Felix Bender, Schüler des Eichendorff-Gymnasiums, durfte am Bundeswettbewerb Jugend forscht in Paderborn teilnehmen
„Ökologie und Gefährdung des einheimischen Steinkrebses“
Koblenz. „Neugierde“, so lautet das Leitmotiv des diesjährigen Wettbewerbs „Jugend forscht / Schüler experimentieren“. Zum 51. Mal findet der deutschlandweit erfolgreichste Wettbewerb zur Förderung des Nachwuchses in den MINT-Fächern statt. Felix Bender aus der MSS 12, Schüler des Eichendorff-Gymnasiums Koblenz, durfte mit seiner Arbeit über Steinkrebse am Bundeswettbewerb in Paderborn teilnehmen. Mit seiner sehr engagierten Arbeit konnte er einen Sonderpreis, die Teilnahme an der International Wildlife Research Week in der Schweiz, erlangen. Dort kann er mit Teilnehmern aus anderen europäischen Ländern sieben Tage lang das alpine Leben erforschen.
Von Beginn an Kontakt mit den Tieren
Mit der Arbeit des 18-jährigen Schülers „Ökologie und Gefährdung des einheimischen Steinkrebses“, beantwortet er die Leitfragestellung, die er sich gesetzt hatte: Wie sieht das optimale Steinkrebsgewässer aus und welche Rückschlüsse können daraus auf den Schutz der Steinkrebse gezogen werden? Da diese Frage sehr allgemein ist, wurden noch fünf Teilfragestellungen formuliert, die eine Bestandsanalyse, eine Untersuchung der gewässermorphologischen, -physikalischen und -chemischen Parameter in Abhängigkeit von der Steinkrebsdichte abdecken. In der Koblenzer Umgebung gibt es genau zwei bekannte Steinkrebsvorkommen. Zusätzlich stellte er sich die Frage, wieso gerade diese beiden Steinkrebsbestände noch von der Krebspest verschont blieben. Über die Bachpatenschaft seines Vaters an einem der Bachsysteme hatte Felix Bender von Beginn an Kontakt mit den Tieren. Insgesamt zwei Jahre beschäftigte sich der Oberstufenschüler mit der Lebensweise und Gefährdungssituation des Steinkrebses. Er begann dabei mit einer umfangreichen Bestandsanalyse und richtete zehn Untersuchungspunkte ein, an denen chemische und physikalische Parameter gemessen wurden. Unterstützung erhielt Felix Bender von der Universität Koblenz, die die Proben auf einige Inhaltsstoffe genau untersuchen konnte. Zudem wurde an jedem Untersuchungspunkt ein umfangreicher Bogen zur Bewertung der Gewässerstrukturen ausgefüllt. Der Schüler aus Koblenz konnte eine Definition für ein ideales Steinkrebsgewässer abgeben. Diese Erkenntnis könnte für Renaturierungsmaßnahmen oder zum Ausmachen möglicher Besatzgewässer für Steinkrebse als Vorlage dienen und so zum Schutz der Tiere beitragen. Denn der Steinkrebs ist vom Aussterben bedroht und ist in der Roten Liste als stark gefährdete Art aufgeführt. Im Rahmen seines Projekts entstand ein Informationsfilm über den Steinkrebs, der auf „YouTube“ unter dem Namen „Der Steinkrebs - ein Dokumentarfilm“ zu sehen ist.
Rückblick und Ausblick
Felix Bender ist sich bewusst, dass es noch zahlreiche andere Parameter gibt, deren Zusammenhang mit dem Steinkrebsbestand untersucht werden könnte und auch die Parameter im jährlichen Verlauf zu analysieren, interessiert Felix Bender. „Die Teilnahme am Bundeswettbewerb Jugend forscht war wirklich ein interessantes, einzigartiges aber auch ein aufregendes und anstrengendes Erlebnis. Neben der Präsentationen der insgesamt 110 Projekte für die Jury und die Öffentlichkeit im ‚Heinz Nixdorf MuseumsForum‘ (HNF) gab es auch tolle extra Programmpunkte: ein Museumsfest mit Rundgang durch das HNF, das weltgrößte Computermuseum, ein langer Sportabend im Ahorn-Sportpark und natürlich die Sonderpreisverleihung sowie die Siegerehrung.“, so der 18-Jährige.
Zwei Jahre lang beschäftigte sich der Schüler mit Steinkrebsen.Fotos: privat
