertieft. Foto: Stadt Meckenheim
31

Meckenheim. Die Bücherbrücke Meckenheim/Alfter verzeichnet eine rege Nutzung durch Kindertagesstätten und Schulen im Rahmen der Leseförderung. Unter den teilnehmenden Einrichtungen befinden sich unter anderem Blütentraum, Hüppekästchen, Rasselbande und zahlreiche weitere Kindertagesstätten. An beiden Standorten der Bücherei steht der Mittwochvormittag im Zeichen der Vorschulprogramme, bei denen die Kinder bib(liotheks)fit gemacht werden.

Weiterlesen

Mit 17 Anträgen zur Neuaufnahme in diesem Jahr wurde fast der Spitzenrekord von 2020 geknackt.
49

Leutesdorf. Pascal Berger, Vereinsvorsitzender begrüßte alle Anwesenden zur Jahreshauptversammlung am 28. März und es wurde nach Feststellung einer ordnungsgemäßen Einladung und Bekanntgabe der Tagesordnungspunkte eine Gedenkminute den Verstorbenen gewidmet.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
2269

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
132

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Dauerauftrag
Dauerauftrag 2026
Rund um´s Haus
Kreishandwerkerschaft
Kreishandwerkerschaft
Kreishandwerkerschaft
Rund ums Haus
Koblenz blüht 2026
Oster-Anzeige
Schulze Klima -Image
Maschinenbediener, Staplerfahrer
Ostergruß
First Friday Anzeige März
SB Standesamt
PR-Anzeige
Osteraktion
Anzeige Lange Samstage
Mitarbeiter IT-Administrator