Streuobstwiese in Leimbach-Adorferhof nimmt Formen an
Noch stehen die Schafe alleine auf der Fläche
Unterstützung durch den Kreis und Agenda 2030-Projekt der Verbandsgemeinde
Adenau. Die Verbandsgemeinde Adenau (VGA) engagiert sich seit vielen Jahren in den Aktivitäten des UN-Projektes „Agenda 2030“. Fast alle Gemeinden in der VG Adenau haben den Vertrag dazu unterschrieben und tragen zu seiner Erfüllung bei.
Die VGA hat sich für dieses Jahr das Ziel 15 („Leben an Land“) vorgenommen und damit, Landökosysteme zu schützen beziehungsweise die Wiederherstellung und ihre nachhaltige Nutzung zu fördern. Der Kreis Ahrweiler wiederum unterstützt den Streuobstverein „Eifel/Ahr e.V.“ im Rahmen des Naturschutzgroßprojektes „Obere Ahr-Hocheifel“ an einem konkreten Beispiel bei der Anlage einer „öffentlichen“ Streuobstwiese in Leimbach-Adorferhof.
Baumpatenschaft
Das Angebot für eine Baumpatenschaft auf der Streuobstanlage haben inzwischen 30 Paten übernommen: Bürgerinnen und Bürger aus Leimbach und Umgebung, die Ortsgemeinden Leimbach, Dümpelfeld und Antweiler, aber auch Vereine und Unternehmen.
Das Ziel ist einerseits, dass die ökologische und auch wirtschaftliche Bedeutung von Streuobstwiesen vor Ort thematisiert werden kann, gleichzeitig auch die globale Verantwortung aktiv und symbolisch durch eine Patenschaft für einen einzelnen Baum ausgedrückt wird. Äpfel, Birnen, Kirschen oder Zwetschgen kennen inzwischen viele Menschen nur aus dem Supermarkt. Dass die Bäume, von denen das Obst stammt, ein wichtiges Kulturgut sind und sogar eigenständige Biotope bilden, erstaunt die meisten Menschen. Wiesen mit Obstbäumen gehören zum ursprünglichen Landschaftsbild der Eifel. Die kulturellen Wurzeln des Obstanbaus reichen bis in die Römerzeit zurück. Allerdings sind heute viele Streuobstwiesen verschwunden und durch Baugebiete, Verkehrsflächen oder Plantagenmonokulturen ersetzt worden. Wer die Bedeutung und den Nutzen von Obstbäumen und ihrem Naturraum kennt, der weiß, wie vielfältig der Lebensraum Streuobstwiese ist, welche Tier- und Pflanzenarten hier vorkommen und was der Mensch zum Erhalt dieses wertvollen Ökosystems beitragen kann.
Ostbaumpaten lernen, wie Obstbäume richtig behandelt werden müssen, vom Pflanzen über das Beschneiden bis zur Ernte. In der Eifel kommen rund 40 Apfelsorten und mehr als 20 Birnensorten vor und rund ein Dutzend verschiedener Sorten von Kirschen und Zwetschgen. Zum Lernen gehört auch das Wissen um die spätere Vermarktung von Obstprodukten: Obstsäfte, Viez (vergorener Apfelsaft), verschiedene Obstbrände oder auch die Nutzung für den Eigenbedarf. Wie stelle ich Marmelade, Gelee oder Konfitüre her? Wie trockne ich Obst? Wie koche ich es ein? Wichtig sind die Hinweise für alle, die Streuobstwiesen anlegen, pflegen und erhalten wollen. Die Streuobstwiese selbst wird durch weiter ökologische Maßnahmen (angebohrte Hartholzstämme als „Hotel“ für Wildbienen, Ansitze für Greifvögel, Totholzhaufen und großzügige Abstände der Bäume für Bienenflug) aufgewertet
Leimbach- Adorferhof als Vorbild
Das Projekt in Leimbach-Adorferhof kann Beispiel für Projekte in weiteren Gemeinden sein. Es kann aufzeigen, wie die alte Kulturlandschaft der Streuobstwiesen neu belebt werden kann.
„Die Rückmeldungen von Privatpersonen und Gemeinden sind erfreulich, wenn verstärkt der Wunsch nach der Anlage einer eigenen Streuobstwiese geäußert wird“, kann Peter Richrath als Vorsitzender des Streuobstvereins „Eifel/Ahr e.V.“ und selbst Ortsbürgermeister zufrieden feststellen. Die Gruben für die Bäume werden am Samstag, 26. Oktober ausgehoben und die Pfähle gesetzt. Am Samstag, 16. November werden die Bäume von den Baumpaten gepflanzt. Ehrenbaumpaten werden Landrat Pföhler für den Kreis, BM Nisius für die Verbandsgemeinde und Dieter Zimmerman als Vorstandsvorsitzender für die Kreissparkasse Ahrweiler sein, die den Streuobstverein finanziell erheblich unterstützt. Eine kleine Festivität wird um 13 Uhr die Pflanzaktion mit Gästen abschließen.
Pressemitteilung
Streuobstvereins „Eifel/Ahr e.V.
