Allgemeine Berichte | 10.02.2026, 14:56 Uhr

Ich tu's Fraktion spricht sich gegen die Fällung auf dem Schulhof der Geschwister Scholl Schule aus

Neuwied: Gesunde Bäume sollen gefällt werden

Diese Platanen sollen gefällt werden.Foto: privat
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Neuwied. Die Stadt beabsichtigt bei der Umgestaltung des Schulhofs der Geschwister Scholl Schule drei alte, gesunde Platanen zu fällen. Begründet wird diese Maßnahme damit, dass die Grundschulkinder und das Lehrerkollegium in die Planung einbezogen wurden und deren Wünsche und Ideen maßgeblich eingebracht wurden.

Hintergrund der Maßnahme ist, dass die Geschwister Scholl Schule Ganztagsschule werden soll und der Platz auf dem Schulhof nicht mehr ausreicht. Die über 70 Jahre alten Bäume nehmen angeblich zu viel Platz weg. Gleichzeitig betont die Stadt aber dass bis zu 12 neue Bäume gepflanzt werden. Unabhängig davon,dass junge Bäume Jahrzehnte brauchen bis sie die ökologische Leistung solch alter Bäume erreichen werden doch auch neue Bäume den so dringend benötigten Platz beanspruchen.

Angeführt wird von der zuständigen Abteilung der Stadt auch , dass Kinder an Platanenallergie leiden, Wurzeln als Stolperfallen gelten und die Gefahr des Astbruches bei alten Bäumen verstärkt auftritt. Es wird immer Einzelfälle geben, dass Kinder gegen irgendetwas allergisch sind, und der Gefahr des Astbruchs ist bei sachkundiger Pflege des Baumbestands entgegen zu wirken. Bis heute sind keine Vorfälle bekannt, welche die Beseitigung der Bäume begründen würden.

Die alten Platanen produzieren nicht nur jede Menge Sauerstoff, sondern sie sorgen auch für ein besseres Mikroklima sowie eine Beschattung des Schulhofes und sind Lebensraum vieler Tiere. Werden die Platanen entfernt, so muss das Schulgebäude durch technische Lösungen neu beschattet werden. Welche Auswirkungen das Fehlen der Bäume für das Stadtklima hat, ist vorauszusehen.

Wie erklärt man den Bürgern , dass Begrünungsmaßnahmen mit Steuermitteln gefördert werden um dem Klimawandel entgegenzutreten, aber gleichzeitig ein gesunder, natürlich gewachsener Baumbestand aus fadenscheinigen Gründen vernichtet werden soll. Die Stadtverwaltung beschäftigt Klimamanager sowie Klimaanpassungsmanager. Wurden die in die Planung einbezogen?

Was sagen die Anwohner zu dieser Maßnahme – wurden die Anlieger überhaupt gefragt? Die Platanen sind Lebensraum vieler Tiere – Vögel, Insekten und wahrscheinlich auch Fledermäuse. Wurde dieser Tatsache Rechnung getragen und hat die untere Naturschutzbehörde diesem ohne Bedenken zugestimmt ?

Wenn man so großen Wert auf die Beteiligung der Kinder an dieser Maßnahme legt, wäre es notwendig gewesen, auf jeden Fall den alten Baumbestand alternativ mit in die Planung einzubeziehen. Grundschulkinder werden überfordert, wenn sie den ökologischen Wert dieser alten Bäume einschätzen und den Wegfall der alten Bäume bewerten müssen. Ein Kind wechselt nach vier Schuljahren die Grundschule – die Bäume stehen dort schon seit 70 Jahren . Es gibt Planungsbüros,welche darauf spezialisiert sind, alte Baumbestände in die Planung mit einzubeziehen. Diese alternative Planung ist für die Gesamtbeurteilung zwingend.

Das Argument , dass die Baumbestände bei dem kleinen Schulhof während der Umbaumaßnahmen nicht geschützt werden können, lässt sich leicht widerlegen. Nur wenige Meter weiter wird an der Großbaustelle Kastanienhof mit schwerem Gerät an einer neuen Wohnanlage gebaut. Ein Altbestand von Kastanien wird hier in die Planung einbezogen und erhalten .

Irgendwie wird man den Eindruck nicht los, dass mit allen Mitteln versucht wird Tatsachen zu schaffen und den Baumbestand schnell loszuwerden. Dazu werden fadenscheinige Gründe angeführt und der Wunsch der Kinder und Lehrer dieser Schule als Begründung hervorgehoben. Die Stadt selbst gibt zu, dass der Baumbestand gesund und eigentlich erhaltenswert ist. Hier sollte nach Abwägung aller Argumente eine für alle Seiten tragbare Lösung gefunden werden. Gerade in Zeiten des Klimawandels muss dieser gesunde Platanenbestand mitten in der Stadt erhalten bleiben.

Pressemitteilung Ich tu's Fraktion

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Diese Platanen sollen gefällt werden.Foto: privat

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