Oh, wie schön ist Panama
Ich liebe sie. Alle. Janosch, die Tigerente und natürlich Wondrak. Denn nicht nur Kinder, sondern – oder gerade auch?! – Erwachsene können durch Janoschs Beobachtungen noch vieles über das Leben lernen. Nehmen wir zum Beispiel mal seine schon prophetisch anmutende Geschichte vom Tiger und dem Bären, die sich auf die abenteuerliche Reise nach Panama machen, dem Ort, der nach Bananen riecht und an dem alles besser, größer und schöner als Zuhause sein soll.
An so einen Platz dachte ich nämlich, als ich dieser Tage beim Friseur in der Zeitung von den tollen Sparmöglichkeiten hörte, die in Panama herrschen sollen. Das Zauberwort dazu heißt „Briefkastenfirma“. Auf dem Heimweg bin ich dann auch ganz fix in den Baumarkt rein, und habe mich in der Briefkasten-Abteilung mal umgesehen, um „Karla Enterprises Sàrl“ ein würdiges Domizil zu geben.
Der, der mir von allen am besten gefiel, ein totschickes Metall-Dingens, war schrecklich eng. Wenn ich mir vorstelle, ich wäre Buchhalter in so einer kleinen Hütte und müsste mir die 0,06 Quadratmeter mit 13 weiteren Kollegen teilen. Von Platz für Toiletten und Kaffeemaschine und einem Notausgang mal ganz zu schweigen ... Neee, das kann man doch keinem zumuten?! Dazu wäre die einzige Lichtquelle ein breiter Schlitz ganz oben in der Wand, der gleichzeitig auch noch als Belüftungsanlage fungieren müsste. So einen Arbeitsplatz wünscht man doch seinem schlimmsten Feind nicht! Das ist doch eine tägliche Qual, zumal permanent von oben Briefe ins Büro hinfliegen und Unordnung und Chaos anrichten. Ok, zweimal pro Tag, so um 10 Uhr und um 17 Uhr, würde natürlich der Haupteingang kurz geöffnet, um alle Briefe herauszuholen, dann könnten meine Angestellten bisschen Frischluft tanken und sich die Beine kurz vertreten.
Aber alles in allem hat mich diese Vorstellung dann doch abgeschreckt und ich habe Abstand von meiner Unternehmensgründung genommen. Wer braucht schon eine Briefkastenfirma? Noch dazu in Panama? Ein bisschen geht es mir wie Janoschs Tiger und dem Bären: Mit bisschen Distanz zu der Sache habe ich begriffen, dass das eigene Zuhause das schönste, tollste, beste auf der ganzen Welt ist. Und da wo ich zuhause bin, gehört auch mein Geld hin. So einfach ist das. Oder wie Janosch es mal formulierte: „Jeder lebte schon immer im Paradies, hat es nur nicht gewusst.“
Hab es gut,
Eure Karla
