Kai Kramostas aktuelles Soloprogramm begeisterte zahlreiche Zuschauer
„Normal müsste dat halten“
Comedy vom Feinsten anlässlich des 35-jährigen Jubiläums der Beller Gemeindehalle
Bell. Wenn Jesus Christus Handwerker war, was hat er dem lieben Gott für die Anfahrt zum Himmel berechnet? Wären Adam und Eva Eifelaner gewesen, hätten sie anstelle des Apfels die Schlange gefressen? Bedeutet schlüsselfertiges Bauen in der Eifel, dass man bei der Schlüsselübergabe vollkommen fertig ist? Handeln Dorfhandwerker oft im Eifler des Gefechts? Der Kunde ist König, aber die Eifeler Bauarbeiter sind strikt gegen die Monarchie! Der inzwischen ebenso bekannte wie beliebte Satiriker Kai Kramosta hatte auf fast jede Frage nicht nur eine passende, sondern auch eine ausgesprochen originelle Antwort. Der begnadete Entertainer, der sich bereits durch diverse Fernsehauftritten und Hörfunksendungen einen hervorragenden Namen gemacht hat, betrat im Jahre 2010 die Kabarettbühnen mit seinem ersten Soloprogramm „Runde Sache“. Dabei stand im Mittelpunkt des Geschehens – ebenso wie bei seiner „One-man-Comedy-Show“ „Normal müsste dat halten…“ seine Heimat, die Eifel. Übrigens hatte Kai Kramosta dieses Thema für den Radiosender SWR 3 in Form einer Sketchserie mit dem Titel: „Der Eifelhandwerker – Hau vom Bau!“ entwickelt und damit bereits viele Fans gewonnen. Dass er bei seinem Publikum auch live wahre Lachsalven auslöst, bewies Kramosta bei seinem jüngsten Auftritt in der gut besuchten Beller Gemeindehalle, die in diesem Jahr ihr 35-jähriges Bestehen feiert. Für Ortsbürgermeister Bernd Merkler war dieses Jubiläum Anlass genug, die zahlreichen, von zum Teil weither angereisten Comedy-Fans mit einem Spitzenprogramm des Entertainers zu verwöhnen. Außerdem wurden die Besucher sowohl vor- als auch nach der Veranstaltung zusätzlich noch mit einem tollen Kirmesangebot auf dem Festplatz vor der Halle belohnt.
Details zum aktuellen Programm
„Eifelpower, heftig smart & deftig zart… und das mit Handwerker Peters (genannt HP). Am Anfang waren Himmel und Erde – den Rest hat er gemacht. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen – jedenfalls vor ihm… Alltags- und Figurencomedy vom Allerfeinsten.“ Mit diesen Worten lässt sich das aktuelle Programm recht treffend beschreiben. HP erzählt von seinem alltäglichen Bauwahnsinn und leutseligem Lebenskosmos in ständigem Dialog mit dem Publikum – seine Art ist liebenswert naiv und heimatlich vertraut. In schönstem Vulkaneifel-Slang poltert er über die Bühne, aktuelle Begebenheiten, bauliche Verfehlungen und familiäre Irrwege – kein Thema ist vor ihm sicher. Während er das Leben und Leid der Eifeler Handwerker mit zum Teil recht deftigen Schilderungen unter die Lupe nimmt, verpasst er jedem einzelnen einen, dem Gewerk entsprechenden, humoristisch-fantasievollen Namen. Während die Zuschauer sich die Lachtränen aus den Augen wischen, landet der aus Nickenich stammende Comedian einen Treffer nach dem anderen: „Ich bin halb Eifelaner und halb Rheinländer: Eifelaner durch meine Mutter und Rheinländer durch einen guten Freund meines Vaters“. In einer wahren Liebeserklärung an die Eifeler Dorfbewohner schwärmt er: „Dorfbewohner sind die besseren Menschen, denn sie erleben Momente, die ein Städter gar nicht kennt. So zum Beispiel auf dem langen Weg von der Kneipe bis nach Hause wieder nüchtern zu werden. Wir Dorfbewohner wissen, dass Kühe nicht lila sind und wenn Du in der Stadt in eine Kneipe gehst und dort fünf Gläser Bier trinkst, bist du ein Alkoholiker – auf dem Dorf bist du der Fahrer!“ Im Outfit eines Gelehrten weiß der Comedian zu berichten, dass das älteste Dorf in der Eifel liegt. Diese Weisheit entnimmt er seinem Buch „Im Eifler des Gefechtes“. „Hier in der Eifel, wo die Leute von RTL mit einem Kescher unterwegs sind, um ihre Kandidaten für die Sendung ‚Bauer sucht Frau‘ einzufangen, werden noch die Schweine mit Käse gefüttert, um das Fleisch als Cordon bleu zu verkaufen.“ Auch für den Eifeler Dialekt („deftig, heftig und kräftig“) gab es Beispiele. „Hier zählt zu den meistverkauften Brotsorten ‚Dat do‘.“ Unendliche Geschichten weiß der Fachmann Kramosta jedoch über die Eifeler Handwerker zu erzählen, denn schließlich ist dieser „der Vorläufer von Google, denn er weiß einfach alles und ist außerdem ein hart gesottener Kerl: Er isst keinen Honig, sondern lutscht Bienen und vergisst nie seine wichtigsten Werkzeuge, ein Kasten Bier und die Bild-Zeitung. Und während Kai Kramosta in die Rollen verschiedener Charaktere springt und mit Skurrilitäten aus seiner Heimat ein wildes Kopfkino bei seinen Zuschauern auslöst, stand nach seinem circa zwei Stunden währenden spektakulären Auftritt auch in Bell fest: „Wir sind ohne jeden Zweifel – mitten in der Eifel!“
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Im Dialog mit seinem Publikum testet der Comedian die Fähigkeiten der Eifeler Handwerker.
