Ev. Stift St. Martin wird als Brustschmerzeinheit zertifiziert
„Optimierte Patientenversorgung und ökonomisierte Arbeitsschritte“
Chest Pain Unit (CPU) garantiert eine noch bessere Versorgung von Patienten
Koblenz. Herz-Kreislauf-Erkrankungen stellen mit über 300.000 Todesfällen pro Jahr seit Jahren unverändert die häufigste Todesursache in Deutschland dar. In überwiegender Zahl der Ereignisse handelt es sich hierbei um das Krankheitsbild eines Herzinfarktes mit entsprechenden Folgen. Das Risiko, in der Akutphase zu versterben, ist mit etwa 40 Prozent immer noch sehr hoch. Rund 10 Prozent der Patienten sterben auch nach der Einlieferung in die Klinik, wohingegen 30 Prozent gar nicht mehr lebend dort ankommen. Wichtige andere lebensbedrohliche Krankheitsbilder wie die akute Lungenembolie sowie Erkrankungen der großen Gefäße (Aortenaneurysma) bedürfen ebenfalls einer raschen Diagnosesicherung und Behandlung, da sie in ähnlicher Weise oft lebensbedrohlich verlaufen. Die Symptome bei oben genannten Erkrankungen können bisweilen nicht eindeutig sein und führen nicht selten zu verzögerter Einleitung entsprechender Maßnahmen. Ziel einer Chest-Pain-Unit (Brustschmerzeinheit) ist es, die Qualität der Notfallversorgung von Patienten mit akutem oder neu aufgetretenem unklaren Brustschmerz zu optimieren und eine effektive Versorgung unter Ausnutzung stationärer und ambulanter Strukturen sicherzustellen. Unabdingbare Voraussetzung für eine CPU ist hierbei ein Herzkatheterlabor in der Abteilung mit ständiger Verfügbarkeit rund um die Uhr. Die Behandlung richtet sich streng nach nationalen und internationalen Leitlinien, verläuft standardisiert und berücksichtigt das individuelle Risiko des Patienten. Die Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie beziehen sich insbesondere auf räumliche und apparative Mindeststandards, empfohlene diagnostische und therapeutische Maßnahmen, Kooperationen mit anderen Abteilungen, zum Beispiel Herzchirurgie, und niedergelassenen Kollegen, Ausbildungskriterien und organisatorische Erfordernisse. „Nach erfolgreichem Durchlaufen der Dokumentationsprüfung erfolgt im Rahmen eines Audits die Prüfung von Qualifikation, Ausstattung und Abläufen detailliert vor Ort. Nach eingehender Prüfung aller Unterlagen und der Empfehlungen der Auditoren entscheidet das Expertengremium der Deutschen Kardiologischen Gesellschaft über die Zertifizierung“, berichtet Dr. Dietmar Burkhardt, Chefarzt der Inneren Medizin, Kardiologie, im Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein, Ev. Stift St. Martin. „Dies bietet eine optimierte Patientenversorgung und ökonomisierte Arbeitsschritte“, ergänzt Chefarzt Dr. Michael Kupp. Die bereits im Jahr 2009 eingerichtete Chest-Pain-Unit am Ev. Stift St. Martin hat sich Ende 2016 erfolgreich diesem Zertifizierungsprozess unterzogen. In der von den drei Chefärzten Dr. Dietmar Burkhardt, Dr. Norbert Kaul und Dr. Michael Kupp geleiteten kardiologischen Abteilung werden nach den Richtlinien der Deutschen Kardiologischen Gesellschaft Patienten mit akutem Brustschmerz rund um die Uhr versorgt und behandelt. Das Team wird ergänzt durch die ebenfalls invasiv tätigen Oberärzte Dr. Susanne Messer, Dr. Sascha Bitaraf und Dr. Stefan Dietrich sowie die Pflegekräfte im Herzkatheterlabor und der Brustschmerzeinheit auf der Station 2. „Vor allem die seit vielen Jahren in diesem Team arbeitenden Berufsgruppen und deren Zusammenwirken kommen den betroffenen Patienten zugute“, sagt Chefarzt Dr. Nobert Kaul. Dies bedarf nach Aussagen der Chefärzte intensiver Bemühungen in Form von regelmäßigen internen und externen Fort- und Weiterbildungen. Neben der jetzt am Standort Ev. Stift St. Martin in Koblenz zertifizierten Einheit unterzog sich auch Chefarzt Dr. Ralph Rüdelstein mit seinem Team am Standort St. Elisabeth Mayen bereits 2014 erfolgreich diesem Qualitätsprozess. Die Kardiologie am Kemperhof unter der Leitung von Chefarzt Dr. Waldemar Bojara strebt in diesem Jahr ebenfalls an, an die Zertifizierung abzuschließen. Es wird dann drei von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie zertifizierte Brust-Schmerz-Einheiten im GK-Mittelrhein geben.
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