Elektrohandwerk Lossprechung
Ohne Strom geht gar nichts
Sieben Elektroniker dürfen sich jetzt Gesellen nennen
Kreis Ahrweiler. Es ist immer wieder ein Ereignis, nicht nur für die „frisch gebackenen Gesellen“, sondern fast noch aufgeregter und erfreuter zeigen sich Eltern und Meister der Innungen bei den Lossprechungsfeiern. In der Ahrweiler Ahr-Akademie galt es jetzt, sieben Elektronikern den Weg ins „wirkliche Berufsleben“ aufzuzeigen. Welchen Stellenwert dem Handwerk im Kreis Ahrweiler zugemessen wird, macht sich schon an der Gästeschar deutlich, die sich für das Ereignis der Beglückwünschung der ausgebildeten Zunftmitglieder die Zeit nimmt. Der erste Kreisbeigeordnete, Horst Gies, unterstrich die Bedeutung des Handwerks und der 48 Innungsbetriebe der Elektrobranche für den Kreis Ahrweiler. Der Vizepräsident des Fachverbandes Elektro- und Informationstechnik Hessen/Rheinland-Pfalz, Christoph Hansen, konnte den jungen Leuten mit auf den Weg geben, dass ihr Handwerk Zukunft hat, immer noch Zuwachsraten aufweist, wie der Verband mitteilt. Nach den Erhebungen des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH), Frankfurt/Main, erhöhte sich der Umsatz der 74.663 Betriebe im Jahr 2012 um 3,7 Prozent auf 58,96 Milliarden Euro. Die Zahl der Beschäftigten stieg um 0,9 Prozent auf insgesamt 472.254. Ein herzlicher Dank von Innungsobermeister Manfred Krupp ging in Richtung von Kreishandwerksmeister Frank Wershofen und Berufsschuldirektor Hans-Werner Rieck, ohne die die Bewältigung der „Nachwuchsarbeit“ kaum möglich wäre. Dreieinhalb Jahre dauert die Ausbildung zum Elektroniker, die in ihrer Sparte noch unter verschiedenen Richtungen auswählen können. So ist der Elektroniker bei der Errichtung und im Service von elektrischen Anlagen der Energie-, Gebäude-, Infrastruktur-, Automatisierungs-, Informations- und Telekommunikationstechnik tätig. Der Informationselektroniker plant den Einsatz informationstechnischer Systeme, sowie Telekommunikations- und Datenverarbeitungsanlagen, der Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik stellen Wicklungen her, montieren elektrische Maschinen und Antriebssysteme, nehmen sie in Betrieb und halten sie instand. Typische Arbeitsgebiete sind Fertigungs- und Produktionsanlagen, Servicebereiche, Montagebaustellen und Prüffelder. „Heute ernten Sie den Erfolg“, beglückwünschte Krupp die jungen Gesellen. „Sie werden heute losgesprochen von den Pflichten des Ausbildungsvertrages“, sagte er. Doch jetzt ginge das Lernen erst richtig los, warf er einen Blick in die Zukunft. „Selbstständig und vorausschauend arbeiten sowie Verantwortung übernehmen gehören ab sofort zu ihren Aufgaben“, wies der Ahrweiler Obermeister auf das kommende Leben hin. „Nutzen sie jede Art der Fortbildung, auch wenn sie Freizeit opfern müssen“, mahnte Krupp an. „Unsere Innungsbetriebe bestehen aus guten Fachleuten,“ sagte Krupp nicht ohne Stolz. Allerdings sieht er auch einen Mangel an Facharbeitern, „von daher werden sie gebraucht“, gab er den Sieben mit auf den Weg. „Setzen sie sich in ihren Betrieben ein. Ein guter Facharbeiter kann heute gutes Geld verdienen. Persönlich ist mir ein guter Facharbeiter lieber, als ein Meister, der mit Ach und Krach seine Meisterprüfung oder vielleicht auch nicht bestanden hat“, setzte Krupp realistische Akzente aus der Arbeitswelt. Und er warb dafür, Erfahrungen zu sammeln. „Auch wenn sie jetzt schon die Meisterschule machen können,“ so Krupp, sei es nicht immer ratsam, „diesen Weg zu gehen“. Krupp Dank galt aber auch den Ausbildungsbetrieben, die es ermöglichten, „dass junge Menschen mit fundiertem Wissen in die Zukunft starten könnten. Diesem Dank und den guten Wünschen für die Zukunft schlossen sich auch Guido Mombauer von der Kreissparkasse und Guido Drodten von der Volksbank an. Mombauer überreichte dem Prüfungsbesten, Marcel Schäfer, den obligatorischen „Bestenumschlag“.
Die neuen Gesellen
Philipp Bongart, Ausbildungsbetrieb: Stadtverwaltung Bad Neuenahr. Marco Brogsitter, AB: Elektrotechnik Christian Müller, Bad Neuenahr; Jonas Großgarten, AB: Elektro Timo Paetz, Dernau-Marienthal; Marcel Schäfer, AB: Elektro Wester, Remagen; Frank Schumacher, AB: Elektro Lehmann, Adenau; Manuel Stock, AB: Elektro Krämer, Bad Breisig; Maximillian Winter, AB: Elektro Witsch, Grafschaft.
Guido Mombauer überreichte Marcel Schäfer den „Bestenumschlag“.
