Ensemble Ha-Rimm begeistert mit tollem Dreiakter
Orientalischer Rummelkasten sorgt für Aufregung
Müden. Nach dem „Tatort Weinkeller“ im vergangenen Jahr, hatte sich das örtliche Theaterensemble Ha-Rimm mit dem Dreiakter „Der große Jaffar“ von William Miles in 2024 erneut für ein turbulentes Lustspiel entschieden. Das bestach in erster Linie durch seine amüsanten Dialoge und willkommenen Überraschungseffekte. Pointiertes Wortspiel und derber Disput, bei dem „Miera“ Platt und Hochdeutsch gnadenlos aufeinandertrafen, waren einmal mehr das mundgerechte Salz in der Suppe für ein treffliches Bühnenspektakel.
In diesem hat Oscar Mommsen (Harald Kron) sich mit der Anschaffung eines alten Rummelplatz-Wahrsageautomaten einen Kindheitstraum erfüllt. In dem thront in typisch orientalischem Outfit „Jaffar“ (Andreas Emmerich), der auf Anfragen des jeweiligen Bittstellers mit eindeutig zweideutigen Vorhersagen für dessen Zukunft daherkommt. Die lassen sich erwartungsgemäß unterschiedlich definieren und sorgen in deren Auslegung für die spannende und amüsante Bühnenhandlung. Früher als sogenanntes „Groschengrab“ bekannt, verlangt auch „Jaffar“ den Einwurf eines Zehnpfennigstücks, bevor er gegenüber seinem Klienten Rede und Antwort steht. Oscars Gattin Rosi Mommsen (Sonja Loch), ist das labernde Tausendundeine-Nacht-Ungetüm in ihrem Wohnzimmer ein Dorn im Auge und plant daher mit Freundin Ilse Kasulke (Christine Keller), den Wahrsager nebst seinem Ansitz irgendwie verschwinden zu lassen. Tochter Rita Mommsen (Sina Klein) und angehender Schwiegersohn Ecki Küppers (Jochen Möntenich) amüsieren sich über die Jaffar-Marotte von Oscar, während sich dessen schlager- und schnapsliebende Schwiegermutter Liesbeth (Martina Kron-Wendel) über die gelungene Instandsetzung des orientalischen Wahrsagers wundert. Doch dann sagt Jaffar den Zieleinlauf eines Pferderennens korrekt voraus und Oscar will ihn nicht mehr hergeben. Der eingetretene Erfolg nach Jaffars richtiger Vorhersage ruft in der Folge Interessenten auf den Plan, zu denen sich auch Luigi Pommorone (Frederic Euler) zählt. Der will den wahrsagenden Orientkasten unbedingt haben und auch die staatliche Wettaufsicht, in der Person von Dolores Donner (Michaela Haas), hat ein prüfendes Auge auf die Geschichte geworfen.
Regie beim kurzweiligen Bühnenspaß führte Verena Michels, während Barbara Leberig in die Rolle der Souffleuse schlüpfte. TE
Oscar Mommsen hat sich mit der Wahrsagerkiste einen Wunschtraum erfüllt, kommt mit den Weissagen von Jaffar nicht klar.
Rosis Busenfreundin und Labertasche Ilse macht sich unter massivem Körpereinsatz an den Italiener Luigi Pommorone ran.
