Feucht-fröhliche St. Viktor - Kirmes in Oberbreisig
„Oberdörfer“ trotzten den Regenschauer
Pastor Marmann hielt auch die Gedenkansprache für die Opfer von Krieg und Gewalt
Bad Breisig. Die Oberbreisiger feierten am Wochenende ihre traditionelle St. Viktor-Kirmes. Mit dem Wetter hatten die „Oberdörfer“ diesmal keinen Vertrag. Immer wieder versuchten Regenschauer, die Kirmes-Freude am Patronatsfest zu bremsen. Aber die Oberbreisiger verstehen, die Umstände zu nehmen, wie sie sind. Immerhin war das „Oktoberfest“ des Junggesellenvereins am Freitag in der Sängerhalle gut besucht und ein voller Erfolg. Am Samstag ging die Kirmes dann richtig los - mit Böller-Salven der „Brohler Böller-Buben“ und dem Fackelzug der Ortsvereine. Da sind die Oberbreisiger ja hinsichtlich Zusammenhalt vorbildlich: Die St. Viktor-Schützenbruderschaft, der Männergesangverein „Sängerbund“ und die Junggesellen ziehen an einem Strang, wenn es darum geht, die Kirmes zu gestalten. Und dann ist ja da auch noch die Weinbruderschaft, die mit ihrem Weinausschank am „Winzertreff“ die Kirmes belebt. Wenn auch das unfreundliche Wetter nicht gerade zum Mitmachen lockte: Am „Winzertreff an der Hauptstraße herrschte Samstagabend gute Laune - und in der Sängerhalle wurde die „90er Party“ gefeiert - in überschaubarer Stärke, aber mit Spaß und guter Musik.
Pastor Marmann - die geistliche und weltliche Macht
Am Sonntag wurden die Bürger des „Oberdorfs“ früh musikalisch geweckt. Dann ging es ins Hochamt in der St. Viktor-Pfarrkirche, zelebriert von Pastor Günter Marmann. Der Pfarrherr hatte an dem Tag eine Menge Aufgaben. Da von den zivilen Repräsentanten der Stadt niemand verfügbar war (weder Verbandsbürgermeister Weidenbach, noch Stadtbürgermeisterin Hermann-Lersch oder einer ihrer Beigeordneten hatten den Weg nach Oberbreisig gefunden) musste Pastor Marmann neben der geistlichen auch die weltliche Macht repräsentieren: Er nahm auf der Freitreppe von St. Viktor neben dem amtierenden Schützenkönig Burkhard Hornberger und dessen Gattin die Ovationen der Schützen entgegen, marschierte mit dem vom Tambourcorps „Frei weg“ aus Sinzig angeführten Festzug der Ortsvereine zum Friedhof und hielt in Vertretung der weltlichen Repräsentanten der Stadt die Gedenkansprache für die Opfer von Krieg und Gewalt. Er wurde dabei unterstützt von dem Chor des MGV „Sängerbund“ und den Spielleuten von „Frei weg“. Unter deren Klängen vom „Guten Kamerad“ legten die Schützen einen Kranz am Ehrenmal nieder. Der Festzug der Ortsvereine - mit Pastor Marmann - nahm nun seinen Weg durch die Straßen des „Oberdorfs“; er endete in dem großzügigen Anwesen des Schützenkönigs an der Hauptstraße, wo den Bürgern eine opulente Gastfreundschaft gewährt wurde. Wieder krachten die Böller der „Brohler Böllerbuben“. Trotz ärgerlicher Regenschauer - ganz Oberbreisig feierte, zu guter Letzt mit der Brassband der „Fidelen Oberbreisiger Lähmdeuwele.“ Auf dem Kirmesplatz drehte sich das Karussell mit fröhlichen Kindern und an den Buden schoss oder erstand man ein kleines Souvenir für den Schatz. Und schließlich lockte bei Dunkelheit und bunter Illumination gerade das „Drumherum“ des „Winzertreffs“- die große Stehparty der Unentwegten. Da gab es so viele Wiedersehen zu feiern, Neues zu kolportieren, Witze zu erzählen - da wurde es leicht spät, später als geplant.
Die Stunde der Oberbreisiger Frauen
Für manchen Weinfreund war es nicht einfach, sich für Montag einen kühlen Kopf zu bewahren; doch am dritten Kirmestag war die Hl. Messe Pflichtprogramm, besonders für die Schützen, die sich danach - entsprechend der Sitte zum gemeinsamen Frühstück trafen. Es kam nach alter Tradition die Stunde der Oberbreisiger Frauen. Der Oberdörfer Sauerbraten rheinischer Art war und ist Kult am Kirmesmontag. Die Sängerhalle war so erfüllt vom Duft des Sauerbratens, dass einem schon das Wasser im Mund zusammenlief, wenn man die Sängerhalle betrat. Mit der Köstlichkeit gut gestärkt, ließ sich der Rest der Kirmes gut bewältigen. Günni Monien machte dabei Musik auf dem Keyboard, bis die Bläser der „Brassband Lähmdeuwele“ unter Alwin Näkel mit „Dicke-Backen-Musik“ die „Spätschicht“ übernahmen - Musik bis zum Abend, zum Ausklang einer - trotz Wetterunbilden - wieder gelungenen Oberbreisiger Kirmes. FA
Totenehrung am Ehrenmal
Schützenkönig Hornberger nimmt die Parade ab.
Gedenkrede Pastor Marmann.
Begrüßung durch Schützenkönig Burkhard Hornberger.
