Allgemeine Berichte | 31.10.2018

Stadt Meckenheim gedenkt der Opfer der Pogromnacht von 1938

Offizielle Veranstaltung am Gedenkstein Prof.-Scheeben-Straße/Synagogenplatz

Am 9. November

Meckenheim. Die Stadt Meckenheim erinnert am Freitag, 9. November, um 18 Uhr im Rahmen einer offiziellen Gedenkveranstaltung am Gedenkstein Prof.-Scheeben-Straße/Synagogeplatz an die Zerstörung und Brandschatzung von jüdischen Synagogen, Geschäften und Häusern. Die Pogromnacht steht mit am Anfang der systematischen Verfolgung und Ermordung von Menschen jüdischen Glaubens in Deutschland und in Europa. Plünderungen, Diskriminierung, Gewalttätigkeiten bis hin zur Ermordung und Verschleppung von Juden in die Konzentrationslager fanden nicht nur in jener Nacht, sondern auch am darauf folgenden Tag statt. All dies erschütterte das unter der nationalsozialistischen Herrschaft ohnehin schon schwierig gewordene Leben von Juden in Deutschland bis in die Grundfesten. Unter denen, die unbeschadet blieben, erkannten viele, dass in Deutschland kein Bleiben mehr war. Sie emigrierten. Andere blieben, und die meisten von ihnen starben einen gewaltsamen Tod in den Konzentrationslagern.

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 kam es damals zu sogenannten „Vergeltungsmaßnahmen“ gegen jüdische Mitbürger – auch in Meckenheim. Die Stadt Meckenheim sieht die Erinnerung an diese Ereignisse gerade angesichts des 80. Jahrestages dieser Nacht als Aufgabe und Verpflichtung. Sie stellt sich ihrer Verantwortung gemeinsam mit den Kirchen und Vereinen. In diesem Jahr werden Jakob Freischem und Aaron Saterdag die Veranstaltung mit einer Lesung über das Schicksal einer jüdischen Familie Meckenheims begleiten und gestalten.

Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung zeigen das Stadtarchiv Meckenheim und das Katholische Familienbildungswerk um 19 Uhr im Familienbildungswerk, Kirchplatz 1, nach einer kurzen thematischen Einführung eine filmische Dokumentation von Claude Lanzmann über die Selbstbefreiung von mehreren Hundert Juden aus dem Vernichtungslager Sobibor. Lanzmann führte während der Dreharbeiten für den weltbekannten und preisgekrönten Film SHOAH ein Interview mit Yehuda Lerner, der nach Fluchten aus mehreren Lagern einer der Hauptakteure dieses gelungenen Aufstandes und Ausbruchs aus einer NS-Tötungsfabrik war. Beeindruckend und eindringlich erzählt der Film von dem Mut, der Selbstermächtigung und dem kämpferischen Widerstand von Juden gegen ihren von den Nationalsozialisten beschlossenen Untergang. Die Veranstaltung ist kostenlos.

Pressemitteilung

Stadt Meckenheim

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