Allgemeine Berichte | 16.09.2022

Westerwälder Förderverein freut sich über die Unterstützung durch die Leser:

Neues Nähzentrum für die Armen im Nordosten Brasiliens

Die Näherinnen von São João da Fronteira sind froh über ihr neues Zentrum

„Suppenküche-Termin“ an der der Casa Margarete: Hier erhalten Kinder aus armen Familien zweimal wöchentlich gesunde Speisen, die von Ehrenamtlichen zubereitet und ausgeteilt werden. Fotos: privat

Dernbach/São João da Fronteira. Eines Nachts war es plötzlich eingestürzt, das Dach des Katharina-Kasper-Zentrums in der Kleinstadt São João da Fronteira im brasilianischen Armenstaat Piauí. Darin befand sich u.a. der große Nähsaal, in dem die Frauen aus der sehr armen Bevölkerung nähen und handarbeiten lernen konnten. Zum Glück kam bei dem Einsturz kein Mensch zu Schaden, aber ein großer Teil der Einrichtung wurde zerstört. Ein Wiederaufbau durch den Eigentümer, das Bistum Parnaiba, war zunächst erhofft, wurde aber nicht verwirklicht. Doch mit der großen Spendenbereitschaft der Leser dieser Zeitung konnte mittlerweile an anderer Stelle ein neues, wenn auch kleineres Sozialzentrum erbaut werden. Der Westerwälder Förderverein AME Assoziation Margarete Echternach e.V. mit Sitz in Dernbach ist sehr froh über diese Hilfe.

Einweihung des Katharina- Kasper-Sozialzentrums

Das neue Sozialzentrum in São João da Fronteira mit dem Nähsaal fand seinen Platz als Anbau an eine bereits bestehende Basarhalle, in der die von den Näherinnen gefertigten Artikel sowie Second-Hand-Kleidung zu niedrigen Preisen an die arme Bevölkerung der Stadt und des Umlandes verkauft werden. Zudem hat ein Vielzwecksaal mit einer Suppenküche für die Kinder armer Familien des Städtchens seinen Platz darin gefunden. Die Räumlichkeiten sind zwar kleiner als in dem vormaligen Gebäude, aber dafür hat man mit dem Anbau eine kostengünstige Lösung auf eigenem Grund und Boden gefunden. In diesem Jahr konnten die Räume während einer feierlichen Zeremonie eingeweiht werden.

Hilfsprojekte für Kinder und Frauen

Durch das Nähprojekt erhalten Frauen in finanziell sehr schwierigen Verhältnissen die Möglickeit, Artikel herzustellen und durch deren Verkauf im Basar ihre Familien zu unterstützen. Das steigert ihr Selbstbewusstsein und ihren Mut, der Armut zu trotzen. Das Nähprojekt ist eines von vielen Angeboten für Frauen, Kinder und Jugendliche, mit denen die Associação Margarete Echternach (AME) der armen Bevölkerung von São João da Fronteira (SJF) zu Hilfe kommt. Vorsitzende dieser gemeinnützigen Organisation ist Schwester Adelgard Zimmer, von den Dernbacher Schwestern ADJC. Ihr zur Seite steht als Koordinatorin der Programme in insgesamt drei AME-Sozialzentren die Lehrerin und Psychopädagogin Lucilene da Silva Lima, die von Kind an die Not der Menschen hier kennt jetzt als „Irma Luzia“ (Schwester Luzia) bei allen Formen der Not aufgesucht wird. Ebenso leistet ein engagiertes Team von etwa 20 jugendlichen Helfern große Unterstützung bei der Durchführung der Programme.

Die Geburtsstätte der AME/SJF ist das Sozialzentrum „Casa Margarete“, das vor neun Jahren aus der Erbschaft der verstorbenen Margarete Echternach aus Wattenscheid und auf Initiative von Schwester Antonie Wiss (ADJC) in São João da Fronteira gebaut wurde. Das Gebäude steht in der Mitte einer großen Armensiedlung am Stadtrand von SJF. In der „Casa Margarete“ gibt es neben einem Speisesaal weitere Räume für Hausaufgabenhilfe und Förderunterricht der Kinder. Hier wurde vor neun Jahren die erste Suppenküche für die mangelernährten Kinder dieser Siedlung eingerichtet. Zweimal wöchentlich erhalten hier am „Suppenküche-Termin“ etwa 60 Kinder ein gesundes Essen aus Gemüse und Fleisch. Auch bei allen anderen Angeboten für Kinder und Jugendliche gibt es eine nahrhafte Pausenspeisung, die die Mangelernährung, denen viele Kinder in ihrem Zuhause ausgesetzt sind, ausgleicht und die Freude am Lernen steigert.

Perspektiven für die Armen

Ziel der Projekte ist es, den Kindern, Jugendlichen und Frauen eine Sicht der Welt zu eröffnen, in der es sich lohnt, durch eigene Anstrengung und in der Gemeinschaft anderer die Zukunft positiv zu gestalten. Als Gegengewicht gegen eine deprimierende Familiensituation brauchen die Menschen die Möglichkeit, ihre Talente entdecken zu können sowie die Erfahrung, akzeptiert zu sein. „Hilfe zur Selbsthilfe geben, das ist unser Anliegen,“ so Schwester Adelgard, und weiter: „Ich bin sehr froh darüber, dass mit dem Anbau an die Basarhalle auch die Frauen und Mütter wieder mehr gefördert werden können. Dies wiederum hilft der ganzen Familie.“

Das Projekt AME finanziert sich allein aus Spenden und ist deshalb auf Unterstützung angewiesen. Schwester Adelgard und ihr Team hoffen darauf, dass weitere Hilfen zusammenkommen, um die Programme fortzuführen .

Spenden kommen 100% an

Der Förderverein der AME e.V. versichert, dass alle Spenden zu 100 % bei den Projekten ankommen, denn alle Vereinsmitglieder bringen sich ehrenamtlich ein. Um den Bestand der „Casa Margarete“ mit den beiden angegliederten Sozialzentren für die Zukunft zu sichern und um die vielen Hilfsprojekte am Laufen zu halten, braucht es weitere Unterstützung. Jede Spende trägt dazu bei, dass vor allem die Kinder, aber auch ganze Familien eine bessere Zukunft haben.

Weitere Infos: Spendenkonto des Fördervereins AME e.V.; Nassauische Sparkasse; IBAN DE77 5105 0015 0803 3074 87; BIC NASSDE55XXX; Verwendungszweck: Spende São João da Fronteira.

Pressemitteilung Förderverein

AME Assoziation Margarete

Echternach e.V.

Schwester Adelgard (ganz links) und Lucilene da Silva Lima mit dem Bautrupp vor dem Rohbau des neuen Katharina-Kasper-Zentrums, das sich an die bestehende Bazarhalle anschließt.

Schwester Adelgard (ganz links) und Lucilene da Silva Lima mit dem Bautrupp vor dem Rohbau des neuen Katharina-Kasper-Zentrums, das sich an die bestehende Bazarhalle anschließt.

„Suppenküche-Termin“ an der der Casa Margarete: Hier erhalten Kinder aus armen Familien zweimal wöchentlich gesunde Speisen, die von Ehrenamtlichen zubereitet und ausgeteilt werden. Fotos: privat

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