Allgemeine Berichte | 04.06.2025

Der rapsähnliche, invasive Neophyt breitet sich derzeit massiv aus und gefährdet die Artenvielfalt im Landkreis Mayen-Koblenz

Orientalisches Zackenschötchen bedroht heimische Pflanzenwelt

Das gelb blühende Orientalische Zackenschötchen kann leicht mit dem Raps verwechselt werden. Foto: Stiftung für Natur und Umwelt im Landkreis Mayen-Koblenz/Jörg Hilgers

Kreis MYK. Schön fürs Auge, weniger schön für die heimische Flora: Das Orientalische Zackenschötchen (Bunias orientalis), ein leuchtend gelb blühendes Kreuzblütengewächs, breitet sich im Landkreis Mayen-Koblenz stark aus. Um das weitere Vordringen einzugrenzen, sind umfangreiche Gegenmaßnahmen erforderlich. Ansonsten können noch größere Schäden in der heimischen Vegetation und Tierwelt nicht mehr verhindert werden. Darauf weist die Untere Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz hin.

„Ein wirksames Zurückdrängen des Zackenschötchens aus unserer Landschaft kann nur gelingen, wenn alle Akteure, also Kommunen, Flächeneigentümer, Versorgungsbetriebe sowie das Land gemeinsam agieren“, betont Landrat Marko Boos. Denn einmal vorhanden, vermehrt das Zackenschötchen sich mit rasanter Geschwindigkeit: Jede der ein bis zwei Meter hohen Pflanzen produziert zwischen 2.000 und 5.000 Samen und kann seine Konkurrenz so besonders schnell verdrängen. Zudem ist das Kreuzblütengewächs anspruchslos, liebt lockeren, basenreichen Boden und kommt gut mit Sonne und Trockenheit zurecht. Besonders verbreitet wächst es an Straßen- und Feldrändern, Bahndämmen und im Grünland.

Auch auf den von der Stiftung für Natur und Umwelt im Landkreis Mayen-Koblenz betreuten Flächen kommt die Pflanze inzwischen vor. „An einigen Stellen war die Art schon so stark etabliert, dass sie nur noch durch eine Beweidung vor der Blüte eingedämmt werden kann. Ansonsten bekämpfen wir jede Pflanze auf unseren Flächen sofort konsequent, um ein weiteres Ausbreiten zu verhindern. Zu leicht könnte sie ansonsten die Artenvielfalt in unseren Projekten gefährden. Da wir im Frühjahr häufig auf den Flächen unterwegs sind, können wir immer schnell reagieren und das Übel sozusagen mit der Wurzel entfernen“, erläutert Tanja Stromberg, Leiterin der Geschäftsstelle der Stiftung. „Dieses Vorgehen empfehlen wir auch allen anderen Eigentümern von betroffenen Flächen im Kreis.“

Die Pflanze sollte kurz nach Beginn der Blütezeit gründlich mit seiner massiven Pfahlwurzel entfernt werden, am besten mithilfe eines Unkrautstechers. Ganz wichtig: Bitte die Pflanze über den Hausmüll entsorgen und nicht auf dem Kompost oder in der Grünschnittdeponie. Bei mittleren und größeren Beständen sind die Gegenmaßnahmen bereits sehr aufwändig. „Ziegen und Schafe fressen die Pflanze in der Regel gerne, sie kann aber erneut austreiben. Erst nach etlichen Jahren verbessert sich die Situation. Eine andere Möglichkeit bietet die gezielte und mehrmalige Mahd der Pflanzen im Jahr, wobei der Schnitt vor allem vor der ersten und zweiten Blüte erfolgen muss. Aber auch hierbei dauert es Jahre, bis das Grünland befallsfrei ist“, erläutert Biologe Jörg Hilgers.

Die Ausbreitung von invasiven Arten beschränkt sich im Landkreis nicht nur auf das Orientalische Zackenschötchen, aktuell breitet sich auch die Lupine sehr stark aus und besitzt ein erhebliches Gefährdungspotenzial: Sie verdrängt die heimische Flora besonders stark. Zudem ist mit der giftigen Lupine angereichertes Heu nur schlecht verwertbar, was auch wirtschaftliche Schäden verursacht.

Pressemitteilung

Kreisverwaltung Mayen-Koblenz

Das gelb blühende Orientalische Zackenschötchen kann leicht mit dem Raps verwechselt werden. Foto: Stiftung für Natur und Umwelt im Landkreis Mayen-Koblenz/Jörg Hilgers

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Bildergalerien
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Dienstleistungen
Image Anzeige
Anzeige LebensKunstMarkt Remagen 2026
Weinblütenfest in Mayschoß
Stellenanzeige Stations- u. Küchenhilfe / Praxisanleitung
Saison Deals
Empfohlene Artikel
Die vulkanische Geschichte der Eifel lässt sich im Lava-Dome spielerisch entdecken. Foto: Dominik Ketz
21

Wer glaubt, Vulkane gäbe es nur auf Island oder in Italien, hat die Rechnung ohne die Eifel gemacht. Im Lava-Dome in Mendig wird schnell klar: Auch hier ging es einst verdammt heiß her! Das Deutsche Vulkanmuseum entführt seine Besucher auf 700 Quadratmetern und zwei Etagen in eine Welt voller Feuer, Lava und spannender Erdgeschichte. Klingt staubtrocken? Von wegen! 700 Quadratmetern und zwei Etagen in eine Welt voller Feuer, Lava und spannender Erdgeschichte.

Weiterlesen

In der ehemaligen Ahrweiler Synagoge diskutierten (von links) Nick Falkner, Ulrich van Bebber, Susanne Bell und Dr. Martin Wein.
183

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Wie hat die Flut den Zusammenhalt im Ahrtal verändert. Welche Konflikte bestehen noch? Wo trägt bürgerschaftliches Engagement weiterhin? Wo brauchen Menschen, Vereine und Kommunen mehr Unterstützung? Und was muss Politik aus dieser Katastrophe lernen, damit Warnketten funktionieren, Zuständigkeiten klar sind und der Staat im Krisenfall schneller handeln kann?

Weiterlesen

BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 11
66

Jede Woche präsentieren wir Euch einen neuen Schnappschuss aus dem BLICK aktuell-Land. Die Bilder zeigen bekannte Orte, besondere Details oder überraschende Perspektiven aus der Region – doch nicht immer ist auf den ersten Blick erkennbar, was genau zu sehen ist.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Gerade bei heißen Temperaturen können sich schnell Maden in der Biotonne bilden.
1750

Biotonne im Sommer pflegen

Biotonne bei Hitze: Maden vermeiden

Kreis Neuwied. In den Sommermonaten können sich im feuchtwarmen Klima der Biotonne schnell unerwünschte Organismen bilden. Die Abfallwirtschaft des Landkreises Neuwied fährt in den Sommermonaten eine wöchentliche Leerung der Biotonne, die das Problem deutlich reduziert. Sie gibt praktische Tipps, was Anwohner darüber hinaus tun können, um unerwünschter Organik vorzubeugen.

Von Laura Tries aus Neuwied

Weiterlesen