Neulich an der Selbstscannerkasse
von Gregor Schürer
Neulich bin ich unterwegs zu einem morgendlichen Termin und habe noch nicht ordentlich gefrühstückt. Es ist noch etwas Zeit und so hole ich mir beim Discounter meiner Wahl an der Backtheke eine leckere Laugenbrezel. Ich verpacke sie in eine der ausliegenden Tüten und stelle ich mich an die Kasse.Natürlich ist nur eine geöffnet. Und nicht nur das. Die Dame vor mir hat ihren kompletten Wocheneinkauf im hoch gefüllten Wagen. Sie wirft mir einen Blick zu, sagt aber nichts.Ich überlege kurz, sie zu fragen, ob sie mich vorlässt. Denn bis sie alles aus dem Wagen aufs Band gelegt hat, habe ich schon bezahlt, bin aus dem Laden und beiße in meine Brezel. Ich traue mich aber nicht und raschele stattdessen mit meiner Tüte, vergeblich.Während ich denke „Selbst schuld, du Feigling!“ geht mein Blick nach nebenan, dort stehen Selbstbedienungskassen.Vorwiegend junge Leute sind daran zu Gange. Ich finde diese
Selbstscannerkassen schon erstaunlich, denn der Kunde macht dort eigentlich die Arbeit der KassiererInnen. Ob das im Sinne der Angestellten ist? Und: Er kriegt seine Ware deshalb auch nicht billiger als ich.Freilich geht es schneller, gerade, wenn man nur ein paar Artikel gekauft hat. Bei den Self-Checkout-Kassen, wie man sie auch nennt, scannen die Kunden ihren Einkauf in der Regel mit einem Handscanner, der von der Filiale bereitgestellt wird. Vielleicht sollte ich es mal probieren?
Dazu müsste ich allerdings wissen, wo sich auf meiner Brezel der Code zum Scannen befindet.Mittlerweile hat die Kundin vor mir ihren Einkauf wieder im Wagen und beglichen, ich kann meine Brezel ganz normal aufs Band legen und bezahlen. Draußen vor der Tür schmeckt sie mir besonders gut, weil ich so lange warten musste.
Abends frage ich das kluge Kind, wie man Laugengebäck ohne Code an der Scannerkasse bezahlt. „Du musst nur das Menü Backwaren aufschlagen, dort werden dir dann alle Produkte angezeigt und Du gibst die Anzahl ein, fertig.“
So einfach geht das? Na, wenn ich das gewusst hätte…
