Die Weichen für die Zukunft der „Brex“ sind gestellt - nicht nur im Modell
Neuer Prospekt zum Projekt Brexbachtalbahn
Bendorf. Der Bahnstrecke durch das Brexbachtal vom Rhein in den Westerwald ist seit vielen Jahren ohne Zugverkehr. Es drohte ein schleichendes Ende und die Entwidmung der Flächen. Wirklich? Nein, denn streitbare und weitblickende „Gallier“ mit ihrem Zaubertrank aus Mut, Engagement, Weitsicht und Handlungswillen haben einen Verein gegründet und zusammen mit einem Bahnunternehmen und unterstützt von der regionalen Wirtschaft den Abriss 2007 verhindert mit dem Ziel, die Strecke wieder zu reaktivieren. Was viele nicht wissen: der Bahnverkehr lief in all´ den Jahren weiter! Züge fuhren über Viadukte und durch Tunnels - wenn auch nur auf dem Modell. Und wer steht Modell? Attraktive Frauen natürlich oder.... eine attraktive Bahnstrecke, in dem Fall eine der Schönsten in Deutschland. Davon konnten sich am letzten Wochenende wieder zahlreiche Besucher bei den Modelbahntagen in Urbar überzeugen, darunter sogar ehemalige Pfadfinder, die sich noch bestens an ihre Zeit im Pfadfinderlager St. Georg erinnern konnten. Eine Zeit, als 20.000 junge Menschen im Jahr nicht wie heute per PKW oder Unimog anreisten, sondern klimafreundlich mit der Eisenbahn. Den Bahnhaltepunkt gibt es noch, es gibt eine Unternehmensgenehmigung für 25 Jahre bis zum Pfadfinderlager und spätestens mit dem Einbau der Zufahrtsweiche zur Brexbachtalbahn in Engers werden die jungen Menschen wie auch Touristen oder Besucher des Kletterwalds oder des Kulturpark Sayn wieder die Möglichkeit haben, per Bahn anzureisen. Für das kommende Jahr planen die Aktiven aber erst einmal wieder Bahnfahrten zwischen Grenzau und Siershahn. Die entsprechenden Anträge dafür wurden nach der Sanierung einer letzten Weiche im Bahnhof Grenzau in diesem Sommer im Ministerium in Mainz gestellt.
Seit über 17 Jahren arbeiten und engagieren sich die Mitglieder des Vereins Brexbachtalbahn, um die wichtige Verbindungsstrecke zwischen dem Rheintal, dem Ballungsraum Koblenz-Neuwied und dem Unterwesterwald mit dem ICE-Bahnhof in Montabaur zu reaktivieren. Denn der Schienenverkehr bildet nicht nur das Rückgrat für die Verkehrswende insgesamt, sondern auch für einen smarten und innovativen öffentlichen Nahverkehrs zwischen weiter entfernten Orten oder Verwaltungsgrenzen hinaus als eine Busanbindung. Für den Tourismus und für den Güterverkehr ist die Schiene ohnehin unabdingbar, grade in landschaftlich attraktiven und wirtschaftlich starken Regionen. Smarte Mobilität bedeutet Reduzierung von Emissionen, aber auch Verkehrsmittel, Infrastruktur, Fortbewegung von Menschen und Gütern intelligent miteinander zu vernetzen. Ziel des Vereins ist eine bedarfsorientierte Verknüpfung bestehender und neuer Mobilitätsangebote in unserer Region, um Flexibilität, Nutzerfreundlichkeit und Sicherheit unter Berücksichtigung von Umwelt- und Klimaschutzzielen substanziell zu verbessern. Das Engagement der Vereinsmitglieder bedeutet also letztlich nichts anderes, als Klimaschutz und Verbindungen auf verschiedenste Weise herzustellen und Beziehungen zwischen Menschen zu ermöglichen. Damit leisten sie eine wesentliche basisdemokratische Arbeit und wirken in die Gesellschaft. Denn „Zusammen ist man weniger allein“ ist nicht nur ein französischer Filmtitel, sondern auch eine Aussage, die nicht nur den Zeitgeist, sondern das Wirken des Vereins wie den Nagel auf den Kopf trifft. Verbundenheit und zwischenmenschliche Beziehungen sind die perfekte regenerative Energie, halten unsere Welt zusammen, helfen unserer Gesundheit und tragen zum persönlichen Wachstum bei. Das erkennt auch die deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt an, die die Gestaltung des Flyers gefördert hat - aber auch Unternehmen aus der Region, die die Realisierung des Drucks partnerschaftlich unterstützt haben. Die Kommunen entlang der Stecke unternehmen dagegen nach wie vor nichts, um den Wirtschaftsstandort, den Tourismus, den Klimaschutz und die Verkehrswende mittels Bahnanschluss zu stärken. Sie ignorieren weiter die Verpflichtungen des Pariser Klimaschutzabkommens ebenso wie höchstrichterliche Urteile. Etwa 43.000 Einwohner und diverse Unternehmen entlang der Strecke bleiben trotz Klimanotstand also weiterhin vom Europäischen Schienennetz bzw. einer Bahnverbindung an den Rhein abgeklemmt. Der passende Augenblick zur Präsentation des Flyers war deshalb die weltweite Klimademonstration von Friday for Future, die neben 100 anderen Städten in Deutschland auch in Koblenz stattgefunden hat. Zusammen mit dem Klimabündnis Koblenz machte auch die „Brex“ Station am Koblenzer Hauptbahnhof, um eine breite und bereite Öffentlichkeit über den aktuellen Sachstand und geplante Fahrten in 2025 zu informierten.
Die „Brex“ im Modell.
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Der passende Augenblick zur Präsentation des Flyers war deshalb die weltweite Klimademonstration von Friday for Future, die neben 100 anderen Städten in Deutschland auch in Koblenz stattgefunden hat. Fotos: privat