Allgemeine Berichte | 02.02.2026, 12:20 Uhr

Neulich im Zwitscherbad

von Gregor Schürer

Autor Gregor Schürer.  Foto: privat

Neulich war ich zu Besuch bei Freunden. Als ich das Badezimmer betrat, um die Toilette zu benutzen, drangen leise Geräusche an mein Ohr. Irritiert lauschte ich, was genau zu hören war. Es waren Vogelstimmen, sie klangen entfernt, aber deutlich. Erst dachte ich, das Zwitschern käme von draußen, aus dem Garten. Aber das Fenster war nicht gekippt, sondern geschlossen. Ich hörte noch genauer hin, nun vernahm ich auch ein sanftes Plätschern. Ich überprüfte, ob die Toilettenspülung durchlief oder ob der Wasserhahn am Becken nicht zugedreht war, Fehlanzeige. Kopfschüttelnd erfreute ich mich an der sanften Geräuschkulisse. Fast hatte ich das Gefühl, im Wald zu sein, es fühlte sich gut und friedlich an. Hörte ich in der Ferne einen Kuckuck rufen? Ganz ruhig horchte ich weiter, bis die Geräusche verstummten. Erst als ich mich wieder bewegte, sangen die Vöglein erneut.

Später nahm ich mir in einem ruhigen Moment den Hausherrn beiseite. „Eben, in eurem Badezimmer, da hab ich Vogelgeräusche gehört. Hast Du mir was ins Essen getan oder bin ich nicht mehr normal?“

Mein Freund lachte und klärte mich auf: „Das ist unsere Zwitscherbox.“ Er nahm mich mit ins Bad und zeigte mir ein weißes Kästchen, es sah aus wie ein Häuschen und stand, etwas versteckt, auf dem Fenstersims. „Das ist eine Soundbox mit Naturgeräuschen. Ein Bewegungsmelder aktiviert sie, sobald jemand den Raum betritt.“

Zu Hause schaute ich nach: Diese Zwitscherbox soll die Klänge der Natur in die eigenen vier Wände bringen. So entsteht der Eindruck eines naturnahen Raums, der erholende und beruhigende Wirkung auf die Menschen hat.

Stimmt, bei mir hat es funktioniert, es klang wie bei einem Waldspaziergang, als ob man im Freien, im Grünen wäre. Bei den Geräuschen gibt es neben Vogelgezwitscher auch Entengeschnatter, quakende Frösche, kreischende Möwen, Meeresrauschen und mehr.

Dreimal dürfen Sie raten, wer kurze Zeit später bei Schürers Einzug fand. Seitdem ist auch unser Bad eine zwitschernde Oase der Entspannung

Autor Gregor Schürer. Foto: privat

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