Freunde von Todenfeld hatten eine gute Idee
Offener Bücherschrank lädt zum Lesen und zum Verweilen ein
Zahlreiche Bürger schenken dem neuen Projekt in direkter Nachbarschaft zur Kapelle schon bei der Einweihung ihre Aufmerksamkeit
Todenfeld. Wenn die Todenfeldder etwas anpacken, dann aber richtig. So weihte Ortsvorsteher Dr. Reinhard Ganten (FWG) am Wochenende im Beisein zahlreicher Todenfelder Bürger einen offenen Bücherschrank der Luxusklasse ein. Aus einer ehemaligen Telefonzelle, die aus Potsdam „importiert“ wurde, können die Todenfelder künftig Bücher entnehmen und auch Bücher einstellen. „Aber nur Bücher, derer wir uns nicht schämen müssen“, schmunzelte Ganten. Nicht zuletzt darum wollen sich die beiden ehrenamtlichen „Bücherschrank-Beauftragten“ Heinz Richter und Winfried Fräßdorf gemeinsam mit Ganten kümmern. Idee, Planung und Verantwortung für das Projekt in direkter Nachbarschaft zur neugotischen Sankt Hubertus-Kapelle hatte der „Verein Freunde von Todenfeld“. Im Innern ist die mittlerweile rot angestrichene Telefonzelle nicht nur mit Holzregalen ausgestattet. Sie wird nachts auch von einer LED-Lampe beleuchtet, und zwar solange die Straßenlaternen brennen. Damit, so hofft man, sollen auch unliebsame Besucher vom offenen Bücherschrank ferngehalten werden. Weil es in letzter Zeit sehr viele Familien mit Kindern nach Todenfeld gezogen seien, wolle man auch eine Reihe von Kinder- und Jugendbüchern anbieten. „Wir wollen das Lesen fördern, und jeder der liest, geht irgendwann auch mal in eine Buchhandlung“, wies Ganten darauf hin, dass auch die Buchhandlung Kayser in Rheinbach zu den Förderern des insgesamt 3700 Euro teuren Projektes gehört. Die Raiffeisenbank Voreifel und die Bürgerstiftung „Wir für Rheinbach“ spendeten jeweils 1000 Euro. Thomas Spitz von der Bürgerstiftung betonte: „Wir fördern gerne Projekte, die von Bürgern für Bürger ins Leben gerufen werden.“ Denn die Todenfelder Bürger hatten ebenfalls insgesamt 700 Euro beigesteuert, und auch die UWG Rheinbach war mit 100 Euro dabei. Gantens Dank galt auch der Stadt Rheinbach, die nicht nur bei der Genehmigung kooperativ gewesen sei, sondern auch die Aufstellung durch den städtischen Bauhof unterstützte. Doch mit dem Aufstellen des Offenen Bücherschrankes wollen sich die Freunde von Todenfeld nicht zufriedengeben. „Der Platz vor der Kapelle soll zum Zentrum von Todenfeld werden“, erklärte Ganten. Schließlich mündeten nicht weniger als fünf Straßen in diese Kreuzung - allesamt aber mit sehr wenig Verkehr. Bald soll hier eine Bank zum Verweilen einladen und eine Infotafel über die neuesten Nachrichten aus dem Dorf informieren. Das alles dieses Jahr noch über die Bühne gehe, könne er nicht versprechen, doch er sei optimistisch. Letztlich geht es so kontinuierlich die Infrastruktur des Dorfes verbessert.
JOST
