Eifelverein Remagen besucht Orgelwerkstatt
Orgelwerkstatt mit Seele
Remagen. Zehn Mitglieder besuchten das traditionsreiche Familienunternehmen Johannes Klais Orgelbau in Bonn. Der Betrieb wird inzwischen in vierter Generation von Philipp Klais geführt und zählt zu den renommiertesten Orgelbauwerkstätten weltweit.
Herr Stefan Hilgendorf, Orgelbaumeister und seit über 20 Jahren im Unternehmen tätig, gewährte den Teilnehmenden in einer fast dreistündigen Führung faszinierende Einblicke in die Geheimnisse der „Königin der Instrumente“. Anschaulich erläuterte er den gesamten Entstehungsprozess einer Orgel: von den verwendeten Holzarten, deren Beschaffenheit, Lagerung und Verarbeitung, über die Herstellung der Metallpfeifen – beginnend mit der Schmelzung von Zinn und Blei – bis hin zum Aufbau des Instruments. Anhand eines Modells wurde die Funktionsweise einer Orgel verständlich erklärt. Man erhielt zudem Einblicke in die verschiedenen Bereiche der Werkstatt, in denen Orgeln in aufwendiger Handarbeit restauriert, rekonstruiert oder neu gebaut werden. Mit großem Stolz berichtete Herr Hilgendorf über zahlreiche Prestigeprojekte des Hauses Klais, darunter die Orgel der Elbphilharmonie, des Kölner Doms, ein Projekt in Kirishima (Japan), die Rekonstruktion der 1976 durch Brand zerstörten barocken Orgel in der Elisabethkirche in Breslau (Polen) sowie das neueste Großprojekt: der Aufbau der „neuen“ und größten Orgel Deutschlands im Passauer Dom. Die Arbeiten von Klais zeichnen sich besonders durch den großen Respekt gegenüber dem jeweiligen Gesamtkunstwerk sowie durch die gelungene Verbindung von Tradition und moderner Technik aus. Eine überaus gelungene und ausgesprochen interessante Führung fanden die Besucher.
