Ökumenische Andacht zum Gedenken an die Gräueltaten in der Reichspogromnacht
Mendig. Am 09.11.2021 um 19.00 Uhr fand in mahnender Erinnerung an die Gräueltaten der Nationalsozialisten am 09. November 1938 eine ökumenische Andacht an der ehemaligen Synagoge in Niedermendig statt. In dieser Nacht im Jahre 1938 zerstörten Nationalsozialisten in blindem Hass und Gehorsam jüdische Gebetshäuser (Synagogen) im gesamten Deutschland. Dies war ein erster trauriger Höhepunkt in der Verfolgung und in der Vernichtung der jüdischen Bevölkerung und anderer Minderheiten im damaligen Deutschland. Frau Gorges von der Katholischen Kirche im Mendig erinnerte mit eindringlichen Worten an diese Gräueltaten und ein junger Vertreter des Presbyteriums der evangelischen Kirche in Mendig lasen abwechselnd die Namen der jüdischen Mendiger Mitbürgerinnen und Mitbürger vor, welche von den Nazis verfolgt, verschleppt und u.a. in Konzentrationslagern ermordet wurden. Der Stadtbürgermeister Herr Ammel sprach mahnende Worte und stellte den Bezug der Gräueltaten der Nationalsozialisten zu der heutigen Situation in Europa und Deutschland dar. Der ökumenische Projektchor, unter der Leitung von Herrn Stefan Müller, sang jüdische melancholische Lieder, welche die Verfolgung aber auch die Hoffnung der jüdischen Bevölkerung in den vorgetragenen Liedern widerspiegelte. Begleitet wurde der ökumenische Chor von Michaela Müller-Günther auf der Klarinette.
Zum Gedenken an die jüdischen verfolgten Menschen wurde ein Kranz an der Basaltstele der ehemaligen Synagoge niedergelegt und eine kleine Kerze erhellte den oberen Teil der Stehle, welcher das Licht des Davidssternes zum Leuchten in der dunklen Nacht brachte.
Die Andacht anlässlich der Reichspogromnacht findet jedes Jahr am 09.11. statt und soll uns alle daran erinnern, dass so etwas Schlimmes wie das dritte Reich und die damit verbundenen Verfolgungen, Ermordungen und Repressalien von Minderheiten oder andersdenkenden Menschen sich niemals wiederholen darf.
Dr. Michaela Müller-Günther
