„Offene Gärten der Ahr“
Altenahr. Hinter der Altenahrer Pfarrkirche rechts abbiegen und die Straße hochgehen: Schon kommt man im Jahre 1599 und „Ufm Marck“ an. 225 Jahre später wird mit der Bezeichnung „auf’m Markt“ schon klarer, wo genau man sich im Ort befindet. Die neuzeitliche Wandtafel von 2021 berichtet noch mehr: Zwischen 1920 und 1940 war der Markt in Altenahr ein idyllisches Fleckchen Erde, geschmiegt an die romanische Kirche Mariä Verkündigung, eingefasst von hohen Buchenhecken, einem mächtigen Walnussbaum und einer großen Robinie. Und jeder, der mit seinen Nachbarn in aller Ruhe ins Gespräch kommen wollte, nahm einen Stuhl und setzte sich vor die Tür.
Das kann am Samstag, 5. Juli, zwischen 15 und 18 Uhr ähnlich werden. Die Besitzer des Hauses „Am Markt 8“, Stefan Görres, gebürtiger Altenahrer, und seine Frau Karin Luckey haben viel zu erzählen, wenn sie in der Eventreihe „Offene Gärten der Ahr“ maximal 20 Gäste über geschichtsträchtigen Boden führen. Einige Häuser am Markt stehen nicht mehr, andere haben längst neue Besitzer. Das Haus Görres/Hupperich allerdings ist seit Mitte der 1920er Jahre im Besitz der Familie. Vor vier Jahren wurde es aufwändig renoviert, genau nach Vorbild: einer Bauzeichnung aus dem Jahre 1928. Original Jahressteine in den Fassaden geben Auskunft über das Haus der Familie Paetz „Am Markt 2“, erbaut 1699, und
das Pfarrhaus gegenüber, seit 1898 im ältesten Siedlungskern Altenahrs. Und alle haben sie sie im Blick: die Burg Are.
Gerne gewähren Karin Luckey und Stefan Görres Einblicke in das „Haus mit Garten“, das im 14. Jahrhundert als Teil des ehemaligen Burglehen Effelsberg erwähnt wurde und inzwischen unter Denkmalschutz steht. Das gotische Gebäude wandelte sich im Laufe der Jahrhunderte vom Amtshaus erst zum Kloster, dann zum Pfarrhaus. Zwischen 1789 und 1848 kam es zudem immer wieder als Modell zu Ehren: gemalt von Malern der Romantik.
Am 5. Juli wird ein Hoftor offenstehen, sagt Karin Luckey: „Aus dem einstigen kleinen Innenhof ist ein besonderer Garten entstanden“, der demjenigen, der in ihn eintaucht, tiefe Ruhe schenkt. Auch der Garten gegenüber hat sich verändert, aus dem „lost place“ ist ein Wohlfühl-Ort erwachsen. „Die Brachfläche wurde mit wenig Aufwand re-naturalisiert“, erzählt Luckey, und dann sich selbst weitgehend überlassen. Die Natur hat es gedankt mit duftendem Lavendelsträuchern, üppig wachsenden Wolfsmilchgewächsen und aromatischen Kräutern. Ein kleines Paradies mit großer Aussicht: Ein historischer Pavillon eröffnet einen weiten Blick ins Mittelahrtal.
Also nehme man Platz, um sich mit dem Nachbarn in aller Ruhe auch darüber auszutauschen, wie andere „lost places“ naturnah neugestaltet werden könnten. Dazu gibt´s Musik!
