Gewässerverschmutzung zieht aufwändige Ermittlungsarbeit nach sich
Öl in der Lahn stammte aus Garagenwerkstatt
Anderer Verursacher als zunächst angenommen
Bad Ems. Zu einem ungewöhnlichen Einsatz war die Bad Emser Feuerwehr gerufen worden: Die Wasserschutzpolizei hatte Alarm ausgelöst. Ein Ölfilm wurde auf der Lahn entdeckt – nach ersten Ermittlungen vor Ort galt als „sehr wahrscheinlich“, dass das Öl aus einer Werkstatt eines Autohauses in der Lahnstraße mit ehemaliger Tankstelle stamme. Die erste Inaugenscheinnahme durch Beamte der Wasserschutzpolizei hatte „neben dem offensichtlichen Einleiten von Öl in den Regenwasserkanal noch weitere Auffälligkeiten“ ergeben. Um weiteren Umweltschaden zu verhindern, legte die Feuerwehr eine Ölsperre auf der Lahn. Jetzt steht das Ergebnis der weiteren Ermittlungen fest: Das „offensichtliche Einleiten“ war wohl eher eine Ölspur, die aufgrund der Regenfälle dramatischer schillerte, als sie letztendlich war und auch die nun nicht mehr weiter definierten „Auffälligkeiten“ haben letztendlich wohl nichts mit der aktuellen Gewässerverschmutzung zu tun. Vor Ort wurde das Entwässerungssystem durch die Wasserschutzpolizei Koblenz umfangreich überprüft, dabei wurden die Experten allerdings unweit des zunächst fokussierten Betriebes fündig. Wie die Wasserschutzpolizei jetzt auf Anfrage mitteilte, konnte das Gelände der ehemaligen Tankstelle als Verursacher in dieser Sache ausgeschlossen werden.Im weiteren Verlauf der Ermittlungen konnte dennoch der Versucher, ein 41-jähriger Mann ermittelt werden. Dieser verschüttete bei Aufräumarbeiten in seiner Garagenwerkstatt ein Gefäß mit Diesel. Zusammen mit Oberflächenwasser gelangte eine geringe Menge in die Lahn. Es wurde ein Strafverfahren wegen Gewässerverunreinigung gegen den Beschuldigten eingeleitet. Bei den ermittelnden Behörden wurde nicht kommentiert, ob dort ein Gewerbebetrieb vorliegt oder privat „an Autos geschraubt wird“. Die Ermittlungen dauern an.
Willi Willig
