Öffentlicher Vortrag an der Universität Koblenz
Gewinner der Krise? Algenblüten als Indikator des globalen Wandels
Koblenz. Öffentlicher Vortrag zur Umhabilitierung von PD Dr. Julia Kleinteich an die Universität Koblenz. Phänomene, Ursachen und Auswirkungen unterschiedlicher Algenblüten wird PD Dr. Julia Kleinteich, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Bundesanstalt für Gewässerkunde, am Mittwoch, 31. Januar ab 16 Uhr in einem öffentlichen Vortrag in Raum G 310 an der Universität Koblenz vorstellen. Sie wird zudem diskutieren, ob Algenblüten tatsächlich als Gewinner der globalen Krisen gesehen werden können. Der Vortrag wird anlässlich der Umhabilitierung von PD Dr. Julia Kleinteich von der Universität Tübingen an die Universität Koblenz stattfinden. Mit der Umhabilitierung wird die Biologin die Lehrbefugnis an der Universität Koblenz erhalten und im Rahmen des neuen Studiengangs Gewässerkunde und Wasserwirtschaft, den die Universität Koblenz, die Bundesanstalt für Gewässerkunde und die Hochschule Koblenz gemeinsam anbieten, an der Universität im Fach Gewässerkundliche System- und Datenanalyse sowie zu gewässerökologischen Themen Lehrveranstaltungen anbieten.
Ihr Vortrag um Rahmen der Umhabilitation rekurriert auf die sogenannte Oder-Katastrophe: Im Sommer 2022 verursachte das starke Wachstum der Alge Prymnesium parvum ein massenhaftes Fischsterben im Fluss Oder mit weitreichenden ökologischen, wirtschaftlichen und politischen Konsequenzen. Die Oder-Katastrophe steht exemplarisch für eine Reihe von Ereignissen, bei denen Algenblüten die negativen Auswirkungen des globalen Wandels für die Wasserqualität anzeigen. Die übermäßige Anreicherung von Nährstoffen im Gewässer ist ein lang bekanntes Phänomen, hinzu kommen seit den vergangenen Jahren die Auswirkungen des Klimawandels sowie weitere Faktoren, wie die Veränderung der terrestrischen und aquatischen Biodiversität.
Algen, unter die sowohl einzellige Mikroorganismen wie Cyanobakterien als auch marine Makroalgen fallen, profitieren oft von nährstoffreichen, warmen und teilweise artenarmen Bedingungen. Der scheinbare weltweite Anstieg von Algenblüten in den vergangenen Jahren könnte somit Algen zu Gewinnern der globalen ökologischen Krisen erklären. Oft sind die Zusammenhänge aber komplex und von mehreren Faktoren abhängig.
