Mit dem Neubau der Landgrafenbrücke beginnt der Wiederaufbau einer wichtigen Verkehrsader der Kreisstadt
„Nicht nur ein Symbol von Verbindung, sondern eine echte Verbindung“
Fertigstellung der neuen Brücke ist für Ende 2025 vorgesehen
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Wichtiger Meilenstein in Sachen Wiederaufbau nach der Flut in Bad Neuenahr-Ahrweiler: mit dem kürzlich erfolgten Spatenstich zum Neubau der Landgrafenbrücke sind die Arbeiten zu einem der wichtigsten Brückenbauprojekte der Kreisstadt offiziell gestartet. Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der lokalen Politik sowie des realisierenden Bauunternehmens Leonhard Weiss waren ebenso gekommen, wie etliche Bürgerinnen und Bürger, um Zeugen dieses bedeutenden Ereignisses zu sein.
„So bauen, wie es Hochwasserschutz- und Vorsorge erfordern“
„Alle von der Flut zerstörten Brücken waren nicht nur ein Verlust von Bauwerken, sondern von wesentlicher Infrastruktur. Die Landgrafenstraße mit der Landgrafenbrücke ist eine der wichtigsten Verkehrsadern in dieser Stadt. So entstand hier die erste provisorische Brücke in Bad Neuenahr-Ahrweiler nach der Flut. Vom THW nach nur 16 Tagen erbaut, weil wir wussten, dass diese Verbindung eine besonders wichtige ist. Es ist eben nicht nur ein Symbol von Verbindung, sondern eine echte Verbindung. Dabei bauen wir selbstverständlich nicht so, wie es war, sondern wie es Hochwasserschutz- und Vorsorge erfordern. Technische Daten für Brücken lassen sich berechnen – jedoch nicht deren Bedeutung für Menschen. Diese neuen Brücken sind Zeugnis unserer kollektiven Anstrengung und unseres gemeinsamen Willens, wiederaufzubauen, was verloren gegangen ist – so weit wir die Infrastruktur wiederaufbauen können. So wie die neuen Brücken werden hoffentlich auch der Zusammenhalt und die Gemeinschaft in dieser Stadt sein. Stärker, widerstandsfähiger und robuster. Deshalb gilt unser Dank allen hieran Beteiligten“, so Bürgermeister Guido Orthen. „Wir sind sicher, dass wir mit diesem Brückenbauwerk eine zukunftsfähige Lösung gefunden haben und freuen uns schon auf die nächsten Schritte“, ergänzte Hermann-Josef Pelgrim, Geschäftsführer der Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft. Farbenfroh wurde der Spatenstich durch eine Gemeinschaftsaktion der Kinder der offenen Kinder- und Jugendarbeit der Stadt, die in den Herbstferien bunte Banner in den Farben des Stadtlogos gestalteten. Das dort künstlerisch gestaltete Motto „Gemeinsam Brücken bauen“ wird fortan den Brücken-Wiederaufbau im gesamten Stadtgebiet begleiten.
Fast 50 Meter lang bei Kosten von neun Millionen Euro
Die neue Landgrafenbrücke wird eine 3-Feld-Stahl-Verbundbrücke mit bogenförmiger Untersicht, beschichtetem Stahl und erhöhtem Abflussquerschnitt für eine signifikant verbesserte Absicherung gegen Hochwasser sein. Geplant von der Emch+Berger GmbH (Weimar) im Auftrag der städtischen Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft, wird die neue Brücke jeweils nach Süden neun und nach Norden rund sieben Meter länger sein, als vor der Flut - bei einer Gesamtlänge von 49,60 Metern und einer Breite von 14,50 Metern. Für den motorisierten Schwerlastverkehr und den ÖPNV sind zwei Spuren vorgesehen, beidseitig entstehen Radfahrstreifen und separate Gehwege. Unter der Brücke wird es eine Rad- und Fußgängerunterführung geben. Bei Kosten von neun Millionen Euro brutto wird mit einer voraussichtlichen Befahrbarkeit Ende 2025 gerechnet, bis Ende April 2026 soll auch die Behelfsbrücke abgebaut sein. Diese kann nämlich während der Bauarbeiten bestehen bleiben, da der Neubau auf der alten Trasse errichtet wird.
Die neue Landgrafenbrücke entsteht auf der alten Brückentrasse. Während der Bauarbeiten kann die bestehende, provisorische Brücke weiter genutzt werden.
Wichtiger Spatenstich in der Kreisstadt – der Neubau der Landgrafenbrücke hat offiziell begonnen. Darüber herrschte große Freude, unter anderem bei Bürgermeister Guido Orthen (Vierter von links), Richard Lindner (Ortsvorsteher Bad Neuenahr, Dritter von rechts), Peter Diewald (1. Beigeordneter, Zweiter von rechts), Hermann-Josef Pelgrim (Geschäftsführer Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft (Zweiter von links) und Martin Kaschny (Vizepräsident SGD Nord). Fotos: DU
