Mitgliederversammlung der Kreisgruppe Ahrweiler des Landesjagdverbandes Rheinland Pfalz (LJV)
Neuer Vorstand wurde gewählt
Kreis Ahrweiler. Die afrikanische Schweinepest (ASP) und die Rolle der Jäger bei Ihrer Bekämpfung war eines der zentralen Themen bei der diesjährigen Mitgliederversammlung der Kreisgruppe des Landesjagdverbandes Rheinland Pfalz (LJV). Dabei gab es auch ein klares Bekenntnis dazu, dass die Ausübung der Jagd nicht zur Schädlingsbekämpfung verkommen darf.
Nach der Begrüßung durch den ersten Vorsitzenden Thomas Güthe folgte die Ehrung der langjährigen Mitglieder des LJV. Hierbei besonders zu erwähnen sind Eugen Strohe sowie Josef Schmitz, die beide für ihre 60-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet worden sind.
Landrat Dr. Jürgen Pföhler lobte die Kreisgruppe für ihr Engagement. Er überreichte Thomas Güthe die Ehrenurkunde des Kreises Ahrweiler. Er lobte weiterhin die Leistungen der Kreisgruppe im Bereich des Artenschutzes, der Prävention und Aufklärung bei der Afrikanischen Schweinepest. Beim Erhalt der Artenvielfalt seien aber nicht nur die Jäger in der Pflicht. Mindestens ebenso wichtig sei die Kooperation zwischen den verschiedenen Naturschutzverbänden, Jägern, Bauern, Forst und Grundstückeigentümern. Weiter sprach sich der Landrat dagegen aus, die Jagd auf eine Stufe mit der Schädlingsbekämpfung zu stellen. Sie müsse Passion und Leidenschaft bleiben, sonst verkomme der Waidmann zum Kammerjäger, so Dr. Pföhler.
Als Nächstes war es nun Thomas Güthe, der die Unterstützung und gute Zusammenarbeit mit seinen Vorstandskollegen und Obleuten würdigte. Nach vier Jahren als erster Vorsitzender begibt er sich in den wohlverdienten Ruhestand. Kreisjagdmeister Dr. Stefan Schuck zeichnete Ariane Beigi, Meike Ciupke sowie Dirk-Siegfried Hübner mit der Verdienstmedaille des DJV aus und würdigte Reinhold Stumpf in diesem Zusammenhang für seine Verdienste für die Kreisgruppe.
Nach dem Kassenbericht von Helmut Rausch entlasteten die anwesenden Mitglieder den Vorstand.
Bei den anstehenden Neuwahlen bildete sich ein neuer Vorstand: Ralf Schmidt, 1. Vorsitzender; Horst Gies, 2. Vorsitzender; Helmut Rausch, Kassierer; Andreas Lichius, stellvertretender Kassierer; Dr. Ute Weiß, Schriftführerin; Jens Obermöller, stellvertretender Schriftführer; Andreas Gerber, Obmann für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit; Axel Sulzer, stellvertretender Obmann für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Alle Vorstandsmitglieder wurden einstimmig gewählt.
Jungjäger bringen frischen Wind in den Vorstand
Alsdann richtete Ralf Schmidt als neuer erster Vorsitzender das Wort an die Mitglieder und umriss kurz die Pläne des neuen Vorstandes. Zunächst räumte er Bedenken, die eventuell aufkommen könnten, aus, da drei der neu gewählten Vorstandsmitgliedern sich aus Jungjägern rekrutierten. Dies - so Schmidt - wäre auch eine Chance auf neue Ideen, frischen Wind und nicht zuletzt deswegen positiv zu bewerten, da es schon schwer genug sei, engagierte Mitglieder zu finden, die sich für einen Posten im Vorstand aufstellen lassen. Ein wichtiger Punkt war das Thema der Wildbretvermarktung im Ahrkreis. Ralf Schmidt: „Es ist schon traurig zu sehen, dass sich die Leute lieber ein Stück Wild von fragwürdiger Herkunft bei einem Discounter kaufen, statt zum ansässigen Jäger zu gehen, wo die Herkunft besser dokumentiert und die Qualität des Wildfleisches höchstwahrscheinlich auch höher ist“. Er betonte den Erfolg der „Aktion Blau“, die Ausstattung der Landstraßen mit entsprechenden Reflektoren, welche die Gefahr von Wildunfällen markant reduzierte. Weiter möchte er sich mit seinem neuen Vorstand um eine Revision der Fütterungs- und Kirrverordnung bemühen, sowie sich für eine Befreiung der Jagdhunde von der Hundesteuer einsetzen. Des Weiteren stellte er den Nachfolger der Rollenden Waldschule vor. Der neue Anhänger, welche von Martina Glahn und Frank Schlichting betreut wird, steht ab sofort zu Schulungs- und Präsentationszwecken bereit und bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, Kindern und Jugendlichen Wald, Wild und Waidwerk näher zu bringen.
Es folgte der Bericht des Kreisjagdmeisters (KJM) Stefan Schuck. Er betonte die Problematik der Afrikanischen Schweinepest (ASP) und die Erwartungen, die an die Jäger in diesem Rahmen gestellt werden. „Es ist anzumerken“, so Schuck, „dass die Ansteckungsgefahr von Tier zu Tier eher gering ist. Viel größer ist die Ansteckung über die Unachtsamkeit des Menschen, zum Beispiel durch das achtlose, auch unbewusste, Wegwerfen von kontaminierten Wurstwaren auf Rastplätzen.“ Hier tut Aufklärung Not. Auch er betonte, die Kreisgruppe würde die Jagd- und Veterinärbehörden nach bestem Wissen und Gewissen unterstützen, jedoch sollte die Jagdausübung nicht zur Schädlings- und Seuchenbekämpfung ausarten. Besorgt zeigte sich Stefan Schuck auch bei der Verschlechterung der Lebensräumen des Niederwilds. Nicht nur der dauerhafte Entzug von Ausbreitungsgebieten, sondern auch die zunehmende Beunruhigung verschlechterten die Biotope nachhaltig. Weiter sprach sich der KJM ebenfalls für eine Überarbeitung der Fütterungs- und Kirrverordnung aus. Diese sei seit zehn Jahren unverändert, nie den sich ändernden Variablen angepasst worden und mit hohem bürokratischen Aufwand verbunden. Erfreulicher sah es hingegen bei der Ausbildung der Jungjäger aus: Im letzten Jahr haben 14 Jungjäger die Prüfung erfolgreich absolviert. Auch die Abschusszahlen konnten durchweg erfüllt werden. Herausragend hier die Strecke Schwarzwild mit kreisweit 5.500 Stück.
Mit der anschließenden Trophäenbewertung durch Dr. Armin Scheuermann und der Auszeichnung der Sieger endete die diesjährige Mitgliederversammlung.
Abgerundet wurde der Abend von der Verabschiedung durch die Jagdhornbläser, welche ihr Können unter Beweis stellten, wobei im Anschluss noch genügend Zeit bestand, sich bei einem guten Glas Ahrwein auszutauschen und Kontakte zu knüpfen.
Die neue Rollende Waldschule betreut durch Martina Glahn und Frank Schlichting.